Verpackungsstraße

Lieber trocken

Verpackungskonzept für Luftwäscher
Bis zu 5.000 Kartons werden täglich über die Verpackungsanlage palettiert und gestretcht. (Bild: H+D)
Mit einer automatisierten Verpackungsstrecke reagiert Venta auf die Nachfrage nach Luftwäschern und Raumbefeuchtern für den Haushalthaltbereich.

Die Erkenntnis, dass Raumbefeuchter gerade in trockenen Wintermonaten das Wohn- und Arbeitsklima deutlich verbessern, ist zwar nicht neu, revolutionär ist aber die Technik, mit der dies Venta aus Weingarten erreicht: ein Ventilator verdunstet Wasser, das durch sich langsam rotierende Lamellen immer wieder frisch aus einem Vorratsbehälter geholt wird. Umgekehrt ziehen die trockenen Lamellen Staub- und Schmutzpartikel an, die sich am Boden des Vorratsbehälters absenken. Die Raumluft wird also nicht nur befeuchtet, sondern auch gereinigt, weshalb Venta ihre Produkte auch unter dem Namen Luftwäscher vertreibt.

Die logistischen Anforderungen, die an das Unternehmen gestellt werden, ergeben sich aus der Produktion: Bis zu 5.000 Luftwäscher werden pro Tag produziert. Der Versand erfolgt in der Regel auf Paletten. Je nach Luftwäschertyp und Empfängerland kommen dabei vier verschiedene Palettentypen mit insgesamt 26 Stapelmustern zum Einsatz. Um diese großen Volumina bewältigen zu können, ist eine flexible und hochautomatisierte Endverpackung für die Raumbefeuchter erforderlich. Als Partner konnte Hagenauer+Denk (H+D) für die Lösung gewonnen werden.Zwei Kartonaufrichter falten die jeweils benötigten Luftwäscher-Kartons automatisch auf und stellen diese zum Befüllen bereit. Über Vakuum-Sauger werden dabei die Kartonzuschnitte einem Magazin entnommen, die Bodenlaschen eingefaltet und mit Selbstklebeband verklebt. Die Befüllung der Kartons erfolgt über eine spezielle Mechanik. Sie sorgt für die sichere Einbringung der Luftwäscher in den aufgerichteten Karton. Dabei wird auch das Polstermaterial automatisch zugeführt. Im Anschluss werden die befüllten Kartons über ein InkJet-System mit entsprechenden Produktdaten sowie einem Barcode beschriftet. Zwei Transportstrecken befördern die Luftwäscher von der Produktionhalle zu einem Fünf-Achs-Fanuc-Palettierroboter. Seine Greifereinheit ist so aufgebaut, dass neben fünf verschiedenen Luftwäscherkartons auch Inka-Paletten und Holzpaletten verschiedener Formate sowie zwei Typen von Zwischenlagen verarbeitet werden können. Sämtliche Palettieraufgaben werden dabei mit nur einem Greifersystem ausgeführt.
Die Projektingenieure haben auf ein verwindungssteifes Aluminium-Profilsystem gebaut, das mit mechanischen Greifern und Vakuumsaugern bestückt ist, um die unterschiedlichen Aufgaben zu bewältigen. Das Greifergewicht konnte hierdurch relativ niedrig gehalten werden, was den erzielten Zykluszeiten entgegenkommt. Fertig gestapelte Paletten werden von einem Transferwagen abgeholt und einem vollautomatischen Dreharmwickler zugeführt. Da für Exportpaletten eine wasser- und staubdichte Wicklung erforderlich ist, wurde der Dreharmwickler mit einem automatischen Deckblattaufleger ausgerüstet. Damit wird sichergestellt, dass die einzelnen Luftwäscherkartons auch im Osten Russlands oder in Kanada sauber und trocken den Endkunden erreichen.

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Weiterhin sorgt ein motorisches Folienvordehnsystem für eine optimale Dehnung der Folie und optimiert Folienverbrauch und Palettensicherung. Die Vordehneinheit ist zusätzlich mit einem DMS-Sensor ausgestattet, der Zugunterschiede, die etwa beim Anlegen der Folie um die Palettenkante entstehen, erkennt und im Millisekundenbereich durch entsprechendes Spenden an Folie ausgleicht. Somit kann die Stretchfolie auf bis zu sechs Mikrometer vorgedehnt werden, ohne an scharfen Kanten zu reißen. Da verschiedene Palettentypen und Stapelmuster unterschiedliche Wickelschemata erfordern, wird vor Einlauf der Paletten in den Stretchbereich eine entsprechende Wickelroutine über die SPS angewählt. bw

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