Material handling

Hoch die Tassen

Feinfühlige Flurförderzeuge in der Porzellanfabrik
Sanft in Griff undTransport: Die Flurförderzeuge behandeln auch das Geschirr der Serie „touch!“ sehr sorgsam. (Fotos: Still)
Der Neustart bei Kahla 1994 war auch Startsignal zur Optimierung der Materialflussprozesse und zur Verbesserung der Ergonomie bei schweren Umschlagsarbeiten. Flurförderzeuge von Still haben sich hier leistungsfähig und zuverlässig gezeigt.

Porzellan für die Sinne – so lautet das Motto der Thüringer Porzellanfabrik. Kahla setzt sowohl auf die traditionelle Porzellangestaltung als auch auf Kreativität, etwa bei der Serie „touch!“, die an Messeständen und in Firmenkantinen auffällt: Die in vielen Farben erhältliche samtweiche Oberfläche auf hartem Porzellan ist wärmeisolierend, lebensmitteltauglich, rutschfest und fühlt sich angenehm an. Im rauen Fertigungsalltag setzt Kahla auf einen effizienten Materialfluss und auf Transportgeräte, die mit dem wertvollen Geschirr schonend umgehen. Die Entscheidung fiel auf Still-Flurfördertechnik.

In der Rohfertigung und der Rohstoffaufbereitung arbeiten drei Elektrostapler RX 50-13. Bei der RX 50-Baureihe handelt es sich um Dreiradstapler, bei denen der Drehstrom-Fahrmotor direkt auf das gelenkte Hinterrad wirkt. Die Energie stellt eine 24-Volt-Batterie zur Verfügung. Die Konstruktionsweise – vom RX 50-10 für eine Traglast von 1.000 Kilogramm bis zum RX 50-16 für 1.600 Kilogramm – bewirkt eine hohe Leistungsfähigkeit und Fahrdynamik. Durch die komplette Kapselung ist der Antriebsmotor praktisch wartungsfrei und auch für staubige und feuchte Arbeitsbereiche geeignet. Die für den Betrieb mit Drehstrommotoren typische, sehr wirksame Energierückgewinnung beim Bremsen über den Motor kann bis zu 15 Prozent Energie in die Batterie zurückspeisen. Die Stapler sind ohne Batteriewechsel zweischichtig einsetzbar, mit entsprechenden Zwischenladungen auch dreischichtig.

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Das verschleißfreie, elektrische Bremsen durch einfaches Loslassen des Gaspedals bewirkt neben der Energierückführung auch eine deutliche, bis zu 90prozentige Reduzierung des Abriebs der Bremsbelege. Zur Qualitätsproduktion bei Kahle gehört auch die Sauberkeit aller Produktions- und Verkehrsflächen – damit kein schwarzer Abrieb beim Bremsen entsteht, haben alle Stapler im Innenbereich helle Reifen – sie sind weich, was dem schonenden Porzellantransport nützt. Zum sicheren Fahren gehört unter anderem die automatische Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit bei Kurvenfahrten in Abhängigkeit vom Lenkeinschlag; das schont Fahrer, Batterie und Fahrzeug und obendrein auch das Transportgut. Die Steuerung der RX 50-Fahrzeuge erfüllt die hohen Ansprüche nach feinfühligem Fahren, Heben und Positionieren von beladenen Paletten und Transportbehältern. Das feinfühlige Ansteuern der Hydraulik ermöglicht ein millimetergenaues Heben.
Kahla bewegt pro Monat etwa 800.000 Porzellanteile. Im Weißwarenlager, in dem Fertig- und Halbfertigware in einem stetigen Prozess ein- und ausgelagert wird, sind die Umschlagarbeiten exakt und zügig durchzuführen. Die Fahrer müssen die stapelbaren Behälter präzise auf den unteren Behälter abstellen beziehungsweise den umzuschlagenden Behälter exakt vom Blocklager abnehmen. Hierfür haben die drei Elektrostapler RX 50-10 Seitenschieber, mit denen sie die Gabeln jeweils zehn Zentimeter nach links oder rechts verschieben können. Die Teleskop-Hubgerüste im Weißlager haben eine Hubhöhe von 2,80 Meter. Für die dort notwendige Wendigkeit und Manövrierfähigkeit sorgt der geringe Wenderadius; beim RX 50-10 beträgt er nur 1.325 Millimeter. Nachdem die Stapler des Weißwarenlagers die zu dekorierende Ware im Dekorationsbereich abgestellt haben, übernehmen Hochhubwagen die Verteilung an die einzelnen Stationen der Veredlung: Die Wagen heben den Behälter auf die Höhe des Arbeitstisches, so dass man den Behälter nicht mehr manuell hochzuheben braucht, sondern nur noch von der Gabel auf den Arbeitstisch schieben muss.

Peter Springfeld/pb

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