Flurförderzeuge

Standfest

Sicheres Konzept für Hubwagen
Durch den Wachstum der Intralogistik Branche steigt auch der Bedarf an Lagertechnik (lesen Sie hierzu auch unseren Bericht aus der Rubrik „zur Sache“). Ein Hersteller für Hubwagen reagierte und das Ergebnis ist ein Gesamtkonzept mit erstaunlichen Details.

Vor dem Hintergrund spezifischer Kundenwünsche und der erhöhten Nachfrage im Bereich Lagertechnik entschied sich Linde für die Entwicklung eines neuen Fahrzeugs. Der Bereich Material Handling aus Aschaffenburg hatte als Ziel ein innovatives Konzept, das die veränderten Abläufe in der Intralogistik berücksichtigt und hilft, sie zu optimieren.

Jeder Einsatzbereich im Lager hat spezielle Anforderungen, die sich zum Teil sogar widersprechen: für die LKW-Beladung werden schmale Fahrzeuge mit guter Sicht auf die Last, für den Streckentransport eher standfeste Fahrzeuge für hohe Geschwindigkeiten und guter Sicht auf die Fahrstrecke benötigt. Die Lagertechnikspezialisten untersuch­ten für die Entwicklung des neuen Plattform-Hubwagens die einzelnen Anforderungen. In einer Einsatzanalyse bei 75 Kunden aus zwölf verschiedenen Ländern trugen sie sämtliche Ergebnisse zusammen und stellten zusätzlich mit einer Stärken-Schwächen-Analyse die Vor- beziehungsweise Nachteile der verschiedenen, auf dem Markt befindlichen Produkte gegenüber. In dem sich daraus ergebenden Lastenheft standen folgende Punkte als Innovationsziele: Entwicklung des Fahrerarbeitsplatzes als intuitive Einheit zwischen Mensch und Maschine, verbesserte Sicherheit für den Fahrer, höhere Fahrgeschwindigkeit mit höherer Fahrstabilität, einfacher Service und ein flexibles Energiekonzept.

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Auf Bediener zugeschnitten

Als Haupteinsatzgebiete der neuen Plattform-Hubwagen T20SP/AP und T24SP/AP sehen die Entwickler das Be- und Entladen von LKWs, den Streckentransport und das Kommmissionieren. Bei diesen Tätigkeiten ist der Fahrer, je nach Einsatz, zum Teil großen Belastungen ausgesetzt. Beispielsweise bei Rückwärtsfahrten die ihm zu einer verspannten Körperhaltung zwingen. Deshalb wurde ein komplett neuer Arbeitsplatz konstruiert, bei dem der Bediener sich anlehnen kann und in einem Winkel von 45 Grad zur Fahrtrichtung steht. Auf Langstreckenfahrten dreht er entspannt den Kopf und hat so eine gute Rundumsicht auf Strecke und Last. Die erhöhte Konzentration kann zu mehr Sicherheit führen und die entspannte Haltung den Fahrer nicht so schnell ermüden.

Ergänzt wird der Arbeitsplatz durch ein neues Bedienkonzept. Es heißt e-Driver und ist auf die 45 Grad Standposition optimiert. Hier sind alle Fahr- und Hubfunktionen zusammengefasst und lassen sich über die elektrische Servolenkung leicht bedienen. Die passt sich der Fahrgeschwindigkeit an: bei Kurvenfahrten wird automatisch die Geschwindigkeit reduziert. Ein weiteres Sicherheitsmerkmal ist die automatische Null-Stellung des Fahrzeugs beim Loslassen der Deichsel.

Überhaupt der Arbeitsplatz. Bei der durchdachten Konstruktion lassen sich Montagehalter für Klemmbretter, Datenterminals oder Laserscanner an dem Fahrzeug anzubringen. Außerdem erleichtern zweckmäßige Ablagen dem Fahrer das Organisieren seiner Tätigkeiten: große, tiefe und unterteilte Fächer sorgen dafür, dass Cut-Messer, Klebeband oder Kugelschreiber ihren festen Platz haben. Ein digitales, multifunktionales Display informiert den Anwender über alle nötigen Betriebsdaten. Dadurch kann er sich ganz auf seine Aufgabe konzentrieren und wird dabei durch eine hohe Rücken­lehne, die eine komfortable Standposition ermöglich, unterstützt. „Untenrum“ schützt eine sichere Plattform die Füße und die große Fläche sorgt für einen sicheren Stand.

