Mobile Robotik

Torsten bekommt Arme

Interaktionsfähige Roboter. Stationäre Robotik kann in der Intralogistik an Grenzen stoßen. Torwegge hat deshalb sein fahrerloses Transportsystem Torsten weiterentwickelt und ihn mit einem Pick-Roboter ausgestattet.

Ein möglicher Einsatzbereich für den Manipula-Torsten ist das Picking. © Torwegge

Es tut sich was in der Intralogistik. Die fortschreitende Automatisierung führt dazu, dass fast überall frei navigierende Transportsysteme im Einsatz sind. Und was ist der nächste Entwicklungsschritt? Mobile Roboter. Wo stationäre Robotik an ihre Grenzen stößt, können sie eingesetzt werden und die Abläufe effizienter gestalten. Zum Beispiel beim Picking. Allerdings wird der Mensch nicht vollständig als Arbeitskraft aus Lager- und Produktionshallen verdrängt werden, sondern im Einklang mit Maschinen agieren. Was der Markt zurzeit braucht, sind Roboter, die reibungslos mit Menschen und Maschinen interagieren.

Diese Anforderungen will Torwegge mit der nächsten Entwicklungsstufe des fahrerlosen Transportsystems (FTS) Torsten erfüllen: Der mobile Manipulator Manipula-Torsten, der genau wie die Basisvariante des FTS vor zwei Jahren wieder für den IFOY-Award nominiert ist. „Mit unserem Manipula-Torsten schaffen wir eine weitere Automatisierungsmöglichkeit innerhalb der intralogistischen Prozesse und sorgen damit für mehr Effizienz und Genauigkeit“, sagt Jörn Dauer, Bereichsleiter Intralogistik bei Torwegge. Ein möglicher Einsatzbereich ist das Picking. Aus dem Regal bringt der mobile Roboter die Ware ohne Umwege direkt zur Kommissionierstation oder zum Montagetisch, wo entweder Menschen oder andere Maschinen den nächsten Arbeitsschritt übernehmen.

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Bei den IFOY-Testtagen Anfang März in Hannover zeigte Torwegge ein mögliches intralogistisches Szenario: Ein mit Rollenförderer ausgestatteter Torsten übernimmt einen Materialbehälter von einer Rollenbahn und bringt diesen in ein Regal. Der mobile Pick-Roboter entnimmt ihn wieder und bringt ihn zurück zur Rollenbahn. „Da der Manipula-Torsten seine Aufgaben deutlich schneller und fehlerfrei erledigt, fallen Rücktransporte falsch gepickter Stücke weg“, erklärt Dauer. Zudem kann der Roboter die Kombination aus einem stationären Picking- und einem Transportsystem ersetzen. Beides reduziert die Kosten.

Der mobile Manipulator Manipula-Torsten ist für den IFOY-Award nominiert © Torwegge

Stabile Pick-Prozesse und die Einbindung eines Roboters in komplexe Mensch-Maschine-Interaktionsumgebungen stellen hohe technische Anforderungen an das System. Torwegge musste den Aktionsradius von Torsten erweitern. Dazu wurden die drei Freiheitsgrade des omnidirektionellen Verfahrens um sechs weitere Achsen der seriellen Roboterkinematik erweitert. Darüber hinaus war zu gewährleisten, dass Manipula-Torsten seine Umgebung zuverlässig erfasst. Dies gelang mithilfe zusätzlicher Laserscanner und Tiefenbildkameras. Dauer erläutert den Nutzen der Sensorentechnologie: „Dies garantiert nicht nur die Personensicherheit sondern hält auch die Fehlerquote beim Picking minimal.“ Mehrere Boardcomputer helfen dem System, die verbauten Technologien zu verknüpfen. Hinsichtlich der Prozessoren sind die Anwender hersteller- und plattformunabhängig. „Es war von Anfang an unser Ziel, die Hürden für die Implementierung so gering wie möglich zu halten. Das ist uns eindrucksvoll gelungen“, sagt Dauer.

Im Vergleich zum ursprünglichen FTS hat ein solches System einen höheren Energiebedarf. Dennoch ist Manipula-Torsten beinahe rund um die Uhr verfügbar. Torwegge hat das Energiekonzept dahingehend weiterentwickelt und eine induktive Lademöglichkeit geschaffen. Dies hat nicht nur zur Folge, dass lange Ladezyklen entfallen. Gleichzeitig erweitert es den Aktionsradius, da der mobile Roboter nicht so häufig zurück zur stationären Ladestation muss.

Dass Torwegge mit dem Manipula-Torsten unter die letzten drei Nominierten in der Kategorie „AGV/Shuttle“ steht des IFOY-Awards gekommen, freut den Hersteller. Dauer ist schon jetzt stolz auf sein Team. „Es ist schon eine hervorragende Leistung, zum zweiten Mal für den bedeutungsvollsten Innovationspreis in der Intralogistik nominiert sind.“ Allein das sei ein Zeichen für die hohe Marktrelevanz und den großen Kundennutzen des Systems. as

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