Materialflusskonzept

Beschleunigte Prozesse bei Bremsenproduktion

Continental: FTF vermindern die Unfallgefahr. Den First Factory of the Future-Award heimste Continental in Mechelen unter anderen für sein Handling-Konzept bei der Produktionsversorgung ein. Planer des Materialflusses ist Egemin.

Continental in Mechelen: Ein Fork-Lift-Vehicle holt die sperrigen Teile. (Foto: Egemin)

Gerade Automobilzulieferer müssen kontinuierlich die hohen Anforderungen an eine flexible und termingerechte Lieferung erfüllen. Continental Automotive, Hersteller von elektronischen Bremssystemen, entschied sich deshalb für die Automatisierung seines Lager- und Produktionsstandortes in Mechelen, Belgien. Egemin Automation entwickelte eine Konzeptlösung, die exakt auf die Anforderungen des Automobilzulieferers zugeschnitten sind: ein schlüsselfertiges Logistiksystem bestehend aus sechs fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) sowie einer Paletten- und Behälterfördertechnik. In Kombination sorgt beides für das Handling des Lagerbereichs und für die termingerechte Belieferung der Produktion.

Continental Automotive gehört zu Continental – einem Konzern, der Standorte in 53 Ländern weltweit unterhält. In Mechelen produziert das Unternehmen automatisierte Bremssysteme für Automobile. Ein separater Lagerbereich bevorratet die einzelnen Teile für die Produktion und die fertigen Artikel für den Versand. Egemin konzipierte den Materialfluss so, dass die Materialien über die Fördertechnik vom Lager zur Produktion transportiert werden. Gesteuert wird dies von der Egemin-eigenen Warehouse-Management-Software E’wms. Um die End-of-Line-Lösung komplett zu machen, stehen am Ende der Förderstrecke sechs FTF bereit, die die Artikel zur Produktion transportieren. Deren Steuerung übernimmt die Software E’tricc des Generalunternehmeners.

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End-of-Line-Handling bei Conti in Belgien: Durch den Einsatz der FTF wird die Unfallgefahr gemindert. (Foto: Egemin)

Ein an der Fördertechnik angebrachtes Messsystem erkennt automatisch, welches FTF für den Transport in Frage kommt. Die Leitsteuerung E’tricc schickt anschließend das entsprechende Fahrzeug zum Förderband. Große, sperrige Teile werden mit einem der vier Gabel-FTF (FLV = Fork Lift Vehicle) abgeholt, kleine Komponenten in Behältern dagegen mit einem der zwei LTV (Load Transfer Vehicle) transportiert. Diese Fahrzeuge sind zusätzlich mit angetriebenen Rollenbahnen ausgestattet. Die Behälter können so einfach übernommen und an die Produktionsanlagen gebracht werden – in der richtigen Reihenfolge. Denn zuvor erfolgt bereits eine Sortierung der Behälter auf der Fördertechnik an insgesamt vier Sortierstationen. Die Teile können anschließend einfach und ohne zeitaufwändiges Suchen zusammengefügt werden. Fertige Artikel gelangen mit den FTF und über das Fördersytsem zurück ins Lager, leere Behälter werden zur Nachschubstation gebracht. Diese Konzeptlösung sorgt für mehr Sicherheit und Effizienz bei Continental Automotive: Das automatisierte System beschleunigt die Prozesse und reduziert die Fehlerquote. Da der Einsatz von Gabelstaplern im Produktionsbereich entfällt, wird die Unfallgefahr minimiert. Die Investition hat sich für Continental mehrfach gelohnt: Für die Automatisierung wurde das Unternehmen mit dem First Factory of the Future-Award ausgezeichnet. bw

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