Elektrostaplereinsatz für Schwerlasten

Heiße Eisen angefasst

Elektrostaplereinsatz für Schwerlasten bei Edelstahl Rosswag sorgt für Flexibilität.
Staplereinsatz in der Sägerei: Fingerspitzengefühl und präzises Handling sind angesagt.

Die Leistungsfähigkeit von Gabelstaplern manifestiert sich gerade auch bei Einsätzen in extremen Arbeitsumgebungen. Auch wenn es buchstäblich so heiß hergeht, nämlich bis zu 1.250 Grad Celsius, wie in den Schmiedeöfen der Freiformschmiede Edelstahl Rosswag in Pfinztal: Dort sorgt eine Flotte von Cesab-Elektrostaplern für Flexibilität in der Intralogistik.

„Die mit dem Staplereinsatz generierte Flexibilität und auch die Kompaktheit der Geräte bildete ein wesentliches Kriterium für unsere Entscheidung pro Cesab“, sagt Dr. Sven Donisi, Geschäftsführer der Freiformschmiede Edelstahl Rosswag. Denn im Zweischichtbetrieb des Pfinztaler Unternehmens geht es stets heiß her: „Die Stapler müssen unter anderem rotglühende Teile rasch zu Bearbeitungsstationen transportieren und umsetzen oder eine Sägestation mit einem bis zu fünf Tonnen schweren Rohlock beladen“, erläutert Alexander Essig, Geschäftsführer bei Rosswag. Eine diffizile Angelegenheit, denn im begrenzten Flächen- und Wege-Angebot der Fertigungshalle ist schnelles und präzises Handling auch deshalb ein Muss, da die für den Schmiedevorgang rotglühend auf bis zu 1.250 Grad Celsius erhitzten Werkstücke nur möglichst geringen Temperaturverlust erleiden dürfen.

„Hinzu kommen die werkstoffbedingten hohen Anforderungen: Unser Programm umfasst alles, was sich schmieden und walzen lässt“, so Essig. „Wir verarbeiten mehr als 400 verschiedene Stahlsorten: normalen Baustahl und Vergütungs-Stähle, rostfreie, säure- und hitzebeständige Stähle sowie Titan-Nickel-Basislegierungen, Aluminium und Kupfer, wobei jeder Werkstoff für optimale Fertigungsergebnisse differenziert und individuell behandelt werden muss“. Immens ist auch das Spektrum der Teilegewichte, das von fünf Kilogramm bis zu rund vier Tonnen reicht.

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Die zahlreiche Spezifika bei Rosswag definieren das Anforderungsprofil an die Cesab-Stapler. „Wir sind Einzelanfertiger, produzieren ab Losgröße eins und überwiegend in Kategorien von zwei, drei oder fünf Teilen“, betont Essig: „Daher müssen wir je nach Auftrags-Spezifik unsere Fertigungsprozesse immer wieder neu definieren.“

Zu den Hauptkunden von Rosswag zählen der Energiesektor, der allgemeine Maschinenbau und der Schiffsbau. „Da wir unsere Fertigung auf die hinsichtlich Größe, Gewicht und Material-Spezifik extrem hohe Vielfalt an Einzelteilen flexibel abgestimmt haben, war unser Ansatzpunkt für den Staplereinsatz entsprechend“, erläutert Thomas Weingärtner, Leitung Instandhaltung. „So suchten wir praktische Antworten auf Fragen wie: „Welche Leistungen kann ein Stapler in der Sägerei erbringen, und wie kann er das Handling am besten auf die verschiedenen Abmessungen umsetzen? Oder wie lässt sich eine mechanische Bearbeitung mit täglich neuen Anforderungen so optimieren, dass die Tragkraft des jeweiligen Staplers stimmt und ausreicht?“ Und auch die Staplergröße spielt eine Rolle, dass man überall hinkommt, wo man hinkommen muss. Auf Fragen wie diese hatte Albert Wasmer die passenden Geräte. Mit seinem Unternehmen Albert Wasmer in Karlsruhe ist er seit 1979 im Staplergeschäft und seit 1987 als Händler für Cesab-Geräte aktiv. Derzeit sind zehn Stapler mit bis zu neun Tonnen Tragkraft von Cesab bei Rosswag im Einsatz.

