Material Handling

Kiste aus dem Baukasten

Seit 1995 entwickelt und produziert Schoeller Arca Systems faltbare Großladungsträger (GLT) aus Kunststoff. Der bisherige Behältertyp Magnum Classic mit den Abmessungen 1200 x 1000 x 975 Millimeter (L x B x H) ist der europäische Odette-Standardbehälter in der Automobilindustrie. Bisher sind fast 1,5 Millionen faltbare GLT von Schoeller Arca Systems vorwiegend in dieser Branche im Einsatz. Kunststoffverpackungslösungen wie die faltbaren Großladungsträger sind ein wesentlicher Bestandteil der Supply Chain. Durch ihren langlebigen Mehrwegeinsatz und das reduzierte Volumen der zusammengefalteten Behälter beim Leertransport ermöglichen sie erhebliche Kosteneinsparungen. Auf die gestiegenen Anforderungen an faltbare GLT reagiert Schoeller Arca Systems jetzt mit einem neuen System ¿ dem Magnum Optimum. Dieser neue Magnum-GLT reduziert mittels einer durchgängigen, mehrjährigen Nutzung in der Supply Chain deutlich die Kosten. Um das zu verwirklichen, hat Schoeller Arca Systems einen variablen und stabilen GLT im Baukastensystem mit vielen Nutzungsmöglichkeiten entwickelt. "Der Magnum Optimum wird die Supply Chain in der Automobil-, Haushaltsgeräte-und Lebensmittelindustrie sowie im Retail revolutionieren", prophezeit Hans-Joachim Wiedmann, Geschäftsführer von Schoeller.

Base und Seitenwänden: eine kompatible Einheit

Eine 1.200 x 1.000 mm große ISO-Palette ist Basis für verschiedene Varianten an Großladungsträgern, die selbst zusammengestellt werden können. (Fotos: Schoeller Arca Systems)

Als Einstieg in das Baukastensystem dient die sogenannte Base. Diese bildet mit dem ISO-Palettenmaß 1200 x 1.000 Millimeter die Plattform für unterschiedlich hohe Seitenwände, die werkzeuglos aufgesetzt werden können. Anwender aller Branchen bekommen ein umfassend einsetzbares Großladungsträgersystem für Schütt- und Setzgut. Je nach Füllgrad, Produktabmessung und Nutzlast lassen sich Behälterhöhen von 750, 870, 975 oder 1.000 Millimeter realisieren. Darüber hinaus können die Behälterwände mit einem 105 oder 225 Millimeter hohen Rahmen ¿ der Dunage Base ¿ bis auf 1200 Millimeter erhöht werden. Für die Seitenwandhöhen 750 und 870 Millimeter gibt es eine Lösung mit Schiebetür. Das Klapptür-Modell ist für die Seitenwandhöhen 975 und 1.000 Millimeter im Programm.

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Robuste glatte Seitenwände

Das System ist gegenüber allen bisherigen GLT leichter, robuster und bietet mehr Lade- und Nutzvolumen. Die Wandstärke ist im Vergleich zum Modell Classic von 40 auf 30 Milimeter verringert worden. Die Seitenwände und Türen des Magnum Optimum sind verschweißt, die Verbindung der Seitenwände zueinander noch stabiler. Der Behälter ist folglich robuster. "Ein einzelner Behälter kann sogar mehr als 500 Kilogramm Nutzlast aufnehmen", betont Product Design Manager Reinhard Lorenz. Entscheidend dabei ist die Lastverteilung. Werden Stückgüter in Trays transportiert, steigt das mögliche Ladevolumen auf bis zu 1.000 Kilogramm. Diese dünneren, aber stabileren Seitenwände geben dem Transportbehälter ein größeres Innenvolumen. In der Höhe 975 Millimeter nimmt er 65 Liter mehr Ladung auf als die Version Classic, das macht ein Plus von acht Prozent. Die Innen- und Außenwände des Kunststoffbehälters sind weitgehend rippenfrei. Dadurch sammelt sich auf dem zusammengefalteten Container bei Außenlagerung kaum Wasser an. "Dieser neue GLT ist ein hygienischer, leicht zu reinigender Behälter", erklärt Lorenz. Denn weniger Rippen bedeuten auch weniger Verschmutzung und geringere Reinigungskosten. Auf den glatten Wänden können Logos, Beschriftungen und Labels besser angebracht werden. Kunden haben somit die Möglichkeit, verschiedene GLT-Produkt- und LOG-Informationen individuell zu kennzeichnen.

Geringerer Platzbedarf beim Leertransport

Der Magnum Optimum bietet mehr Ladevolumen und ist zusammengefaltet dennoch flacher als alle herkömmlichen GLT. Dafür sorgen neben den dünneren Seitenwänden auch bewegliche Scharnierpunkte. Statt bisher 210 passen jetzt beim Rücktransport 300 zusammengelegte Behälter in der Höhe 975 Millimeter auf einen Jumbo-LKW. Das entspricht einer Zunahme von 30 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Das bedeutet:Die Frachtkosten verringern sich. Bei herkömmlichen GLT sind die Seitenwände nur nach einer bestimmten Reihenfolge zusammenzufalten. Im Gegensatz dazu bietet die neue Lösung das Prinzip des 'non sequential folding' ¿ die Seitenwände können in beliebiger Reihenfolge zusammen gefaltet werden. Das spart Arbeitsaufwand und Zeit. Die beweglichen Scharnierpunkte vereinfachen das Handling beim Austausch der Seitenwände. Werkzeug wird dazu nicht benötigt. "Auch die Türen lassen sich leichter öffnen", sagt Wiedmann. Dafür sorgt ein schnell einrastender Verschluss. Das Innere ist dadurch bequem zugänglich, auch für Arbeiten, die mit Handschuhen ausgeführt werden.

Verschiedene Füße und ein variables Innenleben

Im Baukastensystem sind unterschiedliche Fußkonstruktionen erhältlich. Schoeller Arca Systems bietet Fußkonstruktionen mit vier oder sechs Füßen sowie zwei verschiedene Kufenvarianten an: Dies sind entweder zwei parallel verlaufende seitliche Kufen oder umlaufende Kufen. Statt der bisher nur einmal verwendbaren 'Click in'-Kufen hat Schoeller die Kufen und Füße des Optimum-Systems mit einer Bajonettkonstruktion ausgestattet. Vorteil: Füße und Kufen lassen sich schneller und ohne Beschädigungen wechseln und sind somit später wieder einsetzbar. Die Innenwände können Zwischenplatten oder textile Einhängungen aufnehmen. Wurden Stückgüter in Trays transportiert, dient die Dunage Base als Stauraum für den leeren Tray-Rückversand. Dazu werden die Trays einfach flach auf die Base gelegt und die Wände darüber gefaltet. Zum Abdecken des Behälters und zum Schutz der transportierten Waren bietet Schoeller zurzeit zwei unterschiedliche Deckelvarianten an: eine Abdeckplatte zum festen Verschließen und einen Staubschutzdeckel. Der Optimum ist mit dem Vorgängermodel Classic sowie zahlreichen anderen Großladungsträgern kompatibel. Das neue System geht über die Anforderungen der Automobilproduzenten, ihrer Zulieferer, der Haushaltsgerätehersteller, der Lebensmittelindustrie und des Retail hinaus. Lorenz: "Durch die alternativen Gestaltungsmöglichkeiten mit den kompatiblen Elementen lassen sich die Logistikkosten nachhaltig reduzieren." bw

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