Kommissionierung bei Osiander

Vom Mittelalter in die Neuzeit

Vor der Mechanisierung wurde alles von Hand bewegt. 8.000 bis 10.000 Bücher verlassen an einem Werktag den Logistikbereich der Osianderschen Buchhandlung. Ab sofort erfolgen hier die bislang manuellen Arbeitsabläufe zur Bereitstellung der Bücher für 30 Buchhandlungen automatisiert.

Wo bei Osiander in Tübingen früher 120 Tonnen Bücher im Monat per Hand bewegt wurden, sorgen jetzt automatisierte Förder- und Kommissionierstrecken für die Belieferung der 30 Buchhandelsfilialen. (Foto: AMI)

Künftig übernehmen neue Förderstrecken und Kommissionierplätze der AMI Förder- und Lagertechnik die Bereitstellung von Buchsendungen an die Filialen der Buchhandelskette. Bei Osiander handelt es sich um einen Filailisten, gegründet 1596, der im süddeutschen Raum 30 Buchhandlungen betreibt, die vom Logistikzentrum in Tübingen beliefert werden. Mit den implementierten Förderanlagen konnte Osiander den Warendurchsatz nahezu verzweifachen. Im Buchhandelsranking gehört Osiander zu den zehn größten Sortimentsbuchhandlungen Deutschlands und ist das zweitgrößte familiengeführte Buchhandelsunternehmen. Die für den Versand aufbereiteten Bücher fließen in rund 700 bis 900 Wannen pro Tag und entsprechen einem Gesamtvolumen von 120.000 Kilogramm im Monat. Noch vor wenigen Wochen wurden diese hohen Mengen von Hand bewegt. Dabei musste zum Beispiel eine Palette mit rund 2.000 Büchern gemäß verschiedener Kriterien wie Titel, Autor und Verlag manuell sortiert, etikettiert und in die Versandstelle eingeordnet werden. Diese Arbeitsabläufe erforderten einen immensen Flächenverbrauch und Zeitaufwand. Zudem waren die Mitarbeiter durch das eigenhändig zu transportierende Gewicht stetig einer gesundheitlichen Belastung ausgesetzt.

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Da die Osianderschen Buchhandlungen von Wachstum gekennzeichnet sind und das zu bewältigende Warenaufkommen stark anstieg, galt es, eine Lösung zu finden, die der expansiven Entwicklung im Wareneingang und -ausgang Rechnung trägt. Eine Automatisierung der internen Prozesse - platzeinsparend und entlastend bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung - lautete die Zielsetzung. Die AMI Förder- und Lagertechnik entwickelte demnach eine individuelle bedarfsgerechte Förderanlage.

Maßgeschneiderte Anlage entlastet Buchhandlung

Sowohl die Förderstrecke als auch zugehörige Kommissionierregale sind auf die individuellen Anforderungen der Buchhandlung zugeschnitten. Bei der Planung der Anlagen mussten Herausforderungen wie beispielsweise die Einhaltung der räumlichen Kapazitäten sowie technische Spezifika wie Neigungswinkel und vieles mehr berücksichtigt werden. So hat der Förderanlagenhersteller neben der Förderstrecke insgesamt 100 Kommissionierplätze mit zwei Etagen und unterschiedlichen Wannen für verschiedene Buchformate eingerichtet. Dabei werden ab sofort die auszuliefernden Bücher über die Förderanlagen geschleust und im Warenwirtschaftssystem automatisch mit einem Barcode versehen, danach gescannt und in die Wannen für die jeweiligen Buchhandlungen kommissioniert. Im Anschluss an diesen Prozess folgt die Übergabe an den Logistiker. Über dessen Distributionssystem gelangt die Ware schließlich in die entsprechenden Buchhandlungen.

"Bei voller Auslastung erfüllt die Anlage höchste Effizienzvorgaben und erreicht eine Durchlaufsteigerung gegenüber der bisherigen manuellen Lösung um 100 Prozent. Zudem sorgt die Automatisierungslösung für immense Entlastung der Mitarbeiter, und wir profitieren von ideal ausgenutzter Lagerfläche. Somit waren wir nicht gezwungen, auf Grund des starken Wachstums den gesamten Bereich outsourcen zu müssen, sondern können ihn nach wie vor inhouse abwickeln", erklärt Thomas Reif, Leitung Service/Logistik/Rechnungswesen bei der Buchhandlung. Auch zukünftige Anforderungen wurden bei der Planung bereits berücksichtigt. Denn die gesamte Förderanlage ist im Falle eines Umzugs jederzeit abbaubar und beliebig erweiterbar.    bw

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