Hebetechnik

Für freie Fahrt

Moderner Hydraulikantrieb für Hubbrücke
Die neue Hubbrücke lässt sich über eine sicherheitsgerichtete Funksteuerung bedienen.
Eine Hubbrücke mit moderner Technik realisierte das Wasser- und Schifffahrtsamt in Meppen: Über die Hase führt eine hydraulisch hebbare Brücke, die auch im angehobenen Zustand von Fußgängern begehbar ist. Den hydraulischen Antrieb lieferte Büter Hebetechnik.


Die neue Hubbrücke ersetzt ein vorhandenes Bauwerk, das schon 1947 gebaut wurde und die beiden Ufer der Hase miteinander verbindet. Ein Hubwerk ist hier erforderlich, weil die Hase in ihrem Unterlauf die Verbindung zwischen der Ems und dem Dortmund-Ems-Kanal darstellt: eine Wasserstraße, die unter anderem das östliche Ruhrgebiet mit der Nordsee verbindet und regelmäßig von Großmotorgüterschiffen befahren wird. Diese Verbindung soll auch bei Hochwasser sichergestellt sein.

Zu den Anforderungen an den Neubau gehörten kürzere Wartezeiten für Fußgänger und Autofahrer, ein servicefreundlicher, kostengünstiger Betrieb und die Möglichkeit der Fernbedienung durch die Fernbedienzentrale Meppen. Die Brücke wurde im November 2007 eingeweiht und fügt sich architektonisch ins Stadtbild. In die neuen Hubtürme, die jetzt zweiseitig verglast sind, wurden Hydraulikantriebe installiert; sie sind wartungsfreundlicher als der alte Gegengewichtsantrieb mit Kettengliedern. Die Hubhydraulik besteht aus vier Hydraulikzylindern mit einer Einbaulänge von 4.800 Millimetern und einem Kolbendurchmesser von 250 Millimeter. Ihr maximaler Hub beträgt 3.200 Millimeter. Angetrieben werden die Zylinder von zwei Hydraulikaggregaten mit verstellbaren Axialkolbenpumpen von je 55 Kilowatt Leistung, die einen Druck von 250 bar erzeugen. Die Zylinderaufnahmen sind – ebenso wie die gesamte hydraulische Installation – in Edelstahl ausgeführt.
Wenn sich ein Schiff nähert, startet der Hubvorgang. Während des Hebens wird die gesamte Brücke sowohl in Längs- als auch in Querrichtung mechanisch in Rollen geführt. Eine Brückenseite fungiert als Festlager, die andere Seite ist als Loslager ausgeführt. Die Hubzylinder sind gelenkig an den Hubarmen der Brücke angeschlossen, so dass sie ohne Zwangskräfte Führungsspiel aufnehmen können. Wenn sich die Hubbrücke in Hochstellung befindet, verriegeln vier elektromechanische Verriegelungseinheiten die 380 Tonnen schwere Brückenkonstruktion. Die Zeit für einen Hub- und einen Absenkvorgang beträgt bei der Hubhöhe von 3,07 Meter jeweils 90 Sekunden. Fußgänger und Radfahrer müssen nicht warten: Sie können die Brücke auch in angehobenem Zustand über eine Treppe mit Fahrradrinne überqueren. Befindet sich die Brücke in Verkehrslage, können Treppe und Podeste als Aussichtspunkte benutzt werden. In diesem Zustand liegt die Hubbrücke auf den vier Brückenauflagern und wird zusätzlich in Querrichtung zentriert. Durch Elastomer-Auflager und zusätzliche Dämpfungspuffer geschieht das Auflegen des Bauwerkes sehr weich.

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Die vier Hubzylinder werden von einem Wegmesssystem überwacht und im Gleichlauf geregelt. Sie sind in die Gesamtsteuerung integriert, die eine Sicherheits-SPS übernimmt. Wenn die Sensorik einen Ungleichlauf von mehr als 30 Millimeter zwischen den einzelnen Hubzylindern detektiert, veranlasst die SPS automatisch eine Zwangsabschaltung. Zu den Anforderungen, die der Betreiber an die neue Hubbrücke stellte, gehört die optionale Bedienung über eine sicherheitsgerichtete Vor-Ort-Funksteuerung und die Fernbedienung von der Fernbedienzentrale Meppen aus, über die schon zwei Schleusen gesteuert werden. Büter lieferte hier nicht nur die komplette Hubhydraulik einschließlich der beiden zentralen Hydraulikaggregate, Hubzylinder und hydraulischer Gleichlaufsteuerung, sondern auch die gesamte Maschinentechnik zur Führung und Positionierung der Hubbrücke in den Endlagen. PR/pb

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