Ergonomisches Handling von Schlitten

Wie kommt der Bob auf die Bahn?

Im Winter finden auf dem Olympia Bob Run St. Moritz-Celerina pro Tag rund 60 Fahrten statt. Bislang übernahmen die Mitarbeiter die Beförderung der Bobs zwischen Lagerplatz und der Bobbahn. Um das Handling effizienter zu gestalten und die Mitarbeiter zu entlasten, wird inzwischen einen Elektro-Mehrwege-Seitenstapler MQ 30 von Hubtex eingesetzt.

Der Mehrwegestapler mit Beladeplattform. (Bild: Hubtex)

Wenn im November der erste Schnee im Schweizer Oberengadin fällt, beginnen am Olympia Bob Run St. Moritz-Celerina die Arbeiten an der letzten bestehenden Natureisbobbahn der Welt. Innerhalb von drei Wochen wird die Südtiroler Bahnmannschaft aus 15.000 Kubikmeter Schnee und 7.000 Kubikmeter Wasser die weltweit größte Schneeskulptur bauen. Neben dem professionellen Betrieb der Bobbahn, wie etwa der Ausrichtung von Welt- und Europameisterschaften sowie von Trainingsfahrten, bietet der Olympia Bob Run auch Gästebobfahren an. Deshalb stehen täglich die 4er-Bobs für eine Fahrt durch die 1.722 Meter lange Natureisbobbahn von St. Moritz auf einer Starthöhe von 1.852 Metern bis ins 130 Meter niedriger gelegene Celerina bereit.

Neues Lager für 75 Bobs

Bis in den vorletzten Winter wurden die Bobschlitten vom Olympia Bob Run in fünf verschiedenen Gebäuden gelagert. Von dort wurden pro Tag rund 20 Bobs von jeweils vier Mitarbeitern in den Startbereich gebracht. Mit dem Ziel, die Lagerung und das Handling der Schlitten effizienter zu gestalten, beschloss die Betriebsleitung den Neubau einer Bobgarage in St. Moritz. Im Sommer 2016 entstand eine 60 Meter lange und 15 Meter breite Tiefgarage im Berg, in der jeder Bob einen festen Lagerplatz hat. In dem Lager werden in einer eigens gefertigten Regalanlage auf zwei Ebenen insgesamt 75 Schlitten gelagert.

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Hubtex und Rohrer-Marti entwickelten eine individuelle Lösung für den Olympia Bob Run St. Moritz-Celerina. (Bild: Hubtex)

Um darüber hinaus die Olympia-Bob-Run-Mitarbeiter beim Transport zu entlasten, entschieden sich die Organisatoren für den Einsatz eines Flurförderzeuges. „Unsere wichtigste Anforderung lautete, die Bobs bei den begrenzten Platzverhältnissen im Lager sicher und beschädigungsfrei zu transportieren. Durch die Expertise im Bereich Sonderlösungen fiel unsere Wahl daher auf Hubtex und Rohrer-Marti“, berichtet Damian Gianola, Geschäftsführer des Olympia Bob Runs. Der Hersteller von spezialgefertigten Flurförderzeugen und sein Schweizer Partner waren von der Planung des Neubaus an in das Projekt eingebunden und berieten den Geschäftsführer auch hinsichtlich der Regalanlage. Nach Fertigstellung der Tiefgarage wurde im Dezember 2016 der kompakte Elektro-Mehrwege-Seitenstapler MQ 30 mit Beladeplattform in die Schweiz ausgeliefert.

Greifvorrichtung für unterschiedliche Schlitten

„Für uns bestand eine Herausforderung bei der Entwicklung des Fahrzeuges darin, den individuellen Abmessungen der aufgenommenen Lasten Rechnung zu tragen sowie eine Lastaufnahme zu entwickeln, welche die Bobs selbstständig ziehen kann“, erklärt Elmar Krenzer, Projektleiter bei Hubtex. Während Industrieunternehmen Mehrwege-Seitenstapler gewöhnlich für die Beförderung von langen und sperrigen Lasten einsetzen, transportiert der Olympia Bob Run 2er- und 4er-Bobs mit verschiedenen Abmessungen und Ausstattungen.

Mit dem Mehrwegestapler mit Beladeplattform werden die Bobs zum Startplatz gebracht. (Bild: Hubtex)

Um einen sicheren und beschädigungsfreien Transport der Schlitten zu ermöglichen, fertigte Hubtex für den MQ 30 eine zusätzliche Beladeplattform und eine Push- und Pull-Vorrichtung. Mittels dieses Vorschubs werden die unterschiedlichen Schlitten entweder über ihre Kufenschoner aus dem Regal gezogen oder an einem Zughaken gegriffen und für den Transport zur Natureisbobbahn auf der Beladeplattform abgesetzt. „Seit dem Umstieg auf den Mehrwege-Seitenstapler verläuft der Transport viel strukturierter und schneller: Der Fahrer benötigt etwa eine Minute, um den Bob auf die Beladeplattform zu ziehen und zwei Minuten, um ihn in den Startbereich zu bringen.“, sagt Damian Gianola. Darüber hinaus hat sich der Personalaufwand auf ein Viertel reduziert: Statt bislang vier Mitarbeitern wird nur noch ein Fahrer für den MQ 30 benötigt.

Der Fokus auf das sorgsame Handling der Schlitten zeigt sich auch in der Ausstattung des MQ 30. Die standardmäßige Mehrwegelenkung des Hubtex-Seitenstaplers sorgt zusätzlich für eine optimale Manövrierfähigkeit in der Tiefgarage. Darüber hinaus behält der Fahrer die Bobs während der Entnahme und Einlagerung durch zwei integrierte Farb-Videokameras mit Linienlasern im Blick. Eine der an der Beladeplattform angebrachten Kameras zeigt die Blickrichtung zum Kufengreifer, die andere Kamera die zum Hakengreifer. Über einen Monitor in der Fahrerkabine sieht er die Last, die durch zwei zusätzliche LED-Leuchten unterhalb der Bobebene angeleuchtet wird. Den Überblick über die Hubhöhe behält der Fahrer durch den Load Manager. Insgesamt können 99 Hubhöhen zum Ein- und Auslagern gespeichert werden, die via Lasersensor ermittelt werden und dem Fahrer so ein betriebssicheres Arbeiten ermöglichen. Durch das Vierstufen-Hubgerüst ist die Entnahme aus der Regalanlage sicher möglich. Die Hubhöhe des Mastes im ausgefahrenen Zustand ohne Last beträgt 6.440 Millimeter, mit Beladeplattform liegt sie bei 7.070 Millimetern. as

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