Krantechnik behebt gewichtiges Hebeproblem im Kraftwerk

200 Tonnen 35 Meter gehoben

Die Alstom Power Systems, Mannheim, gehört zu den bekannten Kraftwerksspezialisten. Das Unternehmen plant, konstruiert und vertreibt fossil befeuerte Kraftwerke sowie Turbomaschinen. Zu den aktuellen Projekten gehört ein Dampfkraftwerk in Karlsruhe, das nach neuesten technischen Standards errichtet wird. Das Steinkohlekraftwerk sichert mit einem sehr hohen Wirkungs¬grad die Energieversorgung. Für eine besondere technische Überprüfung sollte der 196 Tonnen schwere Wärmetauscher ausgebaut und innerhalb des Kraftwerks transportiert werden, ohne die weiteren Arbeiten beim Kraftwerksneubau zu beeinflussen. "Ein solcher Transport ist sehr sensibel, weil der Wärmetauscher nicht nur ein hohes Gewicht hat, sondern auch absolut einwandfrei innerhalb des Kraftwerksneubaus bewegt werden muss, um keine Beschädigungen an Wärmetauscher und Umgebung zu verursachen", erläutert Alexandra Huhn, Niederlassungsleiterin von Konecranes in Karlsruhe, die den Spezialtransport federführend geplant und umgesetzt hat. Weitere Herausforderung war die möglichst zeitnahe Realisierung des Projekts.

Zunächst eine 10-Tonnen-Traverse

Exakt und mit Gefühl herausheben: Der 196 Tonnen schwere Wärmetauscher von Alstom wird mit einer Spezialtraverse vom Konecranes Maschinenhauskran hochgehoben, ohne dass der Wärmetauscher einen Kratzer abbekommt. (Fotos Konecranes)

Um den Wärmetauscher aus seiner Verankerung zu heben, fertigte Konecranes deshalb zunächst eine Traverse an, als maßgeschneidertes Verbindungselement zwischen Wärmetauscher und dem Maschinenhauskran, der von Konecranes für künftige Revisisonszwecke bereits im Kraftwerk installiert wurde. Die Traverse aus Stahl besteht aus zwei "Fangarmen", ist 4,50 Meter breit und rund zehn Tonnen schwer. Für die Planung des Projekts und die Maßanfertigung der Traverse benötigte Konecranes nur knapp drei Wochen, "das ist für eine solche Spezialkonstruktion enorm schnell", ergänzt Alexandra Huhn. Der minutiös geplante Transport selbst dauerte lediglich acht Stunden. Unter Anleitung von Alexandra Huhn und ihrem Team samt Statiker hob der Maschinenhauskran mit einer Tragfähigkeit von 250 Tonnen mit der Traverse den Wärmetauscher auf die maximale Hubhöhe von 36 Metern.

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200 Tonnen schweben in der Luft

Ferngesteuert wurde der Wärmetauscher freischwebend über die Kranbahn rund 100 Meter weit befördert. "Anschließend haben wir einen weiteren mobilen Kran eingeschaltet, der den Wärmetauscher dank der Traverse mit Kippvorrichtung in der Luft um 90 Grad gedreht hat. Das war eine weitere Besonderheit dieses Spezialtransports, denn der Wärmetauscher sollte seitlich flach in die dafür vorgesehenen Sättel abgelegt werden, was wir über den Tandembetrieb der beiden Krane gelöst haben", sagt Alexandra Huhn. Gary Schwarz, Bauleiter Maschinenhaus bei Alstom Power Systems, ist froh über das gelungene Projekt: "Dass der Wärmetauscher so schnell und reibungslos transportiert wurde, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn gerade die schnelle Umsetzung mit der Herstellung der Spezialtraverse war eine Herausforderung für alle Beteiligten. Aber uns war aufgrund unserer vielen Erfahrungen klar, dass Konecranes ein solches Projekt realisieren kann ¿ und das können nicht viele." bw

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