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Paletten-KommissioniersystemeFast-Pick-Station wird international

Winkel-Fast-Pick-Station

International auf Erfolgskurs: Die Fast-Pick-Stationen von Winkel werden zunehmend ins europäische Ausland verkauft, weltweit sind 75 Anlagen in Betrieb, an die 20 Stationen sind in Auftrag.

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Logistikzentrum für GlaswarenMathematik heiratet Geometrie

Flexibel gesteuerte Warenströme in der Glasmanufaktur Ritzenhoff
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Logistikzentrum für Glaswaren: Mathematik heiratet Geometrie
Die Antwort auf ein neues Logistikzentrum mit 12.500 Quadratmetern, in dem 1.900 verschiedene Artikel gelagert, konfektioniert und kommissioniert werden sollen, heißt bei HaRo: ganzheitliches Fördertechnikkonzept. Die Ingenieure beginnen mit Artikelanalysen, ermitteln beste Lagerplätze und bestimmen die Kommissionierzonen. So entsteht eine bedarfsgerechte Anlage, die durch Simulationen veranschaulicht wird.

Seit mehr als 100 Jahren produziert Ritzenhoff Glaskreationen, exportiert weltweit und vertreibt zudem trendige Produkte der Topdesigner Maxwell & Williams. Im Werk Marsberg/Essentho werden täglich in zwei Wannen bis zu 50 Tonnen Rohglas geschmolzen, woraus bis zu 100.000 Gläser in vollautomatischen Produktions- und Prüflinien gefertigt werden. 2007 beschließt der Vorstand, ein eigenes Logistikzentrum auf dem Firmengelände zu errichten.

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HaRo wird als Partner in die Vorplanung eingebunden, um Wareneingang, Regallager, Kommissionierbereiche, Verpackung und Warenausgang zu optimieren. Dabei steht die Herausforderung, insgesamt 1.900 verschiedenen Artikel zu lagern, konfektionieren und zu kommissionieren. Zunächst wurden gemeinsam Artikelanalysen erstellt und Warenströme untersucht. Nach Lagerplatzermittlung und Bestimmung der Kommissionierzonen wurde das gesamte mathematische Gebilde in mehreren Varianten mit den geometrischen Möglichkeiten des geplanten Gebäudes verheiratet. Ständige Begleiter waren Flexibilität, optimale Platznutzung und Wirtschaftlichkeit. In erweiterten Gesprächsrunden mit dem Gewerbeaufsichtsamt, Berufsgenossenschaft und Feuerwehr wurde dann ein gesamtheitlich schlüssiges Sicherheitskonzept entwickelt. Vielfältige Schnittstellen zu weiteren Maschinengewerken konnten schnell integriert werden. Herzstück des Logistikzentrums ist das HaRo-Fördertechnikkonzept, das alle spezifizierten Aufgaben vom Wareneingang, über Transport mit Nachschubpaletten, Durchreichen, Massen-Palettenkommissionierung, Verpackung und Transportlift bis zum Warenausgang reguliert. In das Logistikzentrum angelieferte Containerware wird zunächst manuell auf Europaletten gesetzt und mit Dachselstaplern der automatischen Förderanlage im Erdgeschoss zugeführt. Die Übernahmestation PSH1000 bringt die Ware von Handhubwagen mit Minimalhub auf die Fördertechnik auf. Der Shuttle QWA1000, der zugleich eine Gabelstaplerquerung ermöglicht, übernimmt die Wareneingangspalette und übergibt diese auf zwei Speicherbahnen A und B. Für einen optimalen Durchfahrtsfreiraum ist die Energieversorgung des Shuttles in fünf Meter Höhe montiert, die Bodenlaufschienen sind im Hallenboden eingelassen. Die Speicherbahn A dient zur Haupteinlagerung in das Schubregallager mit 10.000 Stellplätzen, Speicherbahn B versorgt das Kommissionierlager im Erdgeschoss mit 1.500 Stellplätzen. Als Besonderheit schließt die Speicherbahn A mit einem Drehteller DSA1000 für eine geometrisch exakte Schnittstelle in zwei Richtungen zum Regalbediengerät.

