Flurförderzeuge

Schlepper für alle Fälle

Reibungsloser Umschlag von Sperrgut
Stationäre Hochfrequenz-Batterielade- stationen
Mit der Übergabe des Luftfrachtdrehkreuzes am Hub Leipzig öffnete sich für Expressgüter aus der Mitte Europas das Tor zur Welt. Flurförderzeuge von Still transportieren nicht nur Sperriges.

In jeder Nachtschicht werden rund 1.500 Tonnen Fracht aus den Flugzeugen entladen, sortiert und wieder verladen. Die Flugpläne müssen akribisch eingehalten werden. Die Flugzeugcontainer erhalten deshalb minutengenaue Schließzeiten. Nur so lässt sich eine pünktliche Verladung sichern. Im Sortierprozess von nicht bandfähigen Expresssendungen sind Flurförderzeuge eingesetzt, die ihre Arbeit in diesem engen Zeitfenster zuverlässig erledigen. DHL definiert nicht bandfähige Sendungen mit einer Masse von mehr als 31,5 Kilogramm sowie einer Größe über 700 mal 700 mal 1.200 Millimeter. Insgesamt setzt DHL in Leipzig für seine Intralogistik rund 100 Flurförderzeuge von Still ein: Elektro-Frontstapler, Dieselstapler, Schlepper sowie Nieder- und Hochhubwagen. Die Fahrzeuge werden technisch betreut und gewartet durch Fachleute in der Flughafenwerkstatt.

Flurförderzeuge transportieren die entladenen Air-Container auf Dollys zum DHL-Warehouse. Die Dollys sind mit Rollenbahnen ausgerüstet, so dass die mehrere Tonnen schweren Air-Container mühelos auf die mit Kugelrollen ausgestatteten Übergabestationen gezogen werden. Als Zugfahrzeuge der Dollys auf dem Vorfeld sind vier Elektro-Fahrersitz-Schlepper R 07-25 von Still eingesetzt. Die kompakten und wendigen Schlepper können Anhängelasten von 25.000 Kilogramm bewegen. Sie sind 3.045 Millimeter lang und 1.300 Millimeter breit. Der Wenderadius von 2.825 Millimeter lässt sie auf kleinster Fläche manövrieren. Mit Air-Containern beladen, kommen sie mit einer Geschwindigkeit bis 30 Kilometer in der Stunde zum DHL-Warehouse und zurück. Mit der Kapazität der 80-Volt-Batterie von 460 Amperestunden fahren die Schlepper ausdauernd durch die nächtliche Schicht. Darüber hinaus arbeiten auf dem Vorfeld auch vier Still-Fahrzeuge R 70-70. Die Diesel-Stapler entladen die Dollys vor dem Warehouse.

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Im Erdgeschoss des DHL-Warehouses befinden sich etwa 260 Be- und Entladeplätze für Air-Container. Bandfähige Sendungen gelangen auf die Sortieranlage; die Hauptsortieranlage bietet eine Leistung von 60.000 Paketen pro Stunde. In durchschnittlich sieben Minuten gelangt eine Sendung von der Aufgabe auf die Sortieranlage bis zum Beladeplatz des Air-Containers, der die Sendung ans ausgewiesene Ziel bringt. Die vollautomatische Flyersortier-Anlage sortiert in der gleichen Zeit 36.000 Dokumente. Der Transport des ankommenden Sperrguts zum deklarierten Air-Container geschieht mit Schlepperfahrzeugen und Anhängern. Auch dieser Umschlag ist so organisiert, dass jegliches Sperrgut pünktlich vor der festgelegten Schließzeit den Air-Container erreicht. Für diese exakten Transporte sorgen sowohl das intelligente Datenhandling als auch die zuverlässig arbeitenden Flurförderzeuge, die geschultes DHL-Personal bedient.

