Nachhaltige Sonderladungsträger

Netzwerk für smarte Container

Für mehr Nachhaltigkeit in der Logistik bei gleichzeitiger Sicherstellung von fristgerechtem und unbeschadetem Transport von Gütern entwickelt das Projekt iSLT.NET ein Netzwerk für wiederverwendbare, intelligente Sonderladungsträger.

Durch das Netzwerk kann über zwei SLT-Lebenszyklen eine Kosteneinsparung von bis zu 50 Prozent erreicht werden. © Martin Graßl

Für den sicheren Transport von großen, sperrigen und sensiblen Bauteilen, die nicht in herkömmliche Kisten oder Container passen, werden sogenannte Sonderladungsträger (SLT) eingesetzt. Sie werden vor allem in der Automobilindustrie sowie im Maschinenbau genutzt. Die speziellen Ladungsträger sollen den Schutz und den optimierten Transport der Bauteile zum Montagewerk sicherstellen. Daher sind SLT Spezialanfertigungen, die individuell für eine Bauteilgruppe entwickelt und gebaut werden. Das schränkt den Umbau und damit die Wiederverwertbarkeit stark ein und widerspricht damit dem Nachhaltigkeitsgedanken.

In Sachen Nachhaltigkeit besteht Handlungsbedarf
Der geringe Standardisierungsgrad bedingt eine kurze Lebensdauer der SLT: Bereits nach drei bis vier, spätestens aber nach sieben bis acht Jahren Nutzungszeit werden die Behälter verschrottet. Diese Situation verschärft sich zusätzlich durch die immer kürzeren Lebenszyklen von Produkten. Immer neue Produktreihen bedingen die Anfertigung neuer SLT, was wiederum die Nutzungsdauer nochmals verkürzt. In knapperen Abständen fallen so immer wieder hohe Investitionskosten an.

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Hinzu kommt, dass Ladungsträger im Einsatz häufig verlorengehen, da den Unternehmen die nötigen Mittel fehlen, um die Transportwege der SLT durchgängig nachzuverfolgen. Um abhandengekommene SLT zu ersetzen, wird dann auf teure und wenig nachhaltige Einwegverpackungen zurückgegriffen. Ein negativer Kreislauf aus Ressourcenverschwendung, Produktionsverzögerungen, hohen Investitions- und Folgekosten zeichnet sich ab.

Ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat das Potenzial, diesen Kreislauf zu durchbrechen: Im Technologieprogramm PAiCE entwickelt das Projekt iSLT.NET ein Netzwerk für wiederverwendbare, intelligente Sonderladungsträger. Mithilfe eines standardisierten Baukastensystems wird nicht nur die Wiederverwendbarkeit der Sonderladungsträger garantiert, sondern gleichzeitig die unternehmensübergreifende Nutzung der SLT ermöglicht.

Auf diese Weise kann über zwei SLT-Lebenszyklen eine Kosteneinsparung von bis zu 50 Prozent erreicht werden. Durch den standardisierten, anwenderübergreifenden Ansatz ist es zusätzlich möglich, die Verfügbarkeit neuer Ladungsträger bei Beschädigung oder Verlust der Behälter signifikant zu erhöhen: Während es heute noch zwischen acht und 14 Wochen dauert, bis ein SLT beim Kunden eintrifft, ist es künftig möglich, diesen Prozess in wenigen Arbeitstagen (abhängig vom Innenleben des Ladungsträgers) zu realisieren.

Der ganzheitliche Ansatz des Projekts wird die Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Effizienz von SLT stark erhöhen und stellt in der Branche ein Novum dar: Zwar wurde der modulare Ansatz bereits in kleinen Projekten verfolgt, jedoch bisher nie anwenderübergreifend betrachtet. iSLT.NET stattet die SLT zudem mit einer funkbasierten Technologie aus, wodurch sie jederzeit geortet werden können. Die Sensoren liefern dann zusätzlich Informationen über den Zustand der Behälter. Folgekosten durch Verlust und Neubeschaffung können so erheblich reduziert werden. Durch intelligente und modulare SLT kann somit nicht nur die Umweltbelastung reduziert, sondern auch der Geldbeutel geschont werden. as

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