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Artikel und Hintergründe zum Thema

Automationslösung für Laminat-Herstellung

Eintafeln, austafeln

Für eine Mehretagen-Laminatpresse eines namhaften Herstellers lieferte Getecha die gesamte Materialfluss-Peripherie. Die Komplettlösung deckt alle Prozessstufen von der Beschickung der losen Folienpakete bis zur Entnahme der fertigen Kunststoffplatten ab.

Austafelstation: Die Übernahme der fertigen Verbundplatten mit Hubtisch, Automatikgreifern und schienengeführtem Aufnahmegestell bildet den letzten Prozessabschnitt des Materialflusses rund um die Laminatpresse. (Bild: Getecha)

Die Realisierung einer vollautomatischen Förder- und Handlinganlage für die Produktion dekorativer und technischer Kunststofflaminate stellt hohe Anforderungen an Planer und Ingenieure. Denn sowohl die noch unverpressten Folienpakete als auch die fertigen Verbundplatten müssen zügig und zugleich mit viel Feingefühl durch den Prozess geführt werden, damit sie sich präzise verarbeiten lassen und keinen Schaden nehmen. Diesen Spagat galt es zu bewältigen, als Automatisierungsspezialist Getecha von einem Pressenbauer den Auftrag erhielt, für eine hydraulisch-thermische Sieben-Etagen-Laminatpresse die gesamte Materialfluss-Umgebung bereitzustellen. Die Komplettlösung erstreckt sich über alle Bearbeitungsstufen von der Beschickung der Presse bis hin zum Ausschleusen der Fertigware.

Der automatisierte Prozess startet nach dem Verschlichten – dem manuellen Auflegen mehrerer Folienschichten auf Trägerblechen – und beinhaltet auch die kontinuierliche Bereitstellung der dann wieder freien Bleche nach dem Austafeln – damit ist das Entnehmen der fertigen Laminate gemeint. Die Materialflussanlage stellt sicher, dass die Presse stets mit sieben bestückten Trägerblechen gleichzeitig gefüttert wird, was mit Hilfe eines angetriebenen Beschickgestells und eines Positioniersystems geschieht. Das staulose, sichere Zurückführen aller geleerten Trägerbleche erfolgt über eine übergeordnete Stahlbühne mit Handlingportal, Pufferzonen und automatischen Schiebetüren über den Aufnahme- und Abstellplätzen.

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Konstruktion mit Bühne

Insgesamt befinden sich immer 15 Bleche im Umlauf. Um dabei einen kontinuierlichen Dauerbetrieb zu gewährleisten, entschied sich Getecha für eine Bühnen- und Portallösung, die Aus- und Eintafelplatzüber eine zweite Ebene miteinander verbindet. Diese Konstruktion bot sich deshalb an, weil sich bei einer Hallenhöhe von gerade mal sechs Metern kein lineartechnisches System realisieren ließ, da dessen Y-Achsen für den vertikalen Hub viel mehr Raum nach oben benötigt hätten. Der Einsatz von Scherenhubsystemen schied ebenfalls aus, weil dafür der Platz am Boden zu knapp war. Auf der vier Meter hohen Stahlbühne arbeitet stattdessen eine servomotorisch angetriebene Hubeinheit, die die zur Verfügung stehende Bauhöhe optimal ausnutzt. Diese Spezialentwicklung von Getecha bewegt mit vier Stahlbändern einen Transportgreifer, der die freien Bleche an der Austafelstation abholt, in Pufferzonen zwischenparkt und an der Eintafelstation wieder zuführt. Die Hubeinheit hat redundant ausgelegte Bremssysteme, und Lagemess-Systeme sorgen für den sicheren Betrieb. Aufnahme und Ablage der Trägerbleche über den Stationen erfolgen von oben durch mehrfach gesicherte Automatiktore. Sie öffnen erst, wenn sich kein Bedienpersonal mehr darunter befindet.

Schon bei der Projektierung der Materialflussanlage mussten die Ingenieure produkt- und verfahrenstypische Besonderheiten beachten. Über die sensible Auslegung aller Förder- und Positionierbewegungen hinaus war sicherzustellen, dass die noch unverpressten Folien während des Transports ihre Lage auf dem Trägerblech auf keinen Fall verändern. Ebenso war auszuschließen, dass Folien und Laminate mit Schmierstoffen oder Buntmetallabrieb in Kontakt kommen. Auch die Dimensionierung des Handlingsystems zur Trägerblech-Rückführung war knifflig: Um sicherzustellen, dass sich die leeren Trägerbleche aufgrund ihrer Eigenlast beim Anheben nicht durchbiegen, müssen die Greiferfinger das Blech nicht nur an den Seiten, sondern komplett untergreifen. Nicht zuletzt dürfen an den Ein- und Austafeltischen wegen der Arbeitssicherheit keinerlei Bauteile oder Konturen überstehen.

pb

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