Material Handling

Still-Stapler in Leipziger Stahlgießerei

Als Ursprung des heutigen SHB Stahl- und Hartgusswerks Bösdorf, das seit 1997 als Kooperationsunternehmen der DIHAG Deutsche Gießerei- und Industrie-Holding arbeitet, gilt die Leipziger Firma Max Heller Stahlhandel. Max Heller gründete sein Unternehmen 1884 und erweiterte es bereits 1917 vor den Toren der Stadt Leipzig. Heute gehört SHB zu den modernsten Stahlgießereien in Europa. Zur Produktpalette gehören Stahlgussteile für Bergbau-Ausrüstungen, Baumaschinen, Schienenfahrzeuge, Kraftwerks- und Feuerungsanlagen, Pumpen und Armaturen, Walzwerke und Energieanlagen. Geschäftsführer Dr. Jens Schreiner konkretisiert: "Wir liefern beispielsweise Teile für schwere Tagebaubagger oder Schwerlastkrane, die unter anderem Windenergieanlagen aufstellen. Dies können einzelne Kettenglieder sein, aber auch vollständig montierte Fahrketten. Darüber hinaus gießen und bearbeiten wir unter anderem Bodenplatten und Knotenstücke, die die Zugstangen der Krangerüste verbinden. Sie nehmen erhebliche Zugkräfte auf und müssen daher mit bester Qualität gegossen werden." "Mit unseren beiden Elektrolichtbogenöfen", erläutert Michael Zettl, Assistent der Werksleitung, "erzeugen wir Stahlguss mit den von den Kunden vorgegebenen Eigenschaften. Der energiereiche Lichtbogen bringt den Stahl in der ersten Phase zum Schmelzen, anschließend werden Verunreinigungen im Stahlbad durch das Kochen mit hohem Sauerstoffdruck aus der Schmelze entfernt. In Phase drei setzen wir die werkstoffspezifischen Legierungselemente zu, um die gewünschte Stahlsorte zu erzeugen. Mit Hilfe der sich anschließenden Warmbehandlungsverfahren nehmen wir weiteren Einfluss auf die Werkstoffeigenschaften. Hier legen wir beispielsweise Dehnungseigenschaften oder Oberflächenhärten fest."

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Robuste Stapler im rauen Einsatz

Still-Diesel-Frontstapler RX 70-25

Der gesamte Transport der Gussteile und Verbrauchsmaterialien liegt praktisch auf den Gabeln der Stapler. Sie realisieren den Materialfluss, den die Produktion von 8.500 Tonnen Stahlguss generiert. Das heißt, die Stapler müssen jederzeit einsatzbereit sein, um einerseits störungsfreie Produktionsprozesse zu garantieren und anderseits den pünktlichen Versand der Gusserzeugnisse zu ermöglichen. "Da wir nur auf Bestellung produzieren", erläutert Dr. Schreiner, "müssen wir auch für den pünktlichen Versand geradestehen. Um den gesamten Prozess der Stahlgusserzeugung in Schwung zu halten, müssen die Gabelstapler ständig einsatzbereit sein - und das trotz der großen Hitze sowie der Staub- und Zunderbelastungen durch die Gussteile. Deshalb setzen wir seit langem auf die zuverlässige Technik der Still-Stapler."

Diesel-Gabelstapler schaffen sechs Tonnen

Um Betriebsmittel und Ersatzteile auch in Lagerregale ein- und auslagern zu können, besitzt der zuletzt angeschaffte Still-Stapler RX 70-25 eine Hubhöhe von 3.020 Millimeter. Je nach Hubgerüstausstattung sind bei diesen Staplern Hubhöhen bis 7.780 Millimeter möglich. "Die Zusammenarbeit mit SHB", hebt Dietrich Hertam, Leiter der Still-Werksniederlassung in Leipzig, hervor, "begann schon 1990. Seitdem transportieren Still-Stapler Guss-Stücke und versorgen die Formerei mit Formsand oder Verbrauchsmaterialien, beispielsweise isolierendes Feuerfestmaterial, das den Erstarrungsprozess des flüssigen Stahls in den Formen verzögert. Für den Materialfluss sind inzwischen Diesel-Gabelstapler mit Tragfähigkeiten von 2.500 bis 6.000 sowie Elektro-Stapler mit Tragfähigkeiten von 1.500 bis 5.000 Kilogramm im Einsatz. Zur Flotte in der SHB gehören darüberhinaus Elektro-Wagen vom Typ R 08-12 mit einer Tragfähigkeit von 1.200 Kilogramm sowie Elektro-Hochhubwagen vom Typ EGV 14 mit einer Tragfähigkeit von 1.400 Kilogramm."

Stapler transportieren heißes Eisen

"Still-Stapler", konkretisiert Michael Zettl, "transportieren die Gussstücke zu den jeweiligen Arbeitsstationen, zum Beispiel zum Brennen, wo wir das Gieß- und Speisersystem von Gussstück abtrennen, welches uns zur konturengenauen Erzeugung der Gussstücke hilft, aber keine weitere Funktion hat. Das Speisersystem übernimmt die Aufgabe, die Volumenkontraktion des Stahles bei der Erstarrung durch Materialnachschub zu kompensieren. Wir schmelzen es nach dem Abtrennen wieder ein." Vom Brennen bringen Stapler die Rohgussteile zur Putzerei; nach dem Putzen zum Strahlen beziehungsweise zur Warmbehandlung und danach zum Strahlen. Auf der Strecke zum Strahlen transportieren die Stapler Guss-Stücke mit Temperaturen bis zu 400 Grad Celsius. Erneut rücken Still-Stapler an, um die jetzt sauberen Gussstücke als Halbzeuge zum Versand zu bringen und sie in einem Zwischenlager abzulegen. Entsprechend der Wünsche der Kunden erfolgt nach dem Fertigstrahlen eine mechanische Bearbeitung. Den Transport zu den entsprechenden Werkzeugmaschinen übernehmen erneut Still-Stapler. Sie transportieren die fertig bearbeiteten Guss-Stücke zur Montage beziehungsweise die montierten Fertigprodukte in den Warenausgang.

Motivation zum sicheren Fahren

Genau wie in den Produktionshallen herrscht auch im Warenein- und -ausgang ein reger Staplerverkehr. Dort wird jeder Stapler gebraucht. Während ein Lkw beladen wird, wartet schon der nächste auf seine Abfertigung. Neben der Beladung führen die Stapler auch die Entladearbeiten durch. Hier geht es vor allem um den Umschlag von Betriebsmitteln, Ersatzteilen und Hilfsstoffen. "Darüber hinaus", betont Dr. Jens Schreiner, "wollen wir auch Ausfälle durch vermeidbare außergewöhnliche Belastungen und unsachgemäßem Gebrauch reduzieren. Deshalb integrierte Still zwei zusätzliche Sicherheitsmodule in die beiden zuletzt gelieferten Dieselstapler RX 70-25 und R 70-50." Es handelt sich dabei um das elektronische Zugangs-Kontrollsystem ECS und um einen Stoß-Sensor (Schock-Detektor SHD) der Firma Elokon Sicherheitstechnik. Übersteigt die gemessene Beschleunigung den vorher definierten Wert, kann zum Beispiel das Fahrzeug zum Stillstand gebracht, eine Blitzleuchte eingeschaltet oder die Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeuges reduziert werden.

Elektronisches Zugangssystem erkennt, wer den Stapler fährt

Für das elektronische Zugangs-Kontrollsystem ECS erhält jeder der berechtigten Fahrer eine personengebundene Chipkarte. Den Stapler kann man zwar wie gewohnt starten, aber erst, wenn der Fahrer seine Chipkarte über das elektronische Zugangssystem hält, kann er das Fahrzeug auch bewegen. Über den Transponder in der Chipkarte meldet sich der Fahrer beim elektronischen Zugangs-Kontrollsystem ECS berührungslos an. Dieses ECS-Zugangssystem speichert alle Daten und weiß, wer den Stapler fährt, wann und wie lange der angemeldete Fahrer fährt. Benötigt man noch höhere Sicherheitsanforderungen, lässt sich die Freigabe noch durch eine PIN-Bestätigung erschweren. Bei den benannten Staplern in der SHB sind der Stoß-Sensor und das elektronische Zugangs-Kontrollsystem ECS miteinander verbunden. Bei einem starken Stoß gegen ein Hindernis verhindert das elektronische Zugangs-Kontrollsystem ECS die Weiterfahrt. Gleichzeitig protokolliert das elektronische Zugangs-Kontrollsystem ECS die Daten. Nur eine berechtigte Person, beispielsweise Schicht-, Logistik, Werkstatt- oder Fuhrparkleiter, kann mit Hilfe des Master-Transponders den normalen Betriebszustand wieder herstellen. Besteht die Notwendigkeit, nach einem ausgelösten Schocksignal sofort weiterfahren zu müssen, beispielsweise um weitere Kollisionen zu verhindern, kann der Master-Transponder auch an Bord mitgeführt werden.

Reibungsloser Materialfluss mit zuverlässigen Staplern

"Jedes Stoßereignis, das eine hohe Gewalteinwirkung signalisiert, will man unbedingt vermeiden", betont Staplerfahrer Rolf Hüfner, fügt aber gleichzeitig an, "die Einsicht für diese Maßnahmen ist vorhanden. Wenn nämlich der Stapler nicht einsatzfähig ist, klemmt es im Materialfluss und man ärgert sich, dass man nicht fahren kann. Es will ja niemand zusehen, wenn ein Lkw nicht beladen werden kann, weil der zuständige Stapler repariert werden muss oder die Gabeln verbogen sind. Im täglichen Betrieb hat sich glücklicherweise herausgestellt, dass die Umschlags- und Transportleistungen gleich bleiben, auch wenn wir die Stapler etwas feinfühliger fahren."

Konstruktive Voraussetzungen für den harten Staplereinsatz

Seit Jahren arbeiten verbrauchsarme Still-Diesel-/Treibgasstapler zuverlässig mit Antriebskomponenten der Hybridtechnologie in rauer, feuchter oder staubiger Umgebung. Der Motor treibt einen Drehstromgenerator an. Dieser erzeugt elektrische Energie und versorgt den gekapselten Drehstromfahrmotor. Die Stapler zeichnen sich durch niedrige Betriebskosten aus, zum Beispiel aufgrund der langen Wartungsintervalle sowie einem minimierten Kraftstoffverbrauch. Das kleinste Wartungsintervall beträgt 1.000 Betriebsstunden. Beim RX 70-25 beträgt der Verbrauch an Dieselkraftstoff nur 2,5 Liter in der Stunde, gemessen bei 60 Lastspielen je Stunde nach der aktuellen VDI-Richtlinie 2198. Der geringe Energieverbrauch sowie die Ausstattung mit einem regenerativen Rußpartikelfilter reduzieren die Schadstoffemissionen auf ein Minimum und begründen den umweltfreundlichen Betrieb. pb

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