FTS

Schwabenpfeil

FTS bei Herstellung von Dosierpumpsystemen
Im Erdgeschoss versorgen zwei Fahrzeuge das AKL, den Wareneingang und die Montage.
Bei Aero Pump, Hersteller von Dosier- und Zerstäuberpumpen, übernehmen drei fahrerlose Fahrzeuge den innerbetrieblichen Transport für das Produzieren der kleinen und feinen Produkte.

Nasensprays, Cremes für die Körperpflege oder Pflegemittel für das Auto finden sich in jedem Haushalt. Zur Entnahme des Behälterinhalts dienen Zerstäuberpumpen und Dosiersysteme, die beim Drücken auf den Pumpenkopf eine genau festgelegte Menge des Stoffes – meist in flüssigem Zustand – abgeben. Ein erfahrenes Unternehmen bei der Entwicklung und Herstellung von Dosier- und Zerstäuberpumpen ist Aero Pump. In Hochheim am Main wurde ein Baukastensystem entwickelt, mit dem sich Pumpen mit unterschiedlichen Verschlussarten und Dosiervarianten für verschiedene Applikationen herstellen lassen. Um die Produktionskapazität zu optimieren und die Fertigungstiefe zu steigern, hat Aero Pump 2001 ein Werk in Hochheim gebaut und dort alle Aktivitäten gebündelt. Produziert werden heute mit rund 180 Mitarbeitern rund 125 Millionen Pumpsysyteme.

Bei den Planungen für das neue Werk sollte vieles, was sich bewährt hatte, erhalten werden, etwa das Automatische Kleinteilelager (AKL). Da aber die Lagerbeschickung – und auch die anderen Materialtransporte – manuell und folglich zeitaufwändig, personalintensiv und damit sicherheitskritisch abliefen, wurden verschiedene Automatisierungslösungen untersucht. Das Unternehmen entschied sich für ein Fahrerloses Transportsystem (FTS) von MLR, das sich in die IT-Welt von Aero Pump einbinden lässt. Die schwäbischen FTS-Spezialisten installierten ein System mit drei Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) der Baureihe Caesar F-0,3 Mr. Sie transportieren Kunststoffbehälter mit klappbaren Deckeln. Ein mit Teilen befüllter Behälter wiegt maximal 30 Kilogramm. Aufgabe der dank Magnetnavigation frei fahrenden Fahrzeuge ist es, die drei Produktionsbereiche Wareneingang, Spritzgussfertigung und Montage zu versorgen. Die Geräte fahren auf zwei Geschossen: Die zwei Fahrzeuge im Erdgeschoss versorgen über das zweigassige AKL, dessen Verwaltung nach dem First-in-first-out-Prinzip abläuft, den Wareneingang und die Montage mit leeren respektive befüllten Behältern.

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Auch die Rücklieferung von Restmengen in das AKL gehört zu ihren Aufgaben. So können 600 bis 800 Behälter täglich im Erdgeschoss transportiert werden. Das dritte Fahrzeug im Untergeschoss übernimmt die An- und Ablieferung für die Spritzgussfertigung: 400 bis 500 Behälter pro Tag. Auf jedem Fahrzeug sind zwei Bandförderer aufgebaut, von denen jeder zwei Stapel à zwei Behälter aufnehmen kann. Das ergibt bei acht Behältern eine Gesamtlast von 240 Kilogramm. Bei Aero Pump muss auch kommissioniert werden. Die Kommissionierplätze verfügen an den Übergabestationen über jeweils eine eigene Ein- und Ausschleusbahn. Bei den automatischen Fahrzeugen handelt es sich um Dreiradfahrzeuge. Am Vorderrad befindet sich der Radnabenantrieb, die beiden hinteren Räder sind Lasträder, die für die Magnetnavigation mit einer Messeinrichtung versehen sind. Dank des 24-Volt-AC-Antriebs mit 60 Kilowatt Leistung erreichen die FTF Fahrgeschwindigkeiten bis 1,5 Meter pro Sekunde. Gespeist wird der Motor von einer NiCd-Batterie mit 24V/100Ah, die automatisch im Fahrzeug geladen wird.
Gesteuert wird die gesamte Anlage mit dem Leitsystem Logos-FTS. Dabei übermittelt ein übergeordneter Materialflussrechner die Transportaufträge an den Leitrechner, und dieser beauftragt seinerseits die Fahrzeuge. Die Batterieladestationen, zehn Brandschutztore und ein Schnelllauftor sind ebenfalls an die Leitsteuerung angebunden. Die Kommunikation zu den Fahrzeugen erfolgt via WLAN. bw

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