Kunststofffenster

Klare Sache

Langgut-Lagersystem für schnelle Handling-Zyklen bei der Fensterproduktion
Das schnelle Regalbediengerät, das 17 Säge- und Arbeitsstationen mit Material versorgt.
Die individuelle und kontinuierliche Versorgung von Sägestationen im Konfektionier- und Produktionsprozess von Kunststofffenstern sind wesentlich im industriellen Fensterbau. Dabei ist ein vollautomatisches Materialhandling erforderlich.

Seit 1977 entstehen im österreichischen Sarleinsbach Internorm-Kunststofffenster; mit der Zeit wurde daraus das größte Fensterwerk Europas, in dem täglich aus rund 50.000 Einzelteilen 3.000 Fenster- und Sonnenschutzeinheiten entstehen. Die Fertigungsdaten liefern die Handelspartner, die mit spezieller Software die jeweiligen Fenster produktionsgerecht konfigurieren und die Auftragsdaten an den Zentralrechner im Werk übermitteln. Der Rechner wiederum generiert aus den Fertigungs- und Auftragsdaten Einzel- und Sammelaufträge, die schließlich im Mehrschichtbetrieb losweise und versandoptimiert abgearbeitet werden. Um die Performance der Fertigung weiter steigern und effizienter produzieren zu können, hat sich das Unternehmen für ein schnelles Hochregallager entschieden; hier werden Kunststoff- und Aluminiumprofile eingelagert und bevorratet, um dann bedarfsgerecht an den Sägestationen wieder ausgelagert und zugeschnitten zu werden.

Partner für das Langgut-Lagersystem ist Kasto in Achern-Gamshurst. Das Unternehmen für Metallsägetechnik und automatische Langgut-Lagersysteme hat weltweit bereits 1.200 Lagersysteme installiert. Um die Kunden nach Wunsch bedienen zu können, existiert ein Baukastensystem, das individuelle Lösungen für jeden Bedarf ermöglicht. Beim österreichischen Fensterhersteller waren schnelle Handling-Zyklen gefordert, um die Säge- und Arbeitsstationen unterbrechungsfrei beschicken zu können. Zum Einsatz kam das automatische Langgut-Lagersystem Unicompact, das auf dem so genannten Wanderkassetten-Prinzip beruht. Durch die spezielle Anordnung als einseitige Wabe mit hohen Fahrgeschwindigkeiten und zwei Kassetten-Zugvorrichtungen eignet sich das Lager für kurze Kassetten-Bereitstell- und Wechselzeiten. Es bringt die Ware schnell zum Mann und erledigt mit dem Regalbediengerät (RGB) sämtliche Fahr- und Handling-Bewegungen.

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Mit zwei Kassettenplätzen zu je 1.650 Kilogramm Traglast fährt es das Hochregallager mit insgesamt 2.008 Kassetten-Lagerplätzen an. Für zukünftige Produktionssteigerungen kann ein zweites Regalbediengerät nachgerüstet werden. Die Kassetten mit nutzbaren Innenabmessungen 790 mal 700 mal 6.230 Millimeter sind für Traglasten bis 1,5 Tonnen ausgelegt. Das Lagersystem versorgt 17 Säge- und Arbeitsstationen. Pro Stunde stehen zwischen 40 und 50 Material- beziehungsweise Kassettenwechsel an; das RGB muss sich ordentlich sputen, damit keine unproduktiven Wartzeiten entstehen. Deshalb hat es hochdynamische Antriebe, die Fahrgeschwindigkeiten bis 240 Meter pro Minute und Hubgeschwindigkeiten bis 60 Meter pro Minute leisten. Die Säge- und Arbeitsstationen teilen sich in Umlaufstationen, eine Längsstation sowie manuelle Stationen als Greifzone auf. Durch das spezielle Konzept der Greifzonen kann der Mitarbeiter unabhängig vom Regalförderzeug wahlweise auf sechs verschiedene Kassetten zugreifen; sie können am Arbeitsplatz bleiben, bis sie leer sind. Somit lässt sich die Zahl der Zugriffe erhöhen, ohne dass zusätzliche Spiele für das RGB entstehen. Die Bediener haben trotz Kassettenwechsels stets eine oder mehrere Kassetten zum Entnehmen oder Rücklagern von Profilen zur Verfügung. Es versteht sich von selbst, dass Lagertechnik samt Sägemaschinen und Arbeitsstationen in die bei vorhandene EDV-Struktur eingebunden sind. pb

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