Recycling mit HSM-Ballenpressen

Alt-Kartons geballt zurück an den Hersteller

Hartmann erzeugt aus Alt-Karton und Polyethylen vermarktungsfähige Ballen mit 400 Kilogramm Gewicht. Die Ballen gehen an den Kartonage-Lieferanten und mindern so die Kosten für neues Verpackungsmaterial. Genutzt werden dazu eine horizontale und eine vertikale Ballenpresse von HSM.

Für die Vermarktung von Alt-Kartonagen steht bei Hartmann eine halbautomatische Ballenpresse HSM HL 4812. Jeder Kartonage-Ballen wird manuell mit vier Drähten umreift. (Bild: HSM)

10 000 Mitarbeiter weltweit, knapp zwei Milliarden Umsatz – die Hartmann-Gruppe ist ein europaweit aktiver Anbieter von Medizin- und Hygieneprodukten. Schwerpunkte sind die Wundbehandlung, die Inkontinenzversorgung und der Infektionsschutz. Die Paul Hartmann AG in Heidenheim ist das Herz der Unternehmensgruppe. In Heidenheim ist die Homecare Logistik des Unternehmens zentralisiert – der Versand von Kleinmengen an Kunden in Deutschland.

Beim Kommissionieren der Ware fällt viel Verpackungsmaterial an: 260 Tonnen Kartonage und 60 Tonnen PE pro Jahr. Zunächst wurden diese Abfälle lose in 40-Kubikmeter-Containern entsorgt, zu einem Zwischenhändler gebracht und dort gepresst. Die Vermarktungserlöse waren bescheiden. Für Michael Kormann, Leiter der Homecare Logistik und Kornelia Bischof, Betriebsbeauftragte für Abfall, war bald klar, dass man diesen transportaufwendigen und im Ergebnis bescheidenen Prozess besser gestalten kann. Die naheliegende Idee: Hartmann wollte die Abfälle künftig selbst pressen.

Michael Kormann und Kornelia Bischof entschieden sich nach einem längeren Auswahlprozess für Pressen von HSM. Bedienbarkeit, Solidität, hohe Zuverlässigkeit und damit geringe Wartungskosten bei langer Lebensdauer gaben den Ausschlag für die Ballenpressen des Mittelständlers vom Bodensee. Wichtig war außerdem, dass der Service bei HSM keine langen Wege zurückzulegen hat. Michael Kormann: „Der Anschaffungspreis ist nur ein Punkt, bei uns muss auch der Service während des Betriebs stimmen und die Anlagen müssen sich langfristig wirtschaftlich betreiben lassen.“

Anzeige

Vertikale Ballenpresse für Polyethylen-Folien

Den Anfang machte die vertikale Ballenpresse HSM V-Press 860 S für das Pressen der Polyethylen-Folien auf kleinem Raum. Gemeinsam mit dem HSM-Vertrieb wurde diese vertikale Ballenpresse auf die Anforderungen von Hartmann angepasst: Sie bekam – für HSM eine Premiere – eine Schiebetür statt der im Standard vorgesehenen seitlich aufgehenden Öffnung. Der Pressvorgang startet mit dem Schließen der Tür automatisch und die Tür geht nach dem Ende des Pressens auch selbsttätig auf. Und weil der Abnehmer der PE-Ballen von Hartmann keine Drahtumreifung haben mag, wurde die V-Press 860 S erstmals mit einer Umreifung mit Polyester-Bändern ausgestattet. Zusatzeffekt: Um drei Viertel geringere Kosten für Umreifungsmaterial. Die Bilanz war positiv: Die HSM V-Press 860 S habe ein kompaktes Maß, beanspruche wenig Standfläche und sie produziere gut vermarktungsfähige Ballen von rund 400 Kilogramm Gewicht, obwohl sie mit losen PE-Folien bestückt wird, lobt Kormann.

Rund drei Stunden pro Tag ist bei der Homecare Logistik ein Mitarbeiter beschäftigt, um beide die Abfallfraktionen zu pressen und zum Abtransport bereitzustellen. (Bild: HSM)

Im Anschluss beschloss Hartmann auch die Vermarktung des weit umfangreicheren Kartonagenmaterials mit HSM-Unterstützung anzugehen. Auch hier entwarfen der Kunde und HSM eine Lösung, die von der ursprünglichen Planung von Hartmann abgewichen ist. Ergänzende Anlagen wie eine Kippvorrichtung für 1,1 Kubikmeter-Umleerbehälter sowie ein Förderband für die Zuführung waren dabei Konsens. HSM riet dem Kunden jedoch davon ab, in Heidenheim eine vollautomatische Ballenpresse inklusive automatischer Verdrahtung zu installieren.

Halbautomatische Ballenpresse für Kartonagenabfälle

Naheliegender Grund: Das Volumen von 260 Tonnen pro Jahr rechtfertige in Heidenheim keine Vollautomatik. Auf Grund der manuellen Zuführung der Kartonagenabfälle ist ohnehin ein Mitarbeiter vor Ort, der den Ballen mit Draht abbinden könnte, schlug HSM vor. Michael Kormann: „Wir haben uns letztlich für die halbautomatische Ballenpresse HSM HL 4812 entschieden – sie entspricht aus funktionalen und wirtschaftlichen Gründen unseren Anforderungen am besten.“ Nun wird in der Homecare Logistik jeder Kartonage-Ballen manuell mit vier Drähten umreift.

Die vertikale Ballenpresse HSM V-Press 860 S wird bei Hartmann für das Pressen der Polyethylen-Folien auf kleinem Raum eingesetzt. (Bild: HSM)

Rund drei Stunden pro Tag ist bei der Homecare Logistik heute ein Mitarbeiter beschäftigt, um beide Abfallfraktionen zu pressen und zum Abtransport bereitzustellen. Sollte eine Maschine ausfallen, kann auch die andere Maschine die Fraktion übernehmen und komprimieren. Alle sechs Wochen holt ein LKW die Ballen ab – er kann knapp 60 der 400-Kilo-Pakete laden. Die Abnehmer der Ballen sind glücklich mit dem neuen Rohstoff aus Heidenheim, berichtet Michael Kormann: „Sortenrein, unverschmutzt, von konstanter Qualität und optimal verdichtet – wir liefern Traumballen.“ as

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Gabelhochhubwagen

Neue Gabelhochhubwagen mit Plattform

Mit der Einführung von robusten Elektro-Gabelhochhubwagen mit Plattform erweitert Hyster Europe seine Produktpalette. Die Flurförderzeuge eignen sich für das Handling von Waren im Einzelhandel und Fertigungsbetrieben sowie in Vertriebszentren und...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Flurförderzeuge

Crown feiert 75-jähriges Jubiläum

Die Brüder Carl H. und Allen A. Dicke gründeten 1945 die Crown Equipment Corporation in New Bremen im US-Bundesstaat Ohio. 75 Jahre später ist Crown ein international agierender Hersteller von Flurförderzeugen und Anbieter von Technologien für den...

mehr...