Seitenstapler

Raumgewinn durch Induktion

Stapler profitieren von der gesteuerten Führung. J. u. A. Frischeis setzt beim Kommissionieren sowie beim Ein- und Auslagern großformatiger Holzplatten auf flexible Elektro-Mehrwege-Seitenstapler.

Elektro-Mehrwege-Seitenstapler von Hubtex bei Frischeis. Rechts mit aufgenommener Plattform. (Foto: HUbtex)

Maximale Lieferfähigkeit und Bestellservice haben für Andreas Winkler höchste Priorität. Vor diesem Hintergrund hat der Niederlassungsleiter der J. u. A. Frischeis in Villach, Österreich, den Bau seiner zehn Meter hohen Halle mit 1.000 Lagerplätzen für Holzplatten geplant. Für einen optimalen Warenfluss zog er sämtliche Automatisierungsgrade und Lastaufnahme-Systeme in Betracht. Am Ende entschied sich Winkler für zwei induktiv geführte Elektro-Mehrwege-Seitenstapler von Hubtex. Ergänzt wird das Konzept durch eine schnell montierbare Plattform, die bei Bedarf einen der beiden identischen Stapler vom Typ MQ 70 Serie 2131 PU in ein Kommissioniergerät verwandelt.

Mann kommt zur Ware
Die 4.500 Millimeter breite Kommissionierplattform hat eine Tragfähigkeit von 2,7 Tonnen und kann Platten mit Abmessungen von bis zu 3.000 mal 2.070 Millimeter aufnehmen. Ohne Plattform lassen sich mit dem MQ 70 bis zu 13 Meter lange und sieben Tonnen schwere Lasten bewegen. Jeder bis 16 Uhr eingehende Auftrag wird üblicherweise am nächsten Tag geliefert. Pro Kunde beziehungsweise Sendung müssen dabei bis zu 60 Positionen kommissioniert werden. „Das ist ein sehr kurzfristiges Geschäft, das ein Vorkommissionieren fast unmöglich macht“, erklärt Logistikleiter Johannes Fössl. Sobald die ebenfalls von Hubtex gelieferte Kommissionierplattform montiert ist, lässt sich der MQ 70 nur noch über eines der beiden Bedienpulte auf der Plattform aus steuern. Die Elektronik ist so ausgelegt, dass wahlweise ein oder zwei Mitarbeiter arbeiten können. Für die bestmögliche Sicht wird immer das in Fahrtrichtung vorn befindliche Pult aktiviert. Die beiden Einstiegsschranken verriegeln elektrisch, während eine lastseitige Schranke manuell abgesenkt werden kann. So werden die bis zu 7,5 Meter hoch liegenden Entnahmeplätze sicher erreicht. Pro Stunde bewegt ein Zweier-Team bei Frischeis rund 1,5 Kubikmeter Holzwerkstoffe. Das Kommissionieren direkt aus dem Regal bedeutet Zeitgewinn: „Ohne Plattform müssten die kompletten Warenpakete erst auf den Boden gestellt und von dort abkommissioniert werden“, stellt Fössl fest.

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Die Plattform wird nur zum Kommissionieren aufgenommen. Die Steuerung erfolgt komplett von der Plattform. (Foto: HUbtex)

Drei Regalreihen zusätzlich
Einen weiteren Effizienzvorteil bringt die induktive Spurführung. Jeder der zehn Regalgänge hat eine mittig in den Boden eingefräste Induktionsspur mit Transpondern. Diese werden beim Einfahren in einen der Gänge automatisch von den mit Hochfrequenz-Antennen ausgerüsteten Mehrwegestaplern erkannt. Anschließend übernimmt die elektronische Steuerung des MQ 70 die exakte Positionierung und Ausrichtung innerhalb der nur 3.670 Millimeter breiten Gänge. Durch die präzise Steuerung konnte Frischeis beim Bau der Anlage auf den Anfahrschutz verzichten. Der eigentliche Vorteil besteht jedoch in dem enormen Raumgewinn: „Der Mindestabstand zu jeder Seite beträgt hier nur 150 Millimeter, so dass wir die Hallenbreite optimal nutzen konnten“, berichtet Logistikleiter Fössl und ergänzt: „Dank induktiver Führung haben wir im Vergleich zur frei verfahrbaren Lösung drei Regalreihen mehr untergebracht.“ Durch die „unsichtbare“ Lösung lassen sich die Gangreihen außerdem besser reinigen. Neben dem Gewinn an Platz und Sauberkeit bringt die Induktionsführung ein deutliches Plus an Sicherheit. Denn mit Hilfe der im Boden eingelassenen Transponder „erkennen“ die Stapler ihre aktuelle Position und reduzieren vor dem Verlassen eines Gangs automatisch die Geschwindigkeit. „Damit haben wir das Kollisions-Risiko deutlich reduziert“, erklärt Winkler. Obwohl für dieses hohe Aufkommen im Zweischichtbetrieb gearbeitet wird, halten die 80-Volt-Batterien mit einer Kapazität von 930 Amperestunden durch – an den Ladestationen hängen die Batterien nur nachts. Somit konnte sich Frischeis das Anschaffen von Wechselbatterien ersparen.

Nach mittlerweile zwei Einsatzjahren hat sich die Lösung bewährt. Das gilt auch für den Wartung- und Reparatur-Service, der in Österreich seit 30 Jahren durch Still gewährleistet wird – als gleichzeitiger Generalimporteur für Hubtex. „Die beiden MQ 70 sind ja nicht unsere ersten Geräte von Hubtex“, betont Fössl. Bereits seit 2007 ist in Villach das Vorgängermodell im Einsatz und hat bisher mehr als 6.000 Arbeitsstunden abgespult. Zudem hat die bewährte Kooperation zwischen Hubtex und Still für Frischeis den angenehmen Nebeneffekt, dass es für alle Fragen rund um die eigene Staplerflotte weniger Ansprechpartner gibt. Schließlich ist in Villach auch ein Still-Elektro-Frontgabelstapler RX 60-50 LSP 600 im Einsatz. Aufgrund der Erfahrungen in Villach hat sich Frischeis in der Niederlassung Stockerau 2014 für zwei Hubtex-Mehrwegestapler mit Induktivführung entschieden. Im Vergleich zu „frei verfahrbar“ sind die induktive geführten Geräte eindeutig im Vorteil, besonders bei der Arbeitsgangbreite und der Sicherheit – Vermeidung von Anfahrschäden an Regalsystem und Ware. bw

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