Kasto liefert Konzept für Carl Spaeter

Interessante Kunden durch ein neues Lager

In Bietigheim-Bissingen stieß der Standort des Stahlhändlers Carl Spaeter mit der Zeit an seine Grenzen. Ein integriertes Materialhandling- und Sägekonzept von Kasto hilft Spaeter dabei, seine Lieferfähigkeit sicherzustellen.

Das neue Hochregal-Langgutlagersystem Kasto Unicompact 4.0 bei Carl Spaeter; im Vordergrund ein Teil der Kommissionierzone für Bündel und Einzelstäbe. (Fotos: Kasto)

„Visionen und solides kaufmännisches Know-how“: Dieses Leitmotiv ist seit fast 140 Jahren Programm bei der Unternehmensgruppe Spaeter, deren Gründung durch Carl Spaeter auf das Jahr 1875 zurückgeht. Über die Jahre entwickelte sich der Familienbetrieb zu einem der 500 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland und nimmt heute im europaweiten Stahl- und Metallhandel eine führende Rolle ein. Gesteuert von der Zentrale in Duisburg stellt die starke regionale und überregionale Präsenz von Firmen der Spaeter-Gruppe einen wesentlichen Faktor des anhaltenden Erfolgs dar. Die verschiedenen Standorte sind zum Teil auf bestimmte Produktsortimente spezialisiert und können sich bei Bedarf untereinander just-in-time austauschen und beliefern, um den Kunden jederzeit das aktuell benötigte Material zur Verfügung zu stellen.

Das Regalbediengerät übergibt und übernimmt Kassetten an die beziehungsweise von der links zu sehenden Ein-/Auslagerstation.

Um seine Leistungs- und Lieferfähigkeit dauerhaft aufrechtzuerhalten, hat Spaeter in den letzten 20 Jahren gezielt in die Intralogistik sowie in die Anarbeitung investiert. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der Standort in Bietigheim-Bissingen.

Auf rund 22.000 Quadratmetern Lager- und Verkehrsfläche bearbeitet Spaeter pro Jahr weit über 70.000 Kundenaufträge mit mehr als 160.000 Auftragspositionen. Struktur und Inhalte der Aufträge haben sich dabei sehr stark gewandelt: weg von großen Vorratsmengen sowie ganzen Stäben (etwa von selten benötigten Qualitäten und Abmessungen sowie Sonderwerkstoffen), hin zu maßgenauen Qualitäts-Zuschnitten. Gleichzeitig sah das Management über die Ausweitung des Lieferprogramms weiteres Wachstumspotenzial. Daher trat die Frage auf, wie man den Anforderungen der Zukunft begegnen könnte. Die stark begrenzten Platzverhältnisse am Standort ließen flächenmäßig keine Kapazitätserweiterung mehr zu. Ein optimal angepasstes Intralogistik-Konzept sollte deshalb die Weichen auf weiteres Wachstum stellen.

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Ein-/Auslagerstation an der Lagersystem-Längsseite: Von hier aus werden Stäbe zur Anarbeitung ausgelagert oder kommissioniert.

Herzstück ist das Lager

Für den Standort Bietigheim-Bissingen entwickelte Kasto ein Gesamtkonzept, bestehend aus Hochregallagersystemen, Kommissionier-Einrichtungen und Sägetechnik für die Anarbeitung plus nachfolgendem Entgraten und Teilereinigen. Das Herzstück des neuen Systems ist ein Hochregal-Langgutlager vom Typ Unicompact 4.0. Diesem ist zur Versorgung eine Magazin- und Sägezelle vom Typ Kastocenter zugeordnet. Darin wiederum integriert ist ein Hochleistungs-Kreissägeautomat der Baureihe Kastovariospeed SC15. Mit dieser automatisierten, kompletten Lager-, Materialfluss- und Anarbeitungs-Lösung ist es möglich, verschiedene Vorgänge parallel, unterbrechungsfrei und damit zeitsparend durchzuführen: vom Auftragssägen über das Ein- und Auslagern und Kommissionieren bis zum Beschicken oder Rücklagern. Auch konnten die Lager- und Sägekapazitäten ohne weiteren Flächenverbrauch massiv ausgebaut werden. Dies war für Spaeter ein weiteres Kriterium für die Kaufentscheidung, schließlich kann das Unternehmen somit zusätzliche Kundenkreise erschließen.

