Kettensystem VarioFlow S

Keine Krümel in der Tüte!

Empfindliche Laugensnacks sicher transportiert mit Kettenfördersystem VarioFlow S
Am Ende der Linien werden die fünf Kettenfördersysteme auf zwei Packbereiche aufgeteilt; sie transportieren je nach Bedarf verschieden große Salzgebäcktüten an die Endverpackung. (Fotos: Bosch Rexroth)
Salz- und Sesamstangen sind schnell und achtlos weggeknabbert. Ihr Handling bei Produktion und Distribution allerdings erfordert viel Aufmerksamkeit. Denn ihre Form lässt das Ansaugen nicht zu, sie zerbrechen leicht und verursachen eine staubige, salzhaltige Luft in der Produktionshalle. Das Kettenfördersystem VarioFlow S von Rexroth geht sorgsam um mit dem Naschwerk.

Salz- und Sesamstangen sowie Brezeln sind die Spezialitäten des Traditionsunternehmens Pauly in Weimar-Wenkbach bei Marburg – eine Wochenproduktion Salzstangen reicht einmal um den Äquator. Das Handling der leicht zerbrechlichen Ware ist eine Herausforderung an alle Anlagenteile – denn der Kunde wünscht die Snacks unversehrt. Für den sicheren Transport setzt Pauly das Rexroth-Kettenfördersystem VarioFlow S ein – das Gesamtsystem umfasst rund 380 Meter und benötigt trotz dieser Länge nur 22 Antriebe.

Bei Pauly wird täglich aus rund 60 Tonnen Mehl der Teig gemischt, der meterweise durch die Stangen- und Brezelstanzmaschinen läuft. Dann werden die Knabbereien gebacken, geröstet, abgekühlt, mit Salz oder Sesam bestreut, portioniert und in Tüten oder Runddosen abgepackt. Mit dem VarioFlow S gelangen täglich 120.000 Tüten Salz- und Sesamstangen zu den Packstationen, an denen sie entweder sortenrein oder in unterschiedlicher Sortierung zusammen mit Brezeln in Kartons verpackt werden.

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Hoher Qualitätsanspruch im Sinne der Lebensmittelverordnungen, hohe Flexibilität zur schnellen Reaktion auf veränderte Marktanforderungen, die Berücksichtigung der engen Platzverhältnisse und eine rasche Amortisierung waren die wichtigsten Auswahlkriterien für das Rexroth-System. Es überzeugt den Anwender durch Schnelligkeit, Sicherheit und wenig Platzbedarf. Er wählte eine 42 Millimeter hohe Mitnehmerkette und eine Flachplattenkette mit einer einheitlichen Kettenbreite von 100 Millimeter für seine fünf Linien. Der Einsatz des offenen Aluminiumprofils erfüllt die hohen Hygieneanforderungen bei der Gebäckherstellung. Dazu trägt auch die nicht schöpfende Kette bei, die leicht und rückstandsfrei gereinigt werden kann. Die Kette braucht wenig Wartung, die außerdem leicht durchführbar ist, da die Kette ohne Spezialwerkzeug geöffnet und geschlossen werden kann und die Kettenflügel einfach austauschbar sind. Zudem ist das System kurvengängig: Die auf Kugeln gelagerte Kette lässt enge Biegeradien zu – das macht die Strecke mit 90-Grad-Kurven an gegebene Platzverhältnisse anpassbar. Die Kugellager sind im Vergleich zu Kurvenrädern deutlich geringere Staubfänger und reibungsfrei, was die Standzeiten der Kette verlängert.

Zur sicheren Auslegung des Systems nutzte Maschinenbauer Berning, der gleichzeitig Systempartner von Bosch Rexroth ist, die 3D-CAD-Software von Rexroth einschließlich Stücklistenfunktion und Berechnungsprogramm für die benötigte Antriebsleistung. Immerhin sind aus Platzgründen hohe Steigungen nötig, und eine Deckenunterkonstruktion war zur Montage des VarioFlow S erforderlich. Die jeweiligen Belastungen wurden anhand des CAD-Systems getestet, berechnet und berücksichtigt. Der Kettenförderer legt teilweise lange Strecken bis 30 Meter zurück; der Verlauf des Förderers war räumlich visualisiert und der vorhandenen Umgebung angepasst worden.

Pauly setzt fünf bauteilgleiche Linien mit unterschiedlichen Abmessungen und Ausgangshöhen ein. Somit schließt sich an jede der Produktionsmaschinen für das Salz- und Sesamgebäck ein Kettenfördersystem an. Das VarioFlow S wurde linienweise während des laufenden Betriebs aufgebaut und sorgt für den sicheren und gleichmäßigen Transport unterschiedlich großer Tüten bei allen Übergabestellen, Steigungen und Längenabschnitten, so dass die Tüten an den Verpackungsplätzen immer gleich ausgerichtet ankommen. Die fünf unabhängigen Linien sind seitens der Steuerungstechnik einfach zu handhaben und ermöglichen hohe Transparenz und Flexibilität, weil alle relevanten Verpackungen ohne Umrüsten auf allen Linien transportiert werden können. Dank der Steigungen bis 45 Grad und der beachtlichen Streckenlänge gelingt es, die Endverpackung der Snacktüten aus dem eigentlichen Produktionsbereich auszulagern – bei den früheren Insellösungen in der sehr warmen, salzhaltigen und durch die Backöfen staubigen Atmosphäre waren die Packarbeitsplätze viel weniger ergonomisch. Dem Kettenfördersystem unterdessen machen diese widrigen Umgebungsbedingungen nichts aus. Das System ist flexibel und modular aufgebaut – es lässt sich bei späteren Rationalisierungen oder Tests neuer Produkte schnell und mit geringen Investitionen erweitern. PR/pb

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