Die vollständige Supply Chain auf der Cemat

bw,

Eine komplette Kette

Im Auftrag der Cemat organisieren das Institut für Distributions- und Handelslogistik (IDH) und das Bremer Unternehmen dialog4research im Rahmen der Cemat die Sonderschau "Innovative Logistiklösungen" in Form einer kompletten Prozesskette in der Supply Chain.

Den Anfang in Halle 27 machen die Logistikbreiche Seehafen und Logistikverkehr. (Foto: dialog4research)

Auf knapp 2.000 Quadratmetern präsentieren in Halle 27 mehr als 30 Aussteller Lösungsansätze für logistische Aufgabenstellungen. Insgesamt wird anhand eines Gemeinschaftsexponats eine exemplarische komplette Supply Chain präsentiert.

Im Detail wird die Logistikkette vom Seehafen bis zur Einlagerung einzelner Produkte präsentiert. Im Bereich "Seehafen" zeigt bremenports in Kooperation mit Via Bremen (Exponat A) am Beispiel der bremischen Häfen filmisch den Umschlag im Hafen. Weiterführend werden Innovationen aus dem EU-Projekt RobLog dargestellt. Es zeigt die Zusammenführung von Sensorik, Objekterkennung und Hardwaresystemen zu einem Roboterprototyp zur automatischen Entladung von Kaffeesäcken (Exponat B), der künftig beispielsweise in einem hafennahen Lagerhaus arbeiten könnte.

Roboter entlädt Container

Im weiteren Verlauf der logistischen Kette werden an der Schnittstelle zwischen Hinterlandverkehr und Logistikzentrum lose Kartonagen vollautomatisch von einem Paketroboter (Exponat C) aus einem Überseecontainer entladen. Das System wurde von der Reutlingen University weiterentwickelt. Das Unternehmen EasyRob präsentiert eine Robotersimulationssoftware (Exponat D), mit der auch Sonderkinematiken wie die des Paketroboters simuliert und getestet werden können. Parallel zur Containerentladung bringt ein Gabelstapler (Exponat F) eine mit verschieden großen Kartonagen beladene Palette aus einem Palettenlager zu einer automatischen Depalettierzelle (Exponat G) des Unternehmens Mikromat. Diese nimmt die Kartonagen einzeln oder lagenweise auf und legt sie vereinzelt auf einem Förderband ab. Auf dem Weg zwischen dem Palettenlager (Exponat E) und der Depalettierzelle passieren Fahrzeug und Palette ein Gate (Exponat H). Hier prüft IFAK System mittels radiofrequenter Pulkerfassung die Vollständigkeit und Richtigkeit der geladenen Güter.

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Tisch verändert die Bahn

Nach der Depalettierung und Vereinzelung der Kartonagen erfasst eine Messeinheit (Exponat I) des Fraunhofer IFF deren Volumen und übermittelt diese Informationen an den nachfolgend installierten omnidirektionalen, vom BIBA entwickelten Fördertisch (Exponat J). Der modular aufgebaute Tisch nimmt gezielte Bahnveränderungen der Kartonagen vor und entlässt sie volumenspezifisch an verschiedenen Ausgängen. Diese führen zum automatischen Paketöffnungssystem (Exponat K) von Heinz Mayer. Das System öffnet Kartonagen, sodass die darin enthaltenen Produkte im folgenden Prozessschritt manuell in eine UTZ-Ladeeinheit (Exponat L) gegeben werden können. Die korrekte Einlagerung der Produkte wird mithilfe eines RFID-Armbandes (Exponat M) des Fraunhofer IFF dokumentiert und überprüft. Abschließend werden die Produkte an den zweiten Teil der Sonderschau übergeben.