Sägekapazität für Just-in-Time-Anarbeitung

Das neue Hochregal-Langgutlager bietet 3.031 Lagerplätze für zwei verschiedene Kassettentypen mit den Beladehöhen 300 und 500 Millimeter. Die Kassetten haben eine nutzbare Länge von 6.600 Millimetern, eine nutzbare Breite von 620 Millimetern und sind für Nutzlasten bis vier Tonnen ausgelegt. Die Kassetten lassen sich bedarfsweise mit Kassettenteilern bestücken, so dass in einer Kassette mehrere Qualitäten und Abmessungen bevorratet werden können. Ein Teil der Kassetten ist so ausgerüstet, dass das Regalbediengerät des Kastocenter direkt auf Einzelstangen zugreifen kann. Der Lagertyp Unicompact ist durch seine modulare Bauweise, die kompakte Ausführung und die hohe Lagerdichte geeignet für den Stahl- und Metallhandel. Das System ist durch zwei Lagerblöcke gekennzeichnet, zwischen denen das Regalbediengerät verfährt. Die Abmessungen betragen 45.650 Millimeter Länge, 22.000 Millimeter Breite (ohne Ein-/Auslagerstationen) und 17.500 Millimeter Höhe.

400 Fächer

Die Magazin- und Sägezelle Kastocenter mit Kragarmlager, dem Hochleistungs-Kreissägeautomat Kastovariospeed SC15 und der automatischen Sägeabschnitt-Sortierung ist direkt an das Lager angebunden.

Das dynamische Regalbediengerät bewegt sich in der Längsfahrt mit Geschwindigkeiten zwischen 2,0 und 120 Meter/Minute, im Hubwerk mit 2,0 bis 40 Meter/Minute und in der Kassetten-Zugeinrichtung mit 2,0 bis 80 Meter/Minute. Die Dynamik der RBG-Abläufe wird durch optimierte Fahrwege unterstützt, um die Nebenzeiten so gering wie möglich und die Bereitstellzyklen für die Kassetten so kurz wie machbar zu halten. Am Langgutlager sind stirn- und längsseitig insgesamt sechs Umlauf- bzw. Längsstationen angeordnet. Eine dieser Stationen versorgt das Kragarmlager der Magazin- und Sägezelle, aus dem wiederum das Vorlagemagazin der Kreissägemaschine Kastovariospeed beschickt wird. Durch die speziell ausgestatteten Systemkassetten des Unicompact stehen quasi 400 Kragarmfächer zur Verfügung. Diese übernehmen eine Zwischenlager-Funktion und speisen das Magazin der Sägemaschine, so dass diese im Mehrschichtbetrieb durcharbeiten kann. Mit der Hochleistungs-Kreissägemaschine SC15 lassen sich Rundmaterialien mit Durchmessern von 20 bis 152 Millimetern und Flachmaterialien von 20 mal 15 bis 155 mal 120 Millimeter vollautomatisch bearbeiten. Eine Sortiereinrichtung legt die Sägeabschnitte direkt in Lagerbehältern ab und kommissioniert sie. Für die flexible Sägebearbeitung anderer Materialien und Qualitäten stehen verschiedene Bandsägemaschinen bereit.

Vorbild für eine Wachstums-Strategie

Mit der integrierten Intralogistik- und Metallsägetechnik-Lösung sieht sich Carl Spaeter an den Standorten Bietigheim-Bissingen und Germering bestens aufgestellt, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen wirkungsvoll begegnen zu können. Der Lagervorrat beträgt heute rund 10.000 Tonnen in unterschiedlichsten Qualitäten und Abmessungen. Dies umfasst unter anderem 2.000 Abmessungen und Güten in nahtlosen Präzisionsstahlrohren und Hydraulikleitungsrohren, 6.000 Tonnen Qualitäts- und Edelbaustahl und hier wiederum circa 2.000 Tonnen Vitac-Sonderstähle. Diese Bereiche erfuhren durch die Ausweitung der Lagerkapazitäten einen Aufschwung und erlauben die tiefergehende Spezialisierung für eine enge Lieferpartnerschaft mit interessanten Kundenkreisen. bw

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