RollerDrives EC300

Flüsterleise ohne Druck

Interroll Roller-Drives EC 300 in Montagefördertechnik für Geschirrspüler
Die Förderanlage in Zapow ist in 260 individuell ansteuerbare Segmente aufgeteilt, die mit 24-Volt-Roller-Drives EC 300 angetrieben werden.
Die innerbetriebliche Fördertechnik ist wesentlicher Effizienzfaktor für die Montage von Geschirrspülmaschinen bei Electrolux – sie muss hochverfügbar ausgelegt sein und die geplante Taktung der Montage ohne Wartezeiten unterstützen. Das gelingt mit Rollenantrieben.

Electrolux hat 2006 im polnischen Zarow Fertigungsanlagen für Geschirrspülmaschinen in Betrieb genommen. Wesentlicher Bestandteil ist die Fördertechnik, die mit staudrucklosen Rollenbahnen ausgelegt wurde. Angetrieben werden sie über Rollen mit integriertem 24-Volt-Motor, die den Anwender durch ihre platzsparende All-in-One-Konstruktion und den leisen Betrieb begeistern. In der Anlage werden zwischen den einzelnen Bearbeitungsstufen angemessen dimensionierte Stauflächen bereitgehalten, um Versorgungspuffer zu schaffen. Sie sind direkt über Fördertechnik ausgelegt, sodass Manpower zwischen den einzelnen Montagebereichen nicht benötigt wird. Insgesamt 260 Fördersegmente wurden hierfür in einem ersten Schritt eingerichtet. Die feine Segmentierung mit dezentraler Ansteuerung ermöglicht es, die bislang übliche kleinste Losgröße von rund 100 Geschirrspülmaschinen auf 20 zu reduzieren. Dank der dadurch gewonnenen größeren Flexibilität sind deutlich mehr „on-demand“ individuelle Kundenwünsche möglich. Auch die Montageplätze selbst sind nahtlos an die Fördertechnik angebunden. Um hier die Fördergeschwindigkeit individuell auf die etwa durch Variantenwechsel auszuführende Tätigkeit anzupassen, ist sie an jedem Montageplatz individuell einstellbar. An speziellen Stationen ist außerdem auch der Reversierbetrieb realisiert, was die entsprechende Ansteuerbarkeit der eingesetzten Antriebstechnik voraussetzt. Zusätzlich sind je nach Arbeitsanforderungen Dreh-, Hub- oder Kippstationen integriert, die das zu montierende Gerät in die ideale Montageposition bringen.

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Antrieb von der Rolle

Konventionell wird ein derartiges innerbetriebliches Supply Chain Management mit kettengetriebenen Staurollenförderern mit Reststaudruck umgesetzt. Diese Form unterstützt die gewünschte Montagetaktung jedoch nicht aktiv und fördert nicht den Durchsatz. Deshalb war ein einfacher passiver Staurollenförderer mit lediglich nachschiebendem Antrieb zu Beginn der Förderstrecke ausgeschlossen. Auch konventionelle, zentrale oder dezentrale Antriebsformen für die Segmente waren nicht gewünscht, denn Drucklufterzeugung beziehungsweise Verteilung ist wegen der aktuellen Energiekosten ineffizient; zudem ist die Anwendung von Druckluft deutlich lauter. Auch die Alternative mit zentral oder dezentral angeflanschten Motoren und Ketten zum Antrieb der passiven Rollen kam nicht in Frage: Sie ist konstruktiv aufwendig, und allein schon durch die Ketten und Zahnräder haben solche Förderer ein höheres Laufgeräusch.

Umgesetzt wurde die Förderanlage deshalb mit Rollen mit integriertem Motor. Sie sind leise, weil sich die Mechanik auf ein Minimum reduziert und wenig Verluste durch zusätzliche Kraftumlenkung entsteht. Auch die Montage der Antriebe ist so leicht wie die Montage einer passiven Rolle – das hat Vorteile bei der initialen Montage und bei Wartungsarbeiten. Auf die passiven Rollen wird die Kraft über Rundriemen übertragen. Durch die zusätzliche PVC-Beschichtung der RollerDrives und passiven Rollen wird die Kraftübertragung zum Fördergut sichergestellt. Gleichzeitig sichert sie den festen Stand bei Montagearbeiten. Ergebnis ist eine leise und effiziente Fördertechnik; das Laufgeräusch liegt bei lediglich 50 dB(A) und ist an der Anlage kaum wahrnehmbar.

Integrierte Regelelektronik

Interroll hat die flexible Fördertechnik mit 24-Volt DC- Roller-Drives EC300 sowie passiven Universalförderrollen der Serie 1700 realisiert. Die RollerDrives mit 50 Millimeter Durchmesser integrieren in der Förderrolle neben dem bürstenlosen Motor und Getriebe auch einen elektronischen Motorregler, der sich direkt an Steuerungen anschließen lässt und der Drehrichtung, Start, Stopp und Drehzahl regelt. Über den zusätzlichen Fehlermeldungsausgang erfolgt die Zustandsmeldung „kein Fehler“ oder „Fehler“, sodass auch Soft-SPS direkt angeschlossen werden können. Alternativ ist der Motor über eine externe Steuereinheit mit achtstufigem Drehcodierschalter für die Geschwindigkeit steuerbar. Die elektronischen Schalter für Start, Stopp sowie Laufrichtungswechsel können bei dieser Lösungsvariante bedarfsgerecht mit Standard-Befehlsgeräten angesteuert werden, was den Gestaltungsspielraum der Maschinen- und Anlagenbauer entsprechend erhöht. Hierfür ist der direkte Anschluss an die Steuerungen ohne weitere externe Elektronik besonders komfortabel.

Die Interroll Roller-Drives EC300 sind speziell für Applikationen mit hohen Geschwindigkeiten und einer Vielzahl von Zyklen entwickelt worden. Der Hersteller sichert 20.000 Betriebsstunden zu. Die hohe Schutzart IP54 ist selbst für feuchte Umgebungsbedingungen hinreichend und schützt die integrierte Elektronik. PR/pb

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