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StaplerausrüstungStapler mit Dreh

Sonderausrüstung für Schmitz Cargobull. Um die Betriebssicherheit bei Schmitz Cargobull zu erhöhen und die Fahrer zu entlasten, kommt eine Sonderlösung des Flurförderzeugherstellers Linde Material Handling zum Einsatz: ein um 90 Grad drehbarer Fahrerarbeitsplatz.

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Frisch lackierte Mulden

In Gotha fertigt Schmitz Cargobull pro Jahr rund 5.000 Fahrzeuge, davon 3.500 Sattelkipper, die mit dem jeweils passenden Fahrgestell zu einer Gesamtlösung für Sattelschlepper vereint werden. Die eng getakteten Produktionsabläufe auf dem rund 346.000 Quadratmeter großen Werksgelände erfordern eine effiziente Logistik – innerhalb und außerhalb der Hallen. Für das Unternehmen besonders wichtig: Die Mulden mit einem Eigengewicht von 2,3 bis 3,5 Tonnen wie auch die fertigen Trailer müssen per Gabelstapler flexibel auf dem Grundstück verfahren werden. Der Produktionsstandort mit insgesamt rund 47.000 Quadratmetern Fertigungsfläche hat eine lange Tradition, vor allem in der Bearbeitung von Metall. So sind auf dem Gelände seit der Zeit um 1900 schon Bahnwaggons, Segelflugzeuge, Automobile und Straßenbahnen entstanden. Aktuell sind am Standort 539 Mitarbeiter tätig, um die nach Kundenauftrag entwickelten Muldenkipper vom Rahmenbau bis zur Endmontage zu fertigen. Unterstützung erhalten sie dabei von rund 50 Linde Flurförderzeugen. Genauer gesagt halten 21 Diesel- und elf Elektrostapler, vier Schlepper sowie elf weitere Lagertechnikgeräte, darunter Nieder- und Hochhubwagen, den innerbetrieblichen Materialfluss am Laufen.

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Stapler beschleunigen Materialfluss
Die meisten Stapler aus der Flotte erfüllen klassische Handling-Aufgaben, beispielsweise das Entladen von Lkw, die im Außenbereich mit Achsen, Rädern, Kotflügeln oder Lampen aus anderen Werken oder von externen Lieferanten ankommen. Vom Übergabeplatz werden die Komponenten und Teile von Diesel-Staplern mit drei Tonnen Tragfähigkeit ins Lager befördert und dort auf einen von drei Routenzügen geladen, mit denen Schmitz Cargobull seine Produktionsversorgung überwiegend abdeckt. In der Endmontage beschleunigt zudem eine Elektrohängebahn die Abläufe in sechs verschiedenen Arbeitsschritten: von der Qualitätskontrolle über die Verkabelung bis zur sogenannten „Hochzeit“, der Vereinigung von Mulde und Fahrgestell. Durch die Vielzahl von Arbeitsschritten in den zahlreichen Werkshallen auf dem Gelände kommt den Staplern aber auch eine wichtige Aufgabe als flexible Helfer für die Materialandienung direkt ans Band zu. So wird der angelieferte Stahl aufgrund seines Gewichts zwar zunächst per Kran vom Lkw abgeladen. Die weiteren Transportfahrten des Bleches in den Zuschnitt, zum Kanten oder schließlich zum Schweißen im Rahmenbau übernehmen dann aber Stapler oder Schlepper.

schwenkbaren Sitze der Linde MH-Stapler

Sicherheit durch drehbaren Fahrerarbeitsplatz
„Eine Besonderheit bei unseren Transportaufgaben besteht darin, dass die Stapler zum Teil mit einer gesamten Mulde von bis zu 3,5 Tonnen auf der Gabel über das Gelände fahren. Entweder, um sie nach dem Lackieren in die Endmontage zu bringen oder um die fertigen Trailer über den Hof zu bewegen“, erläutert Silvio Jas, Flottenmanager von Schmitz Cargobull und ergänzt: „Aufgrund der großen, sperrigen Lasten haben die Fahrer rückwärts zu fahren, da ihnen die Sicht nach vorne auf die Fahrbahn versperrt ist.“ Damit verbunden ist ein ständiges Drehen des Oberkörpers, um nach hinten blicken zu können, was die Wirbelsäule der Fahrers stark belastet. Hinzu kommt, dass der Sichtbereich nach hinten in Fahrtrichtung selbst bei gedrehtem Oberkörper eingeschränkt ist und ein Gefahrenbereich entsteht. Die Unfallgefahr ist hoch. Um dieses Problem zu lösen, wurde der drehbare Fahrerarbeitsplatz aus dem Linde-Sicherheitsprogramm eingeführt. Dadurch hat der Fahrer freie Sicht, sowohl auf seine Ladung als auch in seine Fahrtrichtung. Er kann auf Gefahrensituation schnell und sicher reagieren. Der nicht einsehbare Bereich liegt nicht mehr in Fahrtrichtung, sondern dort, wo er nur ein geringes Risiko aufweist. Derzeit befördern vier Dieselstapler mit fünf, sechs und acht Tonnen Tragfähigkeit die Mulden im Rückwärtsgang über das Werksgelände.

Um den Fahrerarbeitsplatz zur Seite zu drehen, hält der Fahrer den Stapler zunächst an und zieht dann einen Hebel. Mit Hilfe seines Gewichtes schwenkt er anschließend den gesamten Arbeitsplatz inklusive Lenkrad, Armlehne und Pedalerie um 90 Grad nach links. Er sitzt jetzt quer zur Fahrbahn und braucht in dieser Position nur leicht seinen Kopf zu drehen, um die rückwärtige Fahrbahn im Blick zu haben. Unterstützt wird die Einführung des drehbaren Fahrerarbeitsplatzes von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW). Denn bereits erste Messungen haben ergeben, dass die Sicherheitslösung bei häufigem Rückwärtsfahren wesentlich ergonomischer ist, als ein regulärer Stapler-Arbeitsplatz. Eine Studie der Berufsgenossenschaft bei rund zehn Unternehmen, darunter Schmitz Cargobull, soll nun genaue Daten schaffen und für ein valides Ergebnis sorgen.

Weitere Umrüstung
„Für uns steht bereits fest: Alle Stapler, die viel rückwärts gefahren werden, erhalten zukünftig einen drehbaren Fahrerarbeitsplatz. Das entspricht auch dem Wunsch der Fahrer. Viele, die noch mit dem Standardsystem unterwegs sind, fragen jetzt gezielt nach einer Umrüstung“, betont Silvio Jas. „Der Zugewinn an Sicherheit und die große Akzeptanz der Mitarbeiter haben dazu geführt, dass wir die Zahl der Geräte mit dem Dreharbeitsplatz von zwei auf sechs Modelle erhöhen.“ Nicht zuletzt der Komfort- und Gesundheitsaspekt für die Fahrer ist für viele Kunden wichtig. Das Angebot an Linde-Staplern, die sich mit einem drehbaren Fahrerarbeitsplatz ausrüsten lassen, ist breit gefächert: sowohl Diesel- als auch Elektrostapler können mit ergonomischen Drehsitzen ausgestattet werden. Bei den Dieselfahrzeugen erfolgt die Drehung in der Regel um 90 Grad nach links, je nach Modell lassen sich optionale Zwischenstufen bei 35 oder 45 Grad einstellen. Die Arbeitsplätze der Elektrostapler werden nach rechts geschwenkt. Der Standardwinkel beträgt 45 Grad, lässt sich aber bei ausgewählten Modellen auf bis zu 70 Grad erhöhen. bw

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