Jürgen Heim im Interview

„Sie dürfen gespannt sein auf das, was kommt“

Kollaborative Robotik. In den USA ist 6 River Systems mit seinen mobilen kollaborativen Robotik-Fulfillment-Lösungen etabliert in den Bereichen Einzelhandel, E-Commerce, Lagerlogistik und Supply Chain. Im Interview spricht Jürgen Heim, Sales Director Europe, über die Pläne für die neue Dekade, das neue europäische Headquarter in Frankfurt und die zu erwartenden Trends in der Logistik.

Jürgen Heim, Sales Director Europe, 6 River Systems. © 6 River Systems

Herr Heim, Sie sind seit knapp einem Jahr bei 6 River Systems an Bord – wie sind Sie zu dem Fulfillment-Anbieter gekommen und was sind Ihre persönlichen Ziele als Verantwortlicher für den Ausbau des Europa-Geschäfts? 
Als ich das erste Mal von 6 River Systems hörte, war mir schnell klar, dass die Fulfillment-Lösung Chuck riesige Potenziale birgt. Jerome Dubois, einer der Gründer und Co-CEO von 6 River Systems, überzeugte mich schließlich endgültig. Am Ende war es die Kombination aus moderner Technologie (Robotik, KI, autonomes Fahren) und die Möglichkeit, das Geschäft in Europa zu etablieren und aufzubauen. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Mein Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad von 6RS weiter zu erhöhen und das Unternehmen auch in Europa zum unbestrittenen Marktführer für AMR-basierte (Autonomous Mobile Robots) Fulfillment-Lösungen zu machen. Das wichtigste von allem sind dabei natürlich zufriedene Kunden, die begeistert unsere Technologie nutzen. 

6 River Systems blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Wie hat sich der Fulfillment-Anbieter weiterentwickelt und was sind die Pläne für die neue Dekade? 
In den letzten Monaten haben wir wirklich viel erreicht. Der Europa-Launch von Chuck auf der Logimat im letzten Jahr war ein riesiger Erfolg. Zudem waren wir auf der IHMX in Birmingham vertreten und haben an mehreren 3PL-Events in Belgien und Deutschland teilgenommen. Die positive Resonanz des Marktes ist wirklich beeindruckend. Ein weiteres Highlight ist die Eröffnung unseres europäischen Headquarters in Frankfurt am Main vor wenigen Wochen. Dort befindet sich auch unser Innovation Center, in dem wir Interessenten zeigen, wie Chuck als flexible Fulfillment-Lösung funktioniert.

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„Ziel ist es, 6 River Systems zu einem Gesamtlösungsanbieter für alle Logistikprozesse innerhalb eines Lagers zu etablieren.“

Unser Team in Deutschland wächst kontinuierlich und Chuck optimiert bereits an mehreren europäischen Standorten die Lagerprozesse. Die Begeisterung unserer Kunden für unsere Technologie ist wirklich sehr motivierend, da wir weit mehr als nur ein Robotik-Unternehmen sind. Neben vielen neuen Softwarefunktionen haben wir kürzlich Mobile Sort und Packout eingeführt – eine ideale Erweiterung für die Batch-Kommissionierung. Außerdem ist Chuck nun in der Lage, Einlagerung und Nachschub durchzuführen. Wir haben eine sehr spannende Produktplanung für die nächsten Jahre, in der eine Menge an neuen Funktionen und Lösungen hinzukommen wird.

Vor diesem Hintergrund: 6 River Systems hat nun seinen Europa Hauptsitz in Frankfurt. Warum ist die Wahl auf die Metropole am Main gefallen?
Die Stadt liegt im Herzen Europas und ist insbesondere durch den Frankfurter Flughafen ausgezeichnet an sämtliche Städte in Europa angebunden. Es sollte außerdem für unsere europäischen Kunden und Interessenten so einfach wie möglich sein, unseren Hauptsitz zu besuchen. Hinzu kommt dass sich Frankfurt innerhalb der letzten Jahre zu einer kosmopolitischen Stadt entwickelt hat. Fast ein Drittel der Einwohner hat einen internationalen Hintergrund. Das bedeutet, in der Mainmetropole gibt es ein sehr gutes Netzwerk und eine leicht zugängliche Infrastruktur für Menschen und Familien aus dem Ausland.

Kommissionierroboter Chuck. © 6 River Systems

Welche Möglichkeiten bietet das Ihren Kunden und Interessenten im Innovation Center? 
Unsere Kunden und Interessenten sollen Chuck in Aktion erleben, damit sie sich live davon überzeugen können, welche Vorteile Chuck im Lageralltag mit sich bringt. Unser Office in Frankfurt ist wie ein richtiges Lager mit Regalen eingerichtet, in denen man reelle Kommissioniervorgänge durchführen oder die unterschiedlichen Kommissionierstrategien testen kann – wie Auftrags- oder Batch-Kommissionierung. Auch unsere Neuheiten, Mobile Sort und die Packout Station können hier ausprobiert werden. 

„Systeme müssen maximal anpassungsfähig sein und auch Arbeiten wie die Einlagerung oder den Nachschub unterstützen.“

Wie hat sich Chuck seit dem vergangenen Jahr weiterentwickelt und welche neuen Features stellen Sie in diesem Jahr vor? Stichwort End-to-End-Fulfillment – was bedeutet das für die Zukunft und Ihr Portfolio?
Begonnen haben wir als Robotik-Unternehmen mit dem weltweit ersten autonomen Cobot, der Kommissionierer durch das Lager führt. Inzwischen ist unsere Lösung so umfangreich, dass wir unseren Kunden eine komplette End-to-End-Fulfillment-Lösung innerhalb eines Lagers bieten. Unsere Vision hört hier aber nicht auf: Ziel ist es, 6 River Systems fortlaufend weiterzuentwickeln und so zu einem Gesamtlösungsanbieter für alle Logistikprozesse innerhalb eines Lagers zu etablieren. In diesem Jahr wollen wir dieses Vorhaben konsequent vorantreiben. Sie dürfen gespannt sein auf das, was kommt. 

Blicken wir in die Zukunft: Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie in der Logistikbranche? Welche Trends erwarten Sie?
Der E-Commerce beziehungsweise der Online-Handel werden in den kommenden Jahren weiterhin rasant wachsen. Angetrieben durch Promotions oder saisonale Peaks wird die Nachfrage noch wesentlich höher sein, als wir es uns heute vorstellen können. Diese Entwicklungen fordern von Automatisierungslösungen in der Logistik höchste Flexibilität, um sich an ständig wechselnde Anforderungen anpassen zu können. Unabdingbar ist zudem eine leichte Skalierbarkeit, um in schnell wachsenden und sich verändernden Umgebungen den Überblick zu behalten. Die Systeme müssen maximal anpassungsfähig sein und auch Arbeiten wie die Einlagerung oder den Nachschub unterstützen. Mit Chuck und seinen vielen neuen Funktionen sind wir bestens gerüstet, um die beste Lösung für die Anforderungen von heute zu bieten. Hinsichtlich unserer Zukunftspläne und Weiterentwicklungen sehe ich uns auch für die zukünftigen Veränderungen und Ansprüche an eine Lagerautomation sehr gut aufgestellt. as

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