Automatische Flurförderzeuge im Mischverkehr

Langsam(er), aber sicher

Automatische Flurförderzeuge im Mischverkehr.Hörmann setzt auf automatisierte Prozesse mit Still-Fahrzegen für eine effizientere Produktionsversorgung.

Leerpalettenplatz im Wareneingangsbereich. © Springfeld

Hörmann zählt zu den Marktführern für unterschiedliche Tore und Türen für den Einsatz in privaten und gewerblich genutzten Immobilien. Im thüringischen Ichtershausen betreibt das Unternehmen ein Werk mit zehn Lager- und Produktionshallen für Garagen- und Sectionaltore. Für die Intralogistik war der Hamburger Logistik-Systemanbieter Still von Anfang an mit im Boot. Inzwischen arbeiten im Thüringer Hörmann-Werk rund 30 unterschiedliche Still-Flurförderzeuge (FFZ). Hörmann zog in Erwägung, Fahrerlose Transportsysteme (FTS) für die Materialversorgung der Produktionsbereiche einzusetzen.

Durch das gleichmäßige, langsamere Fahren reduzieren sich deutlich die Wartungs- und Reparaturkosten im Vergleich zu manuell geführten Staplern

Im Testbetrieb Ende 2015 konnte Still mit einem automatisierten Hochhubwagen zeigen, wie sich der herkömmliche Staplertransport von Standardladungsträgern mit hoher Sicherheit durchführen lässt. Der Test überzeugte Hörmann – und im August 2016 folgte die Entscheidung, FTS einzusetzen. Ziel war die Inbetriebnahme nach einer fünf Monate währenden Projektierungs- und Realisierungszeit.

Jeden Tag entlädt Hörmann durchschnittlich 30 Lkw in der Zeit von 6.00 bis 14.00 Uhr mit Still-Staplern. Im Eingang werden Waren ins SAP-System gebucht sowie mit einem Lagercode etikettiert. Danach werden Standardpaletten oder Gitterboxen für die Produktionsversorgung zum Pufferplatz transportiert. Der automatisierte Versorgungsprozess der Produktionsbereiche beginnt mit dem Umschlag der palettierten Ware vom Pufferplatz zu einem automatisch arbeitenden Kettenförderer per Schubmaststapler FM-X 14. Auf dem Weg zum Kettenförderer wird das Lageretikett gescannt. Dabei werden die Daten ins SAP-Steuerungssystem gesendet, das den Fahrauftrag für das FTS auf Basis eines Hochhubwagens EXP 20 erzeugt. Dieser fährt zur Übernahme der Ware vom Kettenförderer mit den Gabeln in das Lastaufnahmemittel.

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Durch die Automatisierung wurden die Transportprozesse neu geordnet, zum Beispiel durch ein Einbahnstraßensystem. Es bietet wegen des regen Mischverkehrs die besten sicherheitstechnischen Bedingungen. Den Weg zum jeweiligen Bereitstellungsplatz für die Produktion findet der EXP 20 per Leitsteuerung über im Boden eingelassene Magnetpunkte. Er wurde zusätzlich mit unterschiedlichen Sicherheitsmodulen ausgerüstet. Dazu gehören Sick-Scanner, die das FTS stoppen, wenn sich eine Person oder ein Gegenstand im Nahbereich befindet. Zwei weitere, oben installierte Scanner wirken wie ein Sicherheitsvorhang: Gefahren im oberen Bereich werden sicher erkannt.

Derzeit fährt der EXP 20 auf einer Gesamtstrecke von 600 Metern in zwei Hallen insgesamt zwölf Ziele an. Nach dem Absetzen der Ware nimmt es die auf der Rückfahrstrecke bereitgestellten Leerpaletten mit und stellt sie im Wareneingangsbereich ab. Hörmann will die Müllbehälter aus der Produktion ebenfalls in den FTS-Kreislauf einbeziehen. Der automatisierte Transportprozess läuft rund um die Uhr – fehlerfrei. Der regelmäßige Prozess bewirkt, dass weniger Kilometer auf der Strecke gefahren werden und wertvolle Zeit für produktive Tätigkeiten frei wird. So entfallen etwa Suchfahrten von Gabelstaplern, um die abgestellten Paletten und Müllkübel einzusammeln. pb

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