Zement in Nigeria: Automatisch verladen und verpackt

Aus der Maschine auf die Pritsche

Mit dem Autopac hat die Beumer Group ein System im Programm, mit dem sich sackverpackte Materialien wie Zement oder andere Materialien direkt von der Packmaschine auf die Lkw-Ladeflächen verladen lassen. Die Säcke werden automatisch in Reihen- oder Verbandstapel palettiert.

Die Lkw werden optimal beladen. Die stabilen Ladeeinheiten unterstützen den sicheren Straßentransport. (Foto: Beumer)

Die Dangote Group mit Sitz in Lagos, Nigeria, hat schon seit 2004 15 Autopac in seinen Werken im Einsatz, weitere 81 Maschinen sind in der Montage, geliefert oder bereits geordert. Afrika ist ein aufstrebender Kontinent, und wegen der starken Bevölkerungszunahme steigt die Nachfrage nach Zement stetig. Der Zementhersteller hat daher eine begründete, ambitionierte Wachstumsstrategie. Um mit den weltweit führenden Zementherstellern konkurrieren zu können und für einen kommenden Bauboom gerüstet zu sein, strebt Dangote mit diesen Lösungen einen hohen Automatisierungsgrad an. Autopac ist Teil dieser Strategie. Der Einsatz bietet sich besonders in Schwellenländern an, in denen der Umschlag von abgesackten Massengütern zunimmt und die Lohnkosten steigen.

Der Autopac verlädt und palettiert gleichzeitig abgesackte Güter wie Zement oder andere Materialien - ohne dass Paletten verwendet werden müssen. Damit eignet er sich für den Einsatz in Ländern, in denen keine Paletten zur Verfügung stehen oder deren Einsatz nicht üblich ist. In Reihen- oder Verbandstapelung mit vorgewählter Lagenzahl arbeitet der Autopac schnell und effektiv. Je nach Leistungsklasse stapelt das System 2.400 oder bis zu 3.000 50-Kilogramm-Säcke in der Stunde. Die Beladehöhe kann, inklusive der Höhe der Lkw-Ladefläche, bis zu 3,5 Meter betragen (bei einer Bühnenhöhe von fünf Metern). Abhängig von den Sackmaßen und dem passenden Seitenverhältnis ist der Anwender flexibel in der Lagenbildung. Auch im Handling unterschiedlicher Sackmaterialien ist die Maschine vielseitig einsetzbar.

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Schonendes und effizientes Handling

Der Anwender kann vom Schaltpult aus in seine Ausgangsposition fahren. Dann bestimmt er die Reihen- oder Lagenzahl und gibt die Anzahl der zu verladenden Säcke an. Die Beladung erfolgt nun automatisch. Bei jeder Lage berechnet das Steuerungsprogramm die Höheneinstellung neu. Damit entfällt das Nachjustieren. Verladen werden kann beispielsweise in doppelten Fünfer- und Zehner-Verbänden. Um eine höchstmögliche Stabilität der Gesamtladung auf dem Lkw zu erzielen und die Ladefläche optimal auszunutzen, werden immer zwei Lagen spiegelverkehrt nebeneinander palettiert.

Die Säcke werden durch den Beladevorgang von zwei übereinanderliegenden Gurtförderern gepresst und dadurch entlüftet. Nach dem Ablegen werden sie zusätzlich durch den Beladekopf angedrückt, was die Stapel kompakter und damit stabiler macht. Die Sackzuführstrecken lassen sich den Einbauverhältnissen anpassen. Entsprechende technische Lösungen für variable Förderstrecken stehen zur Verfügung. Die Säcke werden während des Handlings schonend behandelt. Anders als bei Anlagen anderer Anbieter, bei denen die Säcke angesaugt und angehoben werden, werden diese nicht deformiert. Dies ist vor allem für die Verladung von Bändchengewebesäcken von Vorteil, da Sackbruch von vornherein verhindert wird und kein Material in die Vakuumfilter angesaugt wird. Ein elektronisches Zählwerk sorgt dafür, dass der zu beladende Lkw nicht über- oder unterladen wird.

Elektroantriebe reichen aus

Im Vergleich zu Verlade- und Palettieranlagen anderer Hersteller ist der Autopac in der Standardausführung zudem nur mit Elektroantrieben ausgestattet. Der Anwender könne durch dieses Antriebskonzept mit erheblich weniger Wartungsaufwand rechnen, sagt Beumer. Bei Vakuum-, Pneumatik- und Hydraulikantrieben anderer Anbieter kommt es zwangsläufig zu Leckagen, die die Ladung und Anlage verschmutzen. Dazu kommt, dass die energieintensiven Vakuumpumpen und Hydraulikantriebe zusätzliche Kühlaggregate benötigen, was sich deutlich in den Anschaffungs- und Betriebskosten sowie im Energieverbrauch bemerkbar macht.

Der Autopac sorgt mit den energieeffizienteren Elektroantrieben für eine hohe Verfügbarkeit und einen wirtschaftlichen Betrieb. Die Version 3000 verbraucht bei voller Leistung nur 0,15 Kilowatt pro Stunde. Die Antriebe und Maschinenteile sind übersichtlich angeordnet und leicht zugänglich. Aufgrund seiner einfachen Bauweise ist gilt die Maschine als servicefreundlich und betriebssicher. Robust konstruiert könne diese Anlage extremen Umgebungsbedingungen ausgesetzt werden und habe sich bewährt. Mit einem Spurabstand von 5,5 Metern zwischen den Verladespuren ist der Autopac außerdem platzsparend.

Dangote besitzt mehr als 5.000 Lkw, die zum Teil sehr hohe Aufbauten mit Windabweisern haben. Daher trägt die lichte Durchfahrtshöhe im Bereich der Autopac 4,8 Meter. Wegen der großen Deckenhöhe des Verladeraums mussten die Systeme angepasst werden. Dazu verlängerten sie zum Beispiel das absenkbare Band. Eingesetzt werden auch stärkere, frequenzgeregelte Antriebe. Außerdem wurde die Leistung des Autopac modifiziert, um die geforderte Menge an Zementsäcken verladen oder stapeln zu können.  bw

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