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Artikel und Hintergründe zum Thema

FTS Torsten

Der Schwarm für Schwergewichte

Das FTS Torsten von Torwegge transportiert bis zu sieben Tonnen schwere Lasten. Durch Schwarmintelligenz kann es mit anderen Maschinen kooperieren und auch in eine Mensch-Maschine-Umgebung integriert werden. Aktuell wird die Funktionalität als Roboter weiterentwickelt, der nicht nur transportiert, sondern auch komplexe Aufgaben erledigt.

Das wendige und robuste FTS Torsten ist ein Erfolgsmodell. (Bild: Huber Verlag)

Mit dem Fahrerlosen Transportsystem (FTS) Torsten hat Torwegge ein System entwickelt, das die Anforderungen der Industrie 4.0 erfüllt. „Wir sind überzeugt davon, dass unser Torsten aktuelle und zukünftige Herausforderungen in Industrie- und Logistikunternehmen meistert“, sagt Uwe Schildheuer, CEO von Torwegge. Die Individualisierung von Kundenwünschen erfordert Flexibilität in der Produktion und bei Dienstleistungen. In der Folge steigt die Arbeitsbelastung für jeden einzelnen Mitarbeiter – umso mehr, wenn Unternehmen zudem Personal kürzen. Eine weitere Herausforderung ist der ständige Druck, die Effizienz immer weiter steigern zu wollen. „Menschliche Arbeitskraft allein kann dem nicht gerecht werden“, sagt Schildheuer und verweist auf die alternde Belegschaft vieler Betriebe und die Zunahme von Skeletterkrankungen. „Ersetzen wollen wir den Menschen nicht, an vielen Stellen könnten wir das auch gar nicht. Aber bei einigen Tätigkeiten können wir ihn durch Maschinen entlasten.“

Genau das macht Torsten. Das autonome FTS transportiert je nach Ausführung bis zu sieben Tonnen schwere Lasten. Durch ein Plattformkonzept mit verschiedenen Aufbauten kann ein Torsten verschiedene Güter bewegen oder andere intralogistische Aufgaben erledigen. Dabei bewegt er sich mit bis zu 0,8 Metern pro Sekunde fort und nutzt die omnidirektionale Verfahrmöglichkeit, um auch auf engem Raum agieren zu können. Eine externe Spurführung ist dazu nicht notwendig, weil sich das FTS das Bild seiner Umgebung selbst zeichnen kann. Über ein intuitiv zu bedienendes GUI (graphical user interface) hat der Anwender die Möglichkeit, den Bewegungsraum einzuschränken. So ist das Fahrzeug auch bei veränderten örtlichen Gegebenheiten schnell einsatzbereit. Zudem ist es mit allen gängigen ERP-Systemen kompatibel. Gesteuert wird Torsten über Roboterbefehle. Dies hat zur Folge, dass sichdas FTS in einer Mensch-Maschine-Interaktionsumgebung mit anderen Elementen wie Mitarbeitern oder Robotern bei der Erledigung von Aufgaben absprechen kann.

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Kommunikation mit anderen Maschinen

Torwegge arbeitet seit 2015 an dem FTS, dessen Basis ein elektrisch angetriebener Deichselhubwagen war, und entwickelt es seitdem kontinuierlich weiter. Mittlerweile steckt in dem 120 mal 75 Zentimeter großen und 21 Zentimeter hohen Gerät jede Menge Hochtechnologie: Torsten hat Schwarmintelligenz. Deswegen ist er in der Lage, mit anderen Maschinen zu kooperieren und kann auch in eine Mensch-Maschine-Umgebung integriert werden. Beispielsweise arbeitet das FTS mit einem Kommissionierer zusammen, der mit einem Handgerät Auftragsdaten scannt. Über ein cybergraphisches System sind die Einheiten integriert, kommunizieren miteinander und verteilen ihre Aufgaben so, dass sie möglichst effizient erledigt werden. Ein Sicherheitsrisiko für menschliche Arbeitskräfte entsteht nicht, wenn Torsten autonom durch Werke und Lager fährt, um Güter oder Teile zu transportieren. Denn das FTS ist mit Safetyscannern versehen, die ihm helfen, Hindernisse zu erkennen und ihnen auszuweichen.

Ein Schnappschuss aus der Produktion: Torsten wird gerade verkabelt. (Bild: Torwegge)

Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. Überall, wo Dinge bewegt werden, kann er eingesetzt werden. Ein Beispiel ist das C-Teile-Management eines Produktionsbetriebs. Die Automatisierung der Intralogistik im C-Teile-Bereich durch Shuttle-Systeme ist verhältnismäßig teuer. Daher müssen sich Monteure die benötigten Komponenten oft selbst im Lager zusammensuchen. Mit Torsten kann man zu relativ geringen Kosten ein flexibles Ware-zu-Mitarbeiter-System aufbauen. Während bei herkömmlichen Shuttle-Systemen die Kosten im siebenstelligen Bereich liegen, bleiben sie beim Torwegge-FTS fünfstellig.

Derzeit wird die Funktionalität als Roboter weiterentwickelt, der nicht nur transportiert, sondern auch komplexe Aufgaben erledigt. Ein Beispiel ist die Steuerung der Roboterarme. Die Grundlagen dafür sind im Betriebssystem bereits vorhanden: Das FTS wird über Neun-Achs-Roboterbefehle gesteuert. Für den Transport werden aber nur drei Achsen benötigt, sodass sechs Achsen für die Bedienung weiterer Einheiten frei sind. as

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