Vielfältiges Einsatzspektrum für die Stapler

"Wir setzen verschiedene Stapler mit unterschiedlichen Zangen und Greiftechniken ein, um die Flexibilität im Werk sehr hoch zu halten", so Weingärtner. "Wir haben sie am Anfang unserer Produktionskette in der Sägerei im Einsatz, wo sie die auf dem Hof gelagerten Rohmaterialien, unter anderem bis zu fünf Tonnen schwere Rohblöcke für die auftragsspezifische Ablängung zu unserer Säge in der Werkshalle transportieren".

Des Weiteren sind Stapler in der mechanischen Bearbeitung eingesetzt, wo sie das von der Schmiede kommende Material zu den Maschinen transportieren, und natürlich im Schmiedeofen- und Schmiedebereich. Rosswag hält stets rund 5.000 Tonnen Material auf dem Betriebsgelände des Werks vor, wie Christoph Klameth erläutert: „Sämtliches Material, das an die fünf Tonnen wiegt, ist hier gelagert“, so beispielsweise die „Stäbe“ genannten Rundstahl-Rohlinge mit maximal 5,5 Tonnen Gewicht. Die Abmessungen des Vor-Materials reichen bis zu 600 Millimeter Durchmesser für Rundstäbe oder Vierkant-Formate. Zu den rund 400 unterschiedlichen bearbeiteten Werkstoffen zählen Baustähle sowie Vergütungs- und Einsatzstähle und nichtrostende Stähle.

Wie Weingärtner betont, war „die Tragfähigkeit der so genannten Zange entscheidend, dass wir den Schwerlaststapler von Cesab gekauft haben“. Mit „Zange“ wird bei Rosswag das mit großen Zangen ausgestattete Spezialfahrzeug bezeichnet, das die zu bearbeitenden Teile vom Stapler übernimmt und in den Schmiedeofen legt. „Denn wir haben bis zu fünf Tonnen schwere Werkstücke, die von der Klammer des Cesab-Staplers sicher gehalten und gehandhabt werden können, das ist sehr beachtlich“, betont Weingärtner.

Maßgefertigte Klammern für die Stapler

Wie Albert Wasmer betont, konnte er die Verantwortlichen von Rosswag auch "deswegen von den Cesab-Staplern überzeugen, weil es mir gelungen ist, die hohe Resttragfähigkeit der Geräte in der Praxis zu beweisen. So ist hier ein Sieben-Tonner aus einer Serie von Cesab im Einsatz, die Stapler mit bis zu 9,5 Tonnen Tragfähigkeit produziert. Ich habe im Praxiseinsatz demonstriert, dass die Maschine nicht nur die Nennlast tragen kann sondern auch darüber hinaus noch über Kapazitäten verfügt".

Entscheidend für die stets zuverlässige und sichere Leistung der Stapler ist auch der Lastschwerpunkt. „Für die Aufnahme der bis zu mehreren Tonnen schweren und häufig sehr langen Stahl-Werkstücke haben wir den Stapler mit einer nach den Anforderungen von Rosswag konzipierten Klammer ausgestattet“, so Wasmer, „die ein erhebliches Stück nach vorne baut und somit den Lastschwerpunkt nach vorne verlagert. Somit steht und bewegt sich unsere Maschine sehr sauber und präzise“.

Auf die Frage, wie die Erfahrungswerte von Rosswag mit den Staplern von Cesab seien, entgegnet Weingärtner: "Sie sehen ja, wie viele Stapler wir in den vergangenen beiden Jahren von Cesab dazugekauft haben: Das sind nun insgesamt zehn Stapler; erst Anfang April haben wir drei neue Geräte bestellt." Beim Werks-Rundgang überträgt sich der Spirit des Unternehmens und die Begeisterung der Verantwortlichen wie der Mitarbeiter von Rosswag für ihre Arbeit und ihre Produkte, die Geschäftsführer Dr. Donisi so auf den Punkt bringt: "Gerade wenn sich das rotglühende, oft tonnenschwere Material verformt, dann das ist auch für uns nach wie vor faszinierend und Emotion pur". Reinhard Irrgang/bw

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