Flurförderzeuge

Zwei Marken unter einem Dach

Atlet und Nissan nutzen Synergieeffekte
Auf Grundlage von sechs Basis-Chassis baut Atlet hunderte verschiedene Geräte und kommt für das gesamte Produktprogramm mit 3.000 Ersatzteilen aus.
Der Flurförderzeughersteller Atlet blickt in diesem Jahr auf seine 50-jährige Firmengeschichte zurück. Das Unternehmen, das im September 2007 zu hundert Prozent an Nissan verkauft wurde, hat sich im Jubiläumsjahr viel vorgenommen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz am Firmenhauptsitz in Mölnlycke, Schweden, erläuterten Keiji Ikeda, seit Oktober 2007 CEO der Atlet AB, und Market Director Karl-Johan Sandesjö, wie sich das Unternehmen nach der Übernahme positioniert sieht und welche Aktivitäten für 2008 geplant sind. Nissan Forklift Europe B.V., die Atlet gekauft hat, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Nissan Motor’s Co. Ltd. und Teil des Bereichs Nissan Motor’s Industriemaschinen. Der Bereich Industriemaschinen produziert Lagertechnikgeräte und feierte 2007 sein 50-jähriges Bestehen.

Marktanteil soll sich verdoppeln

Nach dem Motto „Getrennt marschieren, vereint schlagen“ wollen die beiden Unternehmen jeweils selbständig am Markt operieren, aber gegenseitig vom Technologie- und Wissenstransfer profitieren. Außerdem sollen durch den gemeinsamen Einkauf Kosten gesenkt werden. Die Unternehmen erzielen mit einer Jahresproduktion von insgesamt über 36.500 Einheiten jährlich einen Umsatz von 858 Millionen Euro. Die Jahresproduktion von Atlet betrug 2007 rund 7.500 Einheiten und soll in 2008 auf etwa 8.400 Einheiten steigen. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen begann 2002 mit einem Auftrag zur Fertigung von Lagerhaus-Ausrüstungen für Nissan Forklift. Bis 2010 strebt Atlet einen Marktanteil von vier Prozent an.

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Die Marktposition von Atlet gemeinsam zu stärken, die Identität der Marke berücksichtigen und die beiden Marken mit einem eigenverantwortlichen Management am Markt operieren zu lassen, ist nach Keiji Ikeda erklärtes Ziel. Nissan habe bereits mit der 1999 mit Renault eingegangenen Allianz gute Erfahrungen mit einem europäischen Partner gemacht, die man nun auf Atlet übertragen wolle. Karl-Johan Sandesjö: „Durch die Bildung von Cross-Company-Teams wollen wir Synergieeffekte erzielen und mit Nissans Know-how aus der Automotive-Branche sowie den Bereichen Einkauf und Administration für erhöhte Qualität, Effizienz und Lieferzuverlässigkeit sorgen.“ In Mölnlycke wird Ende des Jahres ein neuer Schweißroboter installiert, bis 2009/2010 das Produktionsgebäude erweitert und eine neue Fertigungsstraße gebaut. Außerdem sind neue Geräte in der Pipeline, deren Produktionsstart Ende 2009 sein soll.

Direktvertrieb wird ausgebaut

Nach den Worten von Bobby Berger, Geschäftsführer der deutschen Firma Atlet Flurförderzeuge wird sich die Marktstrategie für Deutschland nicht ändern. Die deutsche Führungsmannschaft sei zum Jahresende komplett umgebaut und neue Positionen zur stärkeren Fokussierung auf den Kunden geschaffen worden. Zu 75 Prozent werden die Geräte im Direktvertrieb vermarktet, zu 25 Prozent von Händlern. Das derzeit aus 15 Verkäufern bestehende Netz soll in den Ballungsgebieten weiter verstärkt werden, das Händlernetz bei 20 unverändert bleiben. Dass sich Händler und Direktvertrieb in die Quere kommen, schließt Berger aus. So hätten die Händler ihre eigenen Kunden und würde der Direktvertrieb aus Oberhausen die Händler eher noch unterstützen. Im abgelaufenen Jahr konnte Atlet in Deutschland einen Umsatzzuwachs von 20 Prozent verbuchen, weitere Wachstumsmöglichkeiten sieht Berger im Bereich der Frontstapler, die sowohl unter Nissan als auch unter der Marke Atlet und umgekehrt verkauft werden.

Auf der diesjährigen Cemat stellt Atlet nicht aus und hat stattdessen auf der Logimat die neu entwickelte, im Internet abrufbare „Virtuelle Messe“ präsentiert. Alle Geräte sind auf diesem Online-Messestand in einer animierten Version ausgestellt. Julia, die virtuelle Hostess, führt den Interessenten via Bildschirm durch das Programm des schwedischen Flurförderzeugherstellers und gibt ihm gleichzeitig alle wichtigen Informationen über das umfassende Angebot zum Be- und Entladen, Stapeln sowie Kommissionieren. Als Planungstool gibt es außerdem den Logistic Analyser ALA. Ute Pöhl

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