Verbundprojekt Autotruck

Brummi allein unterwegs

Fraunhofer entwickelt im Verbundprojekt Autotruck zusammen mit der Industrie Technologien für autonom fahrende Lkw in Logistikzentren. Die Ergebnisse fließen auch in die Forschung zu selbstfahrenden Fahrzeugen für den normalen Straßenverkehr ein.

Übergabe eines autonom fahrenden Lkw. © presse@zv.fraunhofer.de

Räumlich abgegrenzte Gebiete wie Betriebsgelände von Firmen sind ideale Testfelder für das autonome Fahren: Die Fahrzeuge benötigen keine Straßenzulassung, der Verkehr ist überschaubar, die Verkehrsteilnehmer sind informiert, und Unbefugte haben keinen Zutritt.

Möglich machen es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) gemeinsam mit verschiedenen Industriepartnern im Projekt Autotruck. Sie setzen den Fokus bewusst zunächst auf Automatisierungszonen wie Minen, Lkw-Betriebshöfe, Häfen oder Betriebsgelände von Firmen. Im Gegensatz zum autonomen Fahren im Straßenverkehr lassen sich selbstfahrende Fahrzeuge in solch abgegrenzten Gebieten besser kontrollieren. Die Geschwindigkeiten sind mit maximal 15 bis 20 Stundenkilometer niedriger als im Straßenverkehr. In speziell eingerichteten Automatisierungszonen könnten zulassungsfähige, autonom fahrende Fahrzeuge schon in naher Zukunft eingesetzt werden, meinen die Forscher. Die dort zu bewältigenden Herausforderungen sind für den öffentlichen Straßenverkehr relevant und übertragbar.

Betreiber von Betriebshöfen könnten von autonom fahrenden Fahrzeuge profitieren: Sie können dem demografischen Wandel entgegensteuern, denn Lkw-Fahrer sind zunehmend schwer zu gewinnen, und ihre Fahrzeuge können Tag und Nacht agieren ohne Ausfallzeiten, Fehler oder Unfälle.

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Die Technologien, die im Projekt Autotruck entstehen, werden auf dem Betriebshof des Partners Emons Spedition demonstriert und weiterentwickelt. Kernstück der Fraunhofer-Entwicklung ist ein Online-Leitstand – das System Helyos (Highly efficient online yard operating system). Es ist weltweit über übliche Internet-Browser bedienbar, und zwar weltweit. Statt also in jedem Lkw einen Fahrer beschäftigen zu müssen, kann ein einzelner Operateur beispielsweise in München 30 oder auch 50 Fahrzeuge in Dresden steuern. Die Fahrzeuge werden auf einer digitalen Landkarte im Internet dargestellt – falls gewünscht kann der Operateur auch Karten aus einem Vermessungsbüro überblenden. Im Leitstand kann er sehen, wo sich die einzelnen Fahrzeuge befinden, sie überwachen und Statusinfos wie Akku-Füllstand, Beladezustand und andere Parameter abrufen. Er kann Missionen und Arbeitsaufträge an die Fahrzeuge schicken, indem er beispielsweise auf der Karte eine Zielposition anklickt; hierauf startet der Leitstand die Live-Manöverplanung Trucktrix vom IVI. Sie berechnet den vollständigen Weg, den der Lkw entlangfahren soll. Das System berücksichtigt sowohl die Geometrie des Fahrzeugs als auch feste Hindernisse und die Bahnen der anderen autonom fahrenden Fahrzeuge. Trucktrix ist als Online-Dienst über eine Schnittstelle für Anwender und Kunden verfügbar.

Die berechneten Wege werden an die Lkw geschickt. Integrierte Steuerelemente und Regelalgorithmen des IVI steuern Antrieb und Lenkung derart, dass Soll- und Ist-Positionen übereinstimmen. Das Ortungssystem des Partners Götting fortlaufend, wo sich der Lkw in der Automatisierungszone befindet. pb

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