Tourenplanung und Telematik

Standortübergreifende Transparenz

Mit dem Tourenplanungssystem Pracar und der darin integrierten Telematiklösung Prabord digitalisiert die Schweizer Spaeter -Gruppe ihre Transportlogistik und sorgt an sämtlichen Logistik-Standorten für einheitliche Standards.

Sobald die abendliche Beladung abgeschlossen ist, erhält der Fahrer die komplette Ladeliste mit allen Tourdaten auf sein Endgerät gesendet. © Wanko

Über seinen Fuhrpark ist Fredy Gmünder heilfroh. Der Logistikleiter der Spaeter-Gruppe ist davon überzeugt, dass das Liefern bis zur letzten Meile zu den Kernkompetenzen des auf Stahl, Bau und Haustechnik spezialisierten Unternehmens zählt. „Fahrer wirken wie eine Visitenkarte, denn sie sehen unsere Kunden häufiger als unser Außendienst“, so Gmünder, der nur fünf Prozent der Versandmenge an externe Transportpartner vergibt. Nur zum Abfedern von Nachfragspitzen und für Kleinstmengen an entlegene Orte lässt er Dienstleister beauftragen. Die übrigen 95 Prozent befördert Spaeter mit den eigenen 75 Lkw, die an den sechs Schweizer Standorten stationiert sind.

Direkter Vergleich
Um die Disposition der Fahrzeuge zu optimieren, suchte Spaeter im April 2016 nach einer Alternative zu der bis dahin eingesetzten Lösung auf SAP-Basis. Es sollte eine unabhängige Software sein, die sich an die Besonderheiten der Branchen anpasst. An der internationalen Ausschreibung hatten sich vier Software-Anbieter beteiligt, von denen sich am Ende die Wanko Informationslogistik mit dem Tourenplanungs-System Pracar und der darin integrierten Telematiklösung Prabord durchsetzen konnte. Hier überzeugten die einfache Bedienung, die hochentwickelten Optimierungs-Algorithmen und die vielen Referenzen aus der Stahl- und Haustechnikbranche.

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Schnittstelle zu SAP
Nach dem offiziellen Projektstart im Juli wurden die ersten Niederlassungen schon im Oktober 2016 auf Pracar und Prabord umgestellt. Vorangegangen war eine dreitägige Schulung und eine anschließende zweiwöchige Lernphase. Zu den Pionieren zählten die in der Deutschschweiz liegenden Standorte Nänikon, Birsfelden, Chur und Sins. Bis zu 38 Abladesetellen und diverse Liefer-Restriktionen werden hier jetzt mit Hilfe von Pracar zu optimierten Touren verarbeitet. Danach werden die Ergebnisse via Schnittstelle an das von SAP stammende Lagerverwaltungssystem übermittelt. Somit stehen die Sendungsdaten unmittelbar nach Abschluss der Disposition für die Beladung bereit.

Andere Abteilungen können gemäß ihrer SAP-Zugriffsrechte den Prozess verfolgen und feststellen, welche Packstücke bereits verladen wurden. Jetzt informieren sich die Kollegen aus der Vertriebsabteilung direkt via SAP über den Sendungsfortschritt und können Kundenanfragen schnell und kompetent beantworten, ohne dafür erst in der Disposition anrufen zu müssen.

Früh informiert
Sobald die abendliche Beladung abgeschlossen ist, erhält der Fahrer die komplette Ladeliste mit allen Tourdaten auf sein Endgerät gesendet. Hier entschied sich Spaeter für Handheld-Computer vom Typ Zebra TC75, die mit einer von Wanko entwickelten App ausgestattet wurden. Auf diese Weise wissen die Fahrer schon am Vorabend, was am nächsten Tag auf sie zukommt und wann ihre Tour startet.

Wenn es dann soweit ist, startet am Handheld die Navigation entlang der optimierten Fahrstrecke. Am Ziel angekommen dient das TC75 zum Quittieren des Auftrags per Unterschrift auf dem Touch-Display. Unregelmäßigkeiten wie unvollständige Sendungen oder Transportschäden können dabei dokumentiert werden. Der aktuelle Tour-Fortschritt samt aktueller Positionsdaten des Lkw kann währenddessen in Echtzeit am Dispositions-Bildschirm verfolgt werden.

Papierloser Prozess
Die Ablieferquittung wird mit einem Zeitstempel unmittelbar nach der geleisteten Unterschrift an Pracar und von dort an SAP übertragen, wo der abgeschlossene Auftrag sofort fakturiert werden kann. Der gesamte Prozess funktioniert papierlos. Jedes digitale Dokument wird sicher und leicht auffindbar bei Spaeter archiviert, wobei die Kunden nach wie vor auf einen Lieferschein aus Papier bestehen.

Die Wanko-Lösung verbindet die verschiedenen Abteilungen und auch die einzelnen Standorte. Jetzt gibt es einen permanenten Überblick über die Einsatzpläne, Tour-Fortschritte und aktuellen Standorte aller Fahrzeuge, die innerhalb der Spaeter-Gruppe mit Pracar disponiert werden. Durch diese standortübergreifende Transparenz wird zum Beispiel verhindert, dass zwei Niederlassungen dieselben Zielgebiete ansteuern.

Zentral disponiert
Mit Pracar war es nun möglich, die Disposition beider Standorte in Nänikon zu zentralisieren. Dadurch ließen sich Leerfahrten reduzieren und mögliche Synergien besser nutzen. An den Standorten Chur und Birsfelden wird es in Zukunft eine eigene Disposition geben; dies hängt zum einen mit den unterschiedlichen Sortimenten und zum anderen mit den geographischen Besonderheiten der jeweiligen Liefergebiete zusammen. Unabhängig von der Zentralisierung der Standorte profitierte Spaeter schon im ersten Jahr der Umstellung von Einsparungen; die Zahl der geleisteten Überstunden sei deutlich zurückgegangen und die Kommunikation verlaufe wesentlich ruhiger. Sämtliche Besonderheiten der geplanten und aktuellen Touren werden jetzt exakt in Pracar abgebildet, was obendrein die Arbeits-Übergaben zwischen den Disponenten vereinfacht.

Übergreifend transparent
Ein weiterer Effekt der Wanko-Lösung ist, dass damit die Voraussetzungen für den nächsten Entwicklungsschritt der Spaeter-Gruppe geschaffen wurden. Seit Mai sind die bisher noch unabhängigen Tochtergesellschaften in der Deutschschweiz zu einer nach Sparten organisierten Gesellschaft zusammengefasst worden. Von den betