Heben und Bewegen

Ins Rampenlicht gerückt

Spindelhubgetriebe für Theaterbühnen
Nicht nur alltäglichen Lasten in Industriebetrieben gilt es zu „Heben und Bewegen“. Auch Dinge wie Theaterbühnen müssen sich auf Befehl heben und senken. Für den richtigen Antrieb sorgen hier Spindelhubgetriebe eines österreichischen Spezialisten.

Bei den Bregenzer Festspielen wird ein Abbruchhaus aufgebaut, das in der Vorstellung eine Schiebebühne in verschiedene Positionen befördert. Oder scheinbar aus dem Nichts tauchen ganze Heerscharen von Schauspielern auf. Damit die Zuschauer den hohen technischen Aufwand, der dahinter steckt, nicht sehen, steht dem Technischen Direktor Ing. Mag. Gerd Alfons ein ganzer Stab an Ingenieuren und Handwerkern zur Seite. Alle Einrichtungen müssen trotz der manchmal widrigen Seebühnen-Bedingungen betriebsbereit und ausfallsicher sein. Des Weiteren gilt es hohe Anforderungen bezüglich der Sicherheit zu erfüllen und das knappe Budget nicht zu sprengen.

Bereits bei der Planung und beim Bau müssen die Entwickler die technischen Belange und Wetterbedingungen berücksichtigen. Dabei geht es auch immer wieder ums Fördern und Heben. Hier nun kommt (Antriebs-)Technik pur ins Spiel. Beispielsweise in Form von Spindelhubgetrieben und Hubsystemen der Firma Zimm aus Lustenau in Österreich. Forderungen an die Technik sind beispielsweise eine minimale Geräuschentwicklung, ein ruck- und stoßfreier Hub-/ Senkbetrieb oder die rasche, witterungsbedingte Sicherung hoher Tonnagen.

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Technik überall

Offensichtlich ist das bei den Hubsystemen der Österreicher der Fall, denn bereits bei der Erstellung der Seebühnen- und Festspielhausgebäude im Jahr 1997 wurde ein Dekorationspodium eingebaut, dass ein vierfach Hubsystem mit Hubgetrieben der Baugröße 250 Kilonewton bewegt. Der Hub beträgt 1.790 Millimeter (auf Druck), wobei die Bühne eine statische Belastung von 27 Tonnen und eine dynamische Belastung von 17 Tonnen aushält. Als Antrieb dient ein Drehstrommotor mit 22 Kilowatt Leistung. Diese übertragen die Verbindungswellen auf die vier, mit Kegelradgetrieben versehenen Einheiten. Alle Hubgetriebe sind mit einer überwachten Sicherheitsfangmutter ausgerüstet, so dass das Wartungspersonal die Funktion jederzeit überprüfen kann und im Fall der Fälle die Last sofort zum Stillstand kommt.

Zusätzlich gibt es ein Podium, das auf einer Anlage mit vier Hubgetrieben der Baugröße 50 Kilonewton basiert. Der Hub beträgt hier 3.450 Millimeter (auf Zug) und für die statische Belastung sind zwölf Tonnen beziehungsweise für die dynamischen Belastungen acht Tonnen angegeben. Auch hier besteht das Antriebssystem aus vier Hubeinheiten mit Kegelradgetrieben, Verbindungswellen und einem Motor, der 8,5/12 Kilowatt Leistung hat.

Im Unterschied zu den im Festspielhaus fest installierten Hubsystemen gibt es auch im Bereich der jeweiligen Seebühnen-Ausstattung zahlreiche Einsatzbereiche für die Hubsysteme aus Lustenau. Beispielsweise eine ganze Reihe von unterschiedlichen Hubsystem-Varianten. Etwa für die einzelne oder reihenweise Verstellung von Scheinwerferklappen in den Dekorationen oder für das Verfahren einer 22 Tonnen schweren und 50 Meter langen Brücke. Ing. Mag. Alfons ist zufrieden mit den Leistungen des Partners aus Lustenau. Für die nächste Spielsaison (2005/2006, „Der Troubadour“) werden die Hubgetriebe auch wieder etliche Bühnenbilder sach-, spiel- und termingerecht auf die Beine oder besser auf die Bühne stellen.ma

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