Von der Kommissionierung zur Auslieferung

Der vom IDH betreute Bereich der Sonderschau ist in insgesamt neun Abschnitte unterteilt und beginnt im Abschnitt 1 "Kommissionierung" bei der auftragsbasierten Kommissionierung einzelner Produkte aus einem Dexion-Lagerlift (Exponat 1) mittels Hard- und Software von Vitronic (Exponat 2). Diese werden im Abschnitt 2 "Verpackung" drei verschiedenen Packstationen der Aussteller Sprick, Brüninghaus und Easypack (Exponate 3, 4 und 5) zugeführt, wo sie in Kartonagen verpackt und jeweils auf unterschiedliche Weise mit Papier- beziehungsweise Luftpolstern gegen Transportschäden gesichert werden. Es kommen dabei Kartonagen mit unterschiedlichen Abmessungen zum Einsatz, um den individuellen Kommissionieraufträgen gerecht zu werden. Anschließend werden sie verschlossen, von Mosca umreift (Exponat 6) und von Logopack mit einem kombinierten Barcode-/RFID-Etikett versehen (Exponat 7), das in einem folgenden Schritt auf optischem und elektronischem Wege von Systemen der Aussteller Cognex und Deister Electronic (Exponat 8) zur Kontrolle ausgelesen wird.

Vakuum für Schweres

Während der Großteil der Pakete im Abschnitt 3 "Fördertechnik & Identifikation" über Stetigförderer des Ausstellers Blume-Rollen (Exponate 9 und 10) im Abschnitt 4 "Ladeeinheitenbildung" einer Roboterzelle von de Man Automation (Exponat 11) zugeführt wird, die automatisiert eine gemischte Ladeeinheit aufbaut, werden einige besonders schwere Pakete manuell mit einem Vakuumheber von SMI Handling palettiert (Exponat 12). Die fertigen, palettierten Ladeeinheiten werden im Abschnitt 5 "Ladeeinheitensicherung" von einem Staplerfahrzeug (Exponat 13), das mit mobiler Wägetechnik von Ravas ausgestattet ist, mittels Umreifen (Mosca, Exponat 14) und Stretchen (CombiPack, Exponat 15) für den Transport gesichert. Anschließend erfolgen im Abschnitt 6 "Versandkontrolle" die Applikation eines Logopack-Versandlabels (Exponat 16) sowie eine optische (Cognex)) und radiofrequente (deister electronic) Pulkerfassung (Exponat 17), um die Vollständigkeit und Richtigkeit von Ladegut und Ladeeinheit zu kontrollieren. In einem weiteren Schritt erfolgt durch den Aussteller AKL-tec eine 3D-Kontrolle der Ladeeinheiten (Exponat 18), um ggf. Ausbuchtungen oder Maßüberschreitungen feststellen zu können. Die Ausstellung wird durch einen neu entwickelten Sonderladungsträger der CSB-System ergänzt (Exponat A). Die Echtheit der Produkte wird durch spezielle Sicherungsetiketten der 3S Simons Security sichergestellt (Exponat B).

Ab in den Auflieger

Anschließend erfolgt im Abschnitt 7 "Lagerlogistik" die Einlagerung in ein Bodenblocklager (Exponat 19), das zur Demonstration eines Lagerverwaltungssystems sowie eines optischen Staplerleitsystems von SEP dient. Über ein Stetigfördersystem der Alfotec (Exponat 20) werden palettierte Ladeeinheiten schließlich einem in Abschnitt 8 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen" stehenden Sattelauflieger von Schmitz-Cargobull (Exponat 21) zugeführt, um durch SpanSet die Prozesse der Ladungsbildung und Ladungssicherung demonstrieren zu können. Ebenfalls vorhanden ist im Abschnitt 9 "Container-Ladungssicherung" ein 20-Fuß-Container des Herstellers iCON (Exponat 22), in dem von SpanSet die Besonderheiten der Ladungssicherung innerhalb eines Containers aufgezeigt werden. Alle im Gemeinschaftsexponat verwendeten Holzpaletten sind mit einem RFID-Transponder von Falkenhahn AG ausgestattet (Exponat C).

Der durchlaufende Prozess wird messetäglich um 10:30 Uhr, 12:30 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr im Rahmen einer Vorführung gezeigt. bw

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