Heben und Bewegen

An die Kette, fertig, los

Energiezuführungs-System im harten Einsatz
Im rauen Umfeld der Betonverarbeitung bei Kemmler leisten seit vielen Jahren die Energiezuführungsketten von Igus ihren Dienst. Nach mehr als zwölf Jahren nahezu fehlerfreien Betriebs wird nun die Energiezufuhr in der Rohrfertigung runderneuert. Komplett vormontierte Systeme halten dabei die Installationszeiten kurz und vermeiden einen längeren Produktionsausfall.

Seit über hundert Jahren fertigt Beton Kemmler Rohre und Betonfertigteile für den Tiefbau. Das Hauptgeschäftsfeld hat sich inzwischen auf die Herstellung von großformatigen Fertigteilen nach Maß für den Haus- und Garagenbau verlagert. Allein 250 Varianten von Fertiggaragen sind im Angebot, wobei diese Zahl keine endgültige ist, denn wie alle anderen Produkte des Hochbaus sind auch die Garagenkomponenten in erster Linie Einzelanfertigungen.

Möglich wird dieses hohe Maß an Flexibilität durch den Einsatz modernster Technologien in den Bereichen Konstruktion und Produktion. So werden die Beton-Schalungsformen, basierend auf großen ebenen Stahlpaletten, individuell für jeden Auftrag neu zusammengestellt. CAD- und CAE-unterstützte Roboter setzen dabei, entsprechend den planerischen Vorgaben, die seitlichen Begrenzungen wie auch die Aussparungen für Fenster und Türen auf die randfreie Plattform.

Hallenkrane oder Portalroboter sind hierbei die bevorzugten Hebe- und Förderzeuge. In allen Werksbereichen stellen die äußeren Umstände im Werk höchste Anforderungen an Mechanik und Zuverlässigkeit des eingesetzten Geräts. Nicht zuletzt die Energieversorgung ist dabei ein Faktor, der entscheidenden Einfluss auf einen störfreien Betrieb hat.

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Neue Wege in der Energiezuführung

Früher wurden die Kranbrücken über Schleppkabel mit Strom versorgt und angesteuert. Immer wieder jedoch kam es bei diesem Verfahren zu Störfällen. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen verhakten sich die Schleppwagen in ihren Laufschienen, was nicht nur zum Stillstand der gesamten Anlage, sondern nicht selten aufgrund gerissener Leitungen auch zu längerfristigen und kostenintensiven Reparaturzeiten führte.

„Wir hatten ein Problem und das musste gelöst werden“, schildert Kemmler-Prokurist und Technischer Leiter Rainer Spitzbarth die damalige Situation. „Wir haben dringend Alternativen gesucht und sind so auf die Produkte von Igus gestoßen. Das Prinzip der Energieketten war zwar einleuchtend, aber wir konnten uns einfach nicht vorstellen, dass eine Kette den starken Belastungen, insbesondere auch den hohen Beschleunigungswerten und Geschwindigkeiten von maximal drei m/s unserer Kranroboter bei durchschnittlich 120 Zyklen pro Tag, standhalten würde. Das entspricht einer Laufleistung von circa 6,6 Millionen Meter in den letzten zwölf Jahren. Dennoch haben wir alles auf eine Karte gesetzt und uns zur Erprobung dieses Systems entschlossen. Und diese Entscheidung haben wir nie bereut.“

Seit knapp zwölf Jahren läuft die Anlage mit Energieketten der bewährten Serie 50 aus dem Hause Igus nun nahezu fehlerfrei und hat seitdem eine Strecke von ca. 6,6 Millionen Metern zurückgelegt. Im Zuge vorbeugender Instandhaltungsmaßnahmen sollen nun die Energieführungen ausgewechselt werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen stand für die Verantwortlichen bei Beton Kemmler von vorne herein fest, dass wieder Igus mit der Lieferung beauftragt werden sollte. „Natürlich haben wir auch andere, billigere Systeme ausprobiert – doch die Einsparungen in der Anschaffung haben sich aufgrund der Folgekosten nie ausgezahlt, da wir ständig Ausfallzeiten durch die mangelhafte Robustheit dieser Zuführungen hatten“, so Spitzbarth.

Eine der häufigsten Ursachen für Betriebsstörungen sind dabei Kabelbrüche. Die können auftreten, wenn Ketten vom Anwender aus übertriebenem Sicherheitsdenken mit zu vielen Parallelkabeln bestückt werden. Dadurch entstehen Füllgrade, die so vom Hersteller nicht vorgesehen und geradezu kontraproduktiv sind. Oder es werden Leitungen eingesetzt, die nicht speziell für den Einsatz in Energieführungsketten konstruiert sind.

Durch die Lieferung von fertig konfektionierten Energiezuführungs-Systemen, die unter dem Produktnamen „Ready Chain“ vertrieben werden, bieten die Kölner eine Lösung an, bei der alle Leistungs- und Steuerleitungen bereits während der Kettenmontage gemäß den Angaben und Erfordernissen des Anwenders eingezogen werden. Reserveleitungen werden in einem sinnvollen Maße beigefügt, so dass die Kette in ihrer Gesamtheit ausreichend flexibel bleibt. Ein wichtiger weiterer Vorteil der Ready Chain ist, dass Leitungen aus dem eigenen, getesteten Chainflex-Sortiment eingesetzt werden. Durch die Bündelverseilung und dem zwickelfüllend extrudiertem Innenmantel und den optimal auf den Einsatz in Energieketten abgestimmten Außenmantelmaterial lässt sich die Flexibilität dieser Leitungen optimal dem einsatzbedingten Biegeradius der Energieketten anpassen.

Für die anstehende Erneuerung der Energieketten in der Rohrproduktion hat sich Beton Kemmler folgerichtig auch für die Ready Chain entschieden, wobei neben den geschilderten Vorteilen sicherlich auch der Faktor Zeit eine Rolle spielte. Für die erstmalige Montage der Energiekette wurden damals insgesamt drei Tage benötigt, wobei die Verkabelung damals noch vor Ort durchgeführt wurde. Eine Zeit, die mit dem neuen System deutlich unterschritten wird, zumal auch die alte Laufrinne für die Kette weiter benutzt werden kann. Richard Habering (mm)

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