Schnelllauftore für die Hygieneproduktion von Säuglingsnahrung

Milupa schleust das Milchpulver

Bei der Produktion von Säuglings- und Kleinkindernahrung sowie klinischen Produkten sind strenge Hygienevorschriften einzuhalten, um die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen nicht zu gefährden. Am Werksstandort Fulda produziert die Milupa GmbH jährlich mehr als 40.000 Tonnen Kindernahrung sowie klinische Produkte für den deutschen und internationalen Markt. Dabei legt das Unternehmen, über gesetzliche Anforderungen hinaus, großen Wert auf hygienische Produktionsbedingungen. Komplexe Luftfilteranlagen und Schleusensysteme schützen vor Keimen und schaffen ein optimales Produktionsumfeld. Im Rahmen einer neuen Lagerkonzeption wurden 2011 drei Interlock-Schleusen mit Schnelllauf-Rolltoren des Typs Rapid Food von Albany ausgestattet. Durch diese Schleusen werden täglich knapp 150 mit Milchpulver gefüllte Big Bags mit einem jeweiligen Volumen von 500-1000 kg vom Rohstofflager in die Einschütte transportiert. Dort werden die Säcke entleert und das Milchpulver zur Weiterverarbeitung vorbereitet. Milupa gehört seit 2007 zur Danone-Gruppe und ist der deutsche Marktführer im Bereich Säuglingsmilchnahrungen und Instant-Milchbreie. Das 1983 errichtete Werk in Fulda ist eine der modernsten Produktionsstätten für Säuglings- und Kleinkindernahrung sowie klinische Produkte in Deutschland. An diesem Standort produzieren rund 250 Mitarbeiter unter höchsten Qualitätsauflagen unter anderem die Säuglingsnahrungen Milumil und Aptamil. Diese Produkte basieren auf Milchpulver, das in Big Bags angeliefert wird.

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Von Low Care nach High Care

Ausgefeilte Hygienepraxis: Diese Grundregel ist Bedingung für die Herstellung von Babynahrung bei Milupa und anderen Herstellern. (Fotos: Albany)

Während das Rohstofflager von Milupa als Low Care-Bereich eingestuft ist, erfolgt die Produktion aufgrund der hohen hygienischen Anforderungen im sogenannten High Care-Bereich. Dieser entspricht Hygienezone 1 der Global Food Safety Initiative (GFSI) und erfordert eine spezielle Schutzkleidung der Mitarbeiter, Zugang nur nach Desinfektion der Hände und eine holzfreie Arbeitsumgebung. Um bei der Produktion rund um die Uhr einen kontinuierlichen Materialfluss vom Low Care in den High Care-Bereich zu gewährleisten, setzt Milupa seit 2011 auf ein Interlock-Schleusen-System von Albany. Insgesamt verfügen drei Schleusen über sechs Schnelllauf-Rolltore des Typs Rapid Food mit einer Breite von 3,4 Metern und einer Höhe von 3,5 Metern.

Durchgangsfrequenz erhöht

Vor dem Umbau des Lagers erfolgte der Wechsel zwischen beiden Zonen über einen Umpalettierer, der die Holzpaletten gegen Paletten aus Aluminium ausgetauscht hat. Außerdem war eine Schleuse zwischen den beiden Bereichen vorhanden. Bei diesem System wurde mehr Lagerfläche bei geringerer Durchgangsfrequenz benötigt. Durch die neuen Interlock-Schleusen konnten diese Faktoren optimiert werden. "Wir haben den Durchsatz auf sechs bis sieben Big Bags pro Stunde erhöht und gleichzeitig Lagerfläche gewonnen", sagt Peter Schabel, zuständiger Projektingenieur bei Milupa. Jeder Schleuse ist eine Milchanlage in der Einschütte zugeordnet, in der das Milchpulver zur Weiterverarbeitung vorbereitet wird. Auf Abruf bestücken die Mitarbeiter des Lagers die Schleuse mit den gewünschten Big Bags. Bis zu zwei Säcke finden darin Platz.

Sicheres Interlock-Prinzip

Die Funktionsweise der Schleusen ist einfach und effizient: Per Funkfernbedienung öffnet der Fahrer des Gabelstaplers das Tor. Das zügige Öffnen mit einer Geschwindigkeit bis zu 2,2 Metern pro Sekunde sichert den kontinuierlichen Fortlauf des Produktionsprozesses. Die in den Boden der Halle eingefasste Induktionsschleife erkennt den Gabelstapler und hält das Tor offen. Die auf Paletten gelagerten Big Bags werden dann vom Rohstofflager aus in die Schleuse gefahren. Durch das Interlock-Prinzip kann immer nur eines der beiden Tore geöffnet werden. Der Zugang zum High Care-Bereich ist erst freigegeben, wenn das gegenüberliegende Tor komplett geschlossen ist. Das gewährleistet zusätzliche Hygiene und bietet Sicherheit für die Mitarbeiter des Lagers. Nachdem das Tor mit einer Schließgeschwindigkeit von bis zu einem Meter pro Sekunde geschlossen ist, ist das gegenüberliegende Tor freigegeben. Mit einem Greifer an der Vorderseite des Gabelstaplers nimmt der Fahrer im High Care-Bereich den Big Bag auf und bringt diesen in die Einschütte. Jedes der Tore öffnet und schließt circa 150 Mal am Tag.

Leichte Reinigung

Durch den durchsichtigen Torbehang des Rapid Food aus klarem PVC sind die Schleusen von beiden Seiten einsehbar. Auf den ersten Blick erkennen die Fahrer, ob der angeforderte Big Bag bereits zur Verfügung steht. Die roten vertikalen Gewebezugstreifen signalisieren den Mitarbeitern des Lagers den Wechsel der Zonen von Low Care zu High Care und markieren die strikte Trennung dieser Bereiche. Die Seitenteile des Tores aus Edelstahl erfüllen die strengen Hygieneverordnungen der Nahrungsmittelindustrie, da sie durch ihre glatten Oberflächen ebenso wie der Behang leicht und gründlich zu reinigen sind. Da dieser Tortyp damit den Anforderungen für eine gute Hygienepraxis (GHP) entspricht und auch in das von Milupa umgesetzte HACCP-Konzept passt, hat sich das Unternehmen für diese Lösung von Albany entschieden. Bereits seit Beginn der 1990er Jahre arbeitet der Hersteller von Säuglings- und Kleinkindernahrung mit Albany zusammen. Im Fuldaer Werk setzt er über die Tore der Schleusen hinaus zahlreiche weitere Schnelllauf-Rolltore des Unternehmens ein. bw

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