Scanner bestimmt die Bahn

Das ungesicherte Fördergut wird mit einem integrierten Folien-Stretcher auf einer Palette umwickelt, verwogen und mit einem Label inklusive Ziel-Barcode versehen. Mit dem Vertikalförderer VF10 überfährt die Palette nach einem Hub von 3.500 mm eine Gabelstaplerdurchfahrt bis zu einer Scannstation. Diese bestimmt den weiteren Lauf zu den drei Speicherbahnen, die sich sowohl ebenerdig als auch im Obergeschoss befinden. Im Obergeschoss erreicht die Palette nach Durchfahrt durch ein Schnelllauftor, mittels Eckumsetzung eine Pufferbahn. Vier integrierte Vertikalförderer übernehmen die Beförderung in unterschiedliche Höhen bis zu sieben Meter. Elektrogabelstapler und ein HaRo-Shuttle stellen den Nachschub für die beiden Kommissionierlager mit 1.500 und 1.700 sowie das Verfahrregallager mit 10.000 Stellplätzen sicher. Die Anlage enthält Know-how, das für steten Warennachschub unabhängig von Teilanlagen und dem Generalwareneingang sorgt. So endet eine Speicherbahn mit einem in zwei Richtungen beweglichen Drehteller, übergibt das Regalbediengerät Nachschubpaletten auf einen Aufgabeplatz, erleichtern flexible Höheneinstellungen die Palettenkommissionierung. Ein dritter HaRo-Vertikalförderer Typ VF10 puffert die Paletten auf einer Speicherbahn für die Auffüllung der Kommissionierregale im Obergeschoss.

Eigene Anlage für Großaufträge

Für Großaufträge sind im Erdgeschoss drei Anlagen mit flexibler Höheneinstellung vorgesehen. Grob vorsortierte Ware wird auf die HaRo-Fördertechnik aufgegeben, durch eine Schleuse mit Schnelllauftor dem Mitarbeiter zugeführt und auftragsbezogen auf einem parallelen Förderer koordiniert. Die flexible Höhenanpassung der beiden Parallelplätze sichert unabhängig der Paketgrößen einen ergonomisch angepassten Arbeitsplatz. Im Obergeschoss ermöglichen drei spezielle HaRo-Durchreichen eine kontrollierte Übergabe der Großaufträge aus dem Kommissionierlager in die Zone der Packplätze. Kleinaufträge werden in Kunststoffkästen gesammelt und mit flexibler Zeittaktung durch Vor- und Nachpuffer auf der Kommissionier-Fördertechnik zur Packzone oder zum Warenausgang befördert. An drei Arbeitsplätzen wird die Ware manuell in entsprechende Kartonage verpackt, mit einem Ausgangslabel versehen, verklebt oder umreift. Nach der Durchfahrt durch Schnelllauftore werden die Transporteinheiten mit Handhubwagen direkt entnommen, wobei auch eine automatische Anbindung an die HaRo-Warenausgangsanlage jederzeit möglich ist. Per Handhubwagen werden im Obergeschoss Paletten von den Packplätzen und der Durchreiche in den vierten HaRo-Vertikalförderer VF 10 eingelastet. Frequenzgeregelte Motoren befördern die noch ungesicherte Ware sanft in das Erdgeschoss. Ein weiterer Folien-Stretcher sichert die Ware, das Gewicht wird automatisch kontrolliert und mit der Systemvorgabe verglichen. Zwei parallele Speicherbahnen puffern ausreichend für den Versand.

Eine besondere Aufgabe blieb HaRo zu lösen: Im Obergeschoss sind eine Vielzahl von Kommissionier-Gabelstaplern im täglichen Einsatz, deren Wartung im Erdgeschoss durchgeführt wird. Ritzenhoff wollte weder Lastenaufzüge mit Hydraulik noch umfangreichen Umbauten. HaRo implementiert daraufhin mit geringsten baulichen Maßnahmen den elektromotorischen Vertikalförderer VF5000, der Gabelstapler bis 5.000 kg Gewicht zwischen den Etagen transportiert. jk/jp/bw

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