Hochregalstapler MX-X

Rund um die Uhr Betrieb

Innovative Lagermodernisierung mit autarken Hochregalstaplern
Paletten Ein-/Auslagerung mit Palettenlift und Pufferstrecke für die Einlagerung in erster Ebene.
In Kooperation mit dem Logistikdienstleister DSV hat Still ein neues Highlight für die Automatisierung von Lagern gesetzt. Der Anbieter für intelligente Steuerung der Intralogistik hat den Materialfluss des europäischen Zentrallagers für Kunststoffgranulate von General Electric Plastics überarbeitet und optimiert.

Unter schwierigen Bedingungen, denn der Betrieb des bestehenden Lagers musste uneingeschränkt rund um die Uhr weitergeführt werden. Zugleich wurde der komplette Fußboden der Halle erneuert. Erstmals zum Einsatz kommen im niederländischen Bergen op Zoom an der Oosterschelde Hochregalstapler vom Typ MX-X, die vollautomatisch ohne Fahrer agieren. Das Zusammenspiel zwischen manuell bedienten Frontstaplern, autarken Hochregalstaplern und dem Materialflussmanagementsystem aus Hamburg hat die Abläufe im Großlager für Kunststoffe verbessert und Kosten reduziert; eine Amortisation der Investition war innerhalb von zwei Jahren möglich.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Transport- und Logistikkonzern DSV und Still besteht seit Fertigstellung des ursprünglichen Lagers 1989, das für den vollständig manuellen Betrieb ausgelegt war. Drei Jahre später installierten die Hamburger das erste Staplerleitsystem, dessen Datenübertragung noch über Induktionsschleifen erfolgte. 1995 wurden die zunächst genutzten Schmalgangstapler durch neue Modelle des Typs MX 16 ersetzt. Die Daten des ersten Staplerleitsystems wurden ausgewertet und lieferten wertvolle Hinweise für die Planung des neuen Lagers. Im neuen Layout besteht es aus 24 Gassen mit 107 Metern Länge und insgesamt 25.000 Stellplätzen für Paletten. 18 Gänge sind mit vier Geräten aus Hamburg automatisiert, wobei unabhängig von der gewählten Zoneneinteilung alle Geräte bei entsprechender Materialanforderung in direkt benachbarten Gängen arbeiten können; in den übrigen sechs Gängen werden die Hochregalstapler manuell bedient. Auf diese Weise lassen sich auch nicht konturtreue Paletten einlagern.

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Die Analyse der Vergangenheitsdaten zeigte Spitzenbelastungen während einzelner Tage und Stunden. Deshalb wurde zunächst eine Simulation der Abläufe durchgeführt, um Engpässe zu verhindern. Die Aus- und Einlagerkapazitäten wurden an die Notwendigkeiten angepasst, ebenso die Arbeits- und Pausenzeiten der Mitarbeiter. Sie arbeiten täglich in drei Schichten; Betrieb herrscht durchs gesamte Jahr an sieben Tagen in der Woche. Die Leistung ist mit 67 Paletten pro Stunde in der Auslagerung und 47 Paletten pro Stunde in der Einlagerung dimensioniert. Das neue System läuft in drei Phasen: Die Ausladung der Lkws und die Bereitstellung der Paletten erfolgt mit Frontstaplern. Die Übergabe der Lasten ins Lager geschieht durch eine Station, die zunächst eine Konturenkontrolle vornimmt und danach die Paletten in zwei Ebenen an Verschiebewagen übergibt, wobei für die obere Ebene ein Senkrechtförderer zwischengeschaltet ist. Die Verschiebewagen überstellen die Paletten dann an den Endpunkten der Hochregalgassen an die automatischen MX-X-Stapler. In entsprechend umgekehrter Reihenfolge läuft die Auslagerung in der unteren Ebene; sie hat Priorität, um Kunden einen guten Service zu bieten. Mit diesem Aufbau ist der geforderte maximale Palettendurchsatz von 2.565 Stück pro Tag realisierbar. Die durchgeführte Simulation erbrachte Werte von 1.100 bei der Einlagerung und 1.600 bei der Auslagerung – genügend Spielraum also für zusätzliche und künftige Anforderungen. pb

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