Tragseile

Das Seil denkt mit

Für Personen- und Transportaufzüge entwickeln Textilforscher aus Chemnitz derzeit hochfeste Fasertragseile und wollen damit nach über 150 Jahren die Vormachtstellung von Stahl aushebeln. Ihr Argument: Textile Seile sind bis zu sieben Mal leichter als jene aus metallischen Legierungen.

Für Personen- und Transportaufzüge entwickeln Textilforscher aus Chemnitz derzeit hochfeste Fasertragseile und wollen damit nach über 150 Jahren die Vormachtstellung von Stahl aushebeln.

Fachkollegen in Aachen arbeiten indes ebenfalls an textilen Seilen, die bei Ermüdungserscheinungen frühzeitig Alarmsignale zwecks Erneuerung geben. Das Problem angesichts der neuen Höhen- und Tiefendimensionen: Tragseile aus Stahl – seit Mitte des 18. Jahrhunderts im Einsatz – kommen irgendwann an ihre Grenzen, denn mit jedem zu bewältigenden Meter nimmt die Eigenlast des Seils zu und die Nutzlast ab. Das macht es ab einer bestimmten Dimension nahezu unmöglich, überhaupt noch eine zusätzliche Last anzuhängen. Deshalb müssen künftige Seile vor allem eines sein: leicht(er) – und zwar bei gleichbleibend hoher mechanischer Belastbarkeit.

Die Erforschung und Entwicklung neuer, leichter Materialien für leistungsfähigere und effizientere Maschinen ist schon seit längerem ein wichtiger Bereich der deutschen Textilforschung, unterstreicht Dr. Klaus Jansen, Chef des Forschungskuratoriums Textil (FKT) als Dachorganisation für bundesweit 16 Textilforschungsinstitute. „Wir haben bereits beim Flugzeug- und Automobilbau miterlebt, wie Leichtbauwerkstoffe in Form technischer Textilien klassische Materialien sinnvoll ergänzen und zum Teil sogar ersetzen können“, so Jansen. Dass nun auch die moderne Anlagentechnologie in den Fokus der Grundlagen- und Industrieforschung rücke, sei „eine logische Folge“.

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Zurück zum Fasertragseil für Hochhäuser der Zukunft, die in der Planung schon 800 oder gar 1.000 Meter hoch sind. Dauertests einer Aufzugsfirma in Ulm zeigten laut Projektleiter Michael: Trotz der textilbasierten Leichtigkeit kann das Verbundmaterial, das im konkreten Fall fünf Mal leichter ist als ein Stahlseil, mit dessen mechanischen Eigenschaften und seiner Festigkeit mithalten. Ein weiterer Pluspunkt sei, dass sich zusätzlich zur Lastenaufnahme spezielle Funktionen in das Fasertragseil integrieren ließen – etwa Sensoren zur Überlastwarnung oder zur Messung der Umgebungsbedingungen wie Feuchtigkeit oder Temperatur beziehungsweise zum Verschleißzustand des verwendeten Materials.

Nach Aussagen der Forscher seien Ausrüstungs- und Wartungsaufwand bei textilen Seilen gegenüber Stahl weitaus geringer, was Zeit im Aufbau und bares Geld bei der Unterhaltung spare. Entsprechend spürbar sei schon jetzt das Interesse aus der Industrie – nicht nur seitens der Aufzugsfirmen: Auch Winden für Hubschrauber, Baugeräte, Windkraftanlagen und in Miniaturform selbst Displays in Fahrzeugen könnten bald im großen Stil mit Faserseilen ausgestattet werden.    bw

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