Am entsprechenden Beladeplatz erfolgt noch einmal ein Kontrollscan, ob die Sendung tatsächlich diesem Container zugeführt werden soll. Mit diesem Abgleich von Container und Sendung erfolgt zugleich die Kontrolle, mit der Fehler vermieden werden. Den Transport zwischen den Be- und Entladestationen übernehmen Dollys, die von Elektro-Fahrersitz-Schlepper des Typs Still R 06-06 gezogen werden. 23 Fahrzeuge dieses Typs arbeiten im Express-Hub Leipzig. Sie ziehen außerdem Postwagen von der Flyersortier-Anlage zur ausgewiesenen Beladestation und zurück. Die Schlepper R06-06 befördern Anhängelasten bis 6.000 Kilogramm mit einer Geschwindigkeit von maximal sieben Stundenkilometern. Sie sind 1.730 Millimeter lang, 996 Millimeter breit und damit sehr kompakt. Der Wendekreis des Dreiradfahrzeugs von 1.650 Millimeter unterstreicht auch hier die gute Manövrierfähigkeit auf kleinster Fläche. Ausgestattet mit einer 48-Volt-Batterie, die eine Kapazität von 375 Amperestunden hat, arbeiten die R06-06-Schlepper durch die lange Nachtschicht - einschließlich einer soliden Reserve. Die Schlepper sind mit einer Sonderkupplung ausgerüstet. Ein Sensor erkennt angekuppelte Anhänger und begrenzt die Maximalgeschwindigkeit dann im Schleppbetrieb auf sechs Stundenkilometer.
Für den Umschlag von Sperrgut setzt DHL 51 Elektro-Frontstapler RX 20-18P/h und fünf Stapler vom Typ RX 60-25L ein. Sie transportieren das Sperrgut von und zu den Air-Containern. Zusätzlich transportieren die Stapler palettiertes Gut, das beispielsweise per LKW zum Express-Hub angeliefert wird. Sämtliche Elektro-Frontstapler auf dem Hub Leipzig sind mit einem Zinkenverstellgerät sowie mit einer integrierten Seitenschubeinrichtung ausgestattet. Damit kann der Fahrer die Ware präzise im Air-Container ablegen, ohne ihn neu anfahren zu müssen. An den Zinkenverstellgeräten aller Frontstapler befinden sich Sondergabelzinken. Sie ermöglichen es, das Verladegut tief in den Air-Container hineinzubringen und präzise abzusetzen.

Mit den Elektro-Frontstaplern hat der Hub Leipzig zuverlässig arbeitende und bequem zu bedienende Flurförderzeuge. Die Elektro-Frontstapler beider Baureihen arbeiten mit sparsamen und leisen Drehstromantrieben, die direkt auf die Vorderräder wirken. Von besonderem Nutzen für den Anwender ist dabei die konstant kräftige Leistungsentfaltung aus dem Stand bis zur Höchstgeschwindigkeit. Zur Minimierung des Flotten-Energieverbrauchs sind für jede Umschlagsaufgabe passende Frontstapler vorhanden. Die Frontstapler RX 20-18 P/h haben eine Tragfähigkeit von 1.800 Kilogramm, bezogen auf einen Lastschwerpunkt bei 500 Millimeter. Die Frontstapler beziehen ihre Energie aus einer leistungsgesteigerten 48-Volt-Batterie mit einer Kapazität von 775 Amperestunden. Gleiches gilt für die Elektrostapler RX 60-25. Sie haben eine Tragfähigkeit von 2.500 Kilogramm. In diesen Fahrzeugen wird der Drehstromantrieb aus einer 80-Volt-Batterie gespeist mit einer Kapazität von 775 Amperestunden.

Die Elektrostapler sind durch den seitlichen Batteriewechsel sehr anwenderfreundlich. Er ermöglicht es, die Batterien mit Gabelhubwagen zu wechseln. Diese praktische Einrichtung reduziert den technischen und zeitlichen Aufwand. Darüber hinaus erhöht sich die Sicherheit, weil Verletzungs- und Beschädigungsgefahren im Vergleich zum Batteriewechsel per Kran ausgeschlossen sind.

Auch Fahrzeuge aus dem Lagertechnikbereich erledigen spezielle Aufgaben in Leipzig: Vier Elektro-Niederhubwagen EXU 20 AC übernehmen Palettentransporte. Weitere vier Elektro-Sitz-Niederhubwagen EFU 3000 mit 2,40 Meter langen Gabelzinken sind für die Leergutrückführung eingesetzt. Ein Elektrohochhubwagen EGV 14 arbeitet im Ersatzteillager der Instandhaltung. PR/pb

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