Mink-Vakuumpumpen bei VAT

Sauger zieht 20.000 Zigaretten

British American Tobacco (BAT) produziert in seinem Werk in Bayreuth Zigaretten und andere Tabakprodukte. Die Versorgung der kompletten Produktion mit Haltevakuum, das an den verschiedenen Maschinen zum Halten, Handling und Verpacken benötigt wird, erfolgt über zwei Vakuumzentralanlagen. Im Zuge von Energieeinsparmaßnahmen wurden beide Vakuumanlagen nun auf ihre Energieeffizienz hin überprüft und eine davon mit neuen Mink Klauen-Vakuumpumpen von Busch ausgestattet, was eine erhebliche Energieeinsparung mit sich brachte und den Wartungsaufwand deutlich reduzierte.

Mink Vakuumsauger von Busch bei British American Tobacco BAT. (Foto: Busch)

Computergesteuerte Produktion

BAT stellt in Bayreuth mit 1.400 Mitarbeitern in einem hochautomatisierten Produktionsprozess im Drei-Schicht-Betrieb täglich rund 200 Millionen Zigaretten für über 30 unterschiedliche Marken her. 36 Prozent der Zigarettenproduktion sind für den deutschen Markt bestimmt, der Rest wird in andere, hauptsächlich europäische Länder exportiert. Die modernsten Zigarettenmaschinen erreichen dabei eine Kapazität von 20.000 Zigaretten pro Minute, was wiederum 1.000 Packungen entspricht. Alle Abläufe innerhalb dieser Hochleistungsaggregate sind computergesteuert und miteinander vernetzt. Der hohe Automatisierungsgrad und die hohe Produktionsgeschwindigkeit erfordern eine zuverlässige Vakuumbereitstellung überall dort, wo während des Produktionsprozesses Teile sicher gehalten oder bewegt werden müssen. Dies beginnt beim Halten einzelner Zigaretten während ihrer Herstellung bis hin zur Umverpackung in Kartons für den Versand. Aufgrund der Größe des Produktionswerks mit einer Länge von über 600 Metern wurden zwei Vakuumzentralanlagen installiert. Eine der Anlagen wird mit Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen betrieben, die andere war mit ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumpumpen ausgerüstet. Beide Anlagen wurden auf Energieverbrauch und Wirtschaftlichkeit hin überprüft. Als Ersatz für die bisherige Zentralanlage mit ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumpumpen empfahl die Firma Busch Vakuumpumpen und Systeme die neue Mink MV Klauen-Vakuumpumpe, die ein Saugvermögen von bis zu 1.200 Kubikmetern pro Stunde erreicht.

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Die ersten Tests mit einer solchen Vakuumpumpe verliefen für BAT erfolgreich.

Saugkraft feinjustiert

Seit Mitte 2015 ist die neue Vakuumzentralanlage mit insgesamt sieben Mink MV Klauen-Vakuumpumpen in Betrieb. Das Saugvermögen der Vakuumanlage wird bedarfsabhängig geregelt. Das heißt, einzelne Vakuumpumpen werden automatisch abgeschaltet, wenn deren Leistung nicht erforderlich ist. Zwei der Mink MV Klauen-Vakuumpumpen werden von einem frequenzgeregelten Motor angetrieben. Mit diesen beiden Vakuumpumpen erfolgt die Feinjustierung des tatsächlich benötigten Saugvermögens, wobei das geforderte Vakuum von 370 Millibar an allen angeschlossenen Maschinen permanent und konstant garantiert wird.

Grundsätzlich erreicht eine Mink MV mit einem 50-Hertz-Standardmotor von 18,5 Kilowatt ein Saugvermögen von 1.000 Kubikmeter pro Stunde. Eine Drehschieber-Vakuumpumpe mit vergleichbarer Leistung wird mit einem 30 Kilowatt-Motor angetrieben. Die um 11,5 Kilowatt geringere Stromaufnahme der Mink Klauen-Vakuumpumpe bringt unter den Betriebsbedingungen bei BAT eine Kosteneinsparung von über 9.000 Euro pro Jahr und Pumpe. Für die gesamte Zentralanlage bedeutet dies eine jährliche Stromkostenersparnis von rund 63.500 Euro. Diese Berechnung geht davon aus, dass die Vakuumzentralanlage zu hundert Prozent unter Volllast läuft. Dies ist meist nicht der Fall, sodass die Stromkosten tatsächlich noch niedriger angesetzt werden können.

Zwei Ölwechsel im Jahr

Die neue Mink MV Vakuumzentralanlage bei BAT zeigt in der Praxis einen weiteren entscheidenden Vorteil: Mink Klauen-Vakuumpumpen sind nahezu wartungsfrei. Bei den ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumpumpen musste das Öl zweimal jährlich gewechselt werden, da sich mitangesaugter Staub in den Vakuumpumpen mit dem Öl vermischte und sich im Ölabscheider ablagerte. Mit den Ölwechseln war jedes Mal auch ein Wechsel sämtlicher Filterelemente in den Vakuumpumpen notwendig. Einmal pro Jahr musste zudem eine große Inspektion durchgeführt werden, bei der auch sämtliche Dichtungen und Verschleißteile ersetzt wurden. Die Standzeit der Schieber war durch die abrasiven Stäube auf zwei Jahre begrenzt.

Jetzt wird der anfallende Staub von den Mink Klauen-Vakuumpumpen mitangesaugt und wieder ausgestoßen. Die Vakuumpumpen nehmen dadurch keinen Schaden. Die Wartungsarbeiten beschränken sich auf eine jährliche Inspektion, die von Servicetechnikern von Busch durchgeführt wird. Dabei wird vorsorglich auch das Getriebeöl gewechselt. Dieser Minimalaufwand an Wartung ist durch das Funktionsprinzip der Mink Vakuumpumpen möglich. Durch den völligen Verzicht auf Öl im Verdichtungsraum gibt es keine Verbindung zwischen der angesaugten Luft und dem Betriebsmittel. Somit entfallen alle mit Öl in Zusammenhang stehenden Wartungsarbeiten wie Ölkontrolle, -nachfüllung oder -wechsel sowie der Austausch von Ölfiltern und anderen Filterelementen. Die Kosten für diese Arbeiten und die Beschaffung von Öl und Filterelementen sowie deren Entsorgung entfallen komplett. Dadurch konnten auch die Kosten für die Wartung aller sieben Vakuumpumpen um ungefähr 9.600 Euro pro Jahr gesenkt werden.

Gesenkter Verbrauch

BAT in Bayreuth ist zertifiziert nach ISO 50001 und konnte den Energieverbrauch von 2005 bis 2014 um 34 Prozent und die CO2-Emission um 38 Prozent senken. Durch die neue Vakuumzentralanlage werden sich diese Werte weiterhin positiv entwickeln, zumal im nächsten Schritt auch noch die bestehende alte Vakuumanlage mit Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen ebenfalls durch die Mink MV Klauen-Vakuumtechnologie ersetzt werden soll. bw

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