Sicheres Fahren

Für lange Wegstrecken sind hohe Fahrgeschwindigkeiten gut, das Be- und Entladen von LKWs verlangt dagegen ein kraftvolles Anfahren mit hohem Drehmoment. Beide Bedingungen kann der drei kW-Drehstromfahrmotor erfüllen, mit dem die Fahrzeuge ausgestattet sind. Eine Höchstgeschwindigkeit von zehn km/h mit und ohne Last konnten laut den Hubwagenbauern aus Aschaffenburg baugleiche Fahrzeuge im Markt bisher nur schwer erreichen und das bei einer Steigfähigkeit von 13 Prozent mit einer Last von zwei Tonnen. Nach cirka fünf Metern kann das Fahrzeug seine maximale Geschwindigkeit erreichen, was insbesondere bei Warenversand- und Annahmeplätzen von Vorteil ist.

Um die hohe Leistung sicher auf den Boden zu übertragen und bei hohen Geschwindigkeiten genügend Stabilität zu haben, entwickelten die Spezialisten aus Aschaffenburg ein spezielles Fahrkonzept. Dabei ruht die Hauptlast auf dem Antriebsrad. Auf die Weise übertragen sich die Brems- und Beschleunigungskräfte sicher auf die Fahrbahn. Die Konstrukteure dachten sich dazu für die seitlichen Stützräder ein hydraulisches Dämpfungssystem mit Sensorik aus. Auf schiefen Ebenen sperrt ein Neigungssensor die untere Stützrolle und fixiert sie, sodass die Last und das Fahrzeug stabil bleiben. Bei Unebenheiten passen sich die Rollen mit gleich bleibender Stützkraft dem Boden an. Auch in Kurven reagiert die Sensorik entsprechend: Das äußere Stützrad wird gesperrt, kann nicht mehr einfedern und stabilisiert so das Fahrzeug.

Energiespeicher

Die Ergebnisse der Eingangs erwähnten Einsatzanalyse zeigten, dass die Anwender sehr unterschiedliche Anforderungen an die Batteriekapazität stellen. Vom sporadischen Einsatz über zwei bis drei Stunden bis hin zur Doppelschicht reicht das Spektrum. Deshalb steht für die Fahrzeuge eine große Auswahl an Batterien zur Verfügung. Sie reicht von 180 bis 620 Ah. Der leichte Zugang zum Akku ermöglicht einen schnellen Wechsel und Service, der sich aber bei Intervallen von 1.000 Stunden in Grenzen hält. Die gekapselte Steuerung, ein geschlossener Drehstrom-Motor und eine gute Zugänglichkeit durch die eingebaute CAN-BUS-Technologie sorgen bei Bedarf für kurze Reparatur- oder Servicezeiten.

Herbert Kunkel, Leiter Marketing Deutschland im Bereich Material Handling in Aschaffenburg meint zu den Fahrzeugen: „Mit den T 20/24 SP/AP haben wir eine Lösung für viele Marktanforderungen gefunden. Ausgerüstet mit einer festen Standplattform oder der klappbaren Variante, der elektrischen Lenkung, dem e-Driver und dem hydraulischen Dämpfungssystem der seitlichen Stützräder kann das Gefährt viele Aufgaben im Lagerbereich – sei es das Be- und Entladen von LKW, den Streckentransport oder das Kommissionieren von Waren – gut abwickeln“.

Sämtliche Neuerungen erhöhen die Umschlagleistung und Verfügbarkeit der Hubwagen. Eine Reduzierung der Kosten ist die Folge und das wiederum wird nicht nur den Controller in Ihrem Unternehmen erfreuen. (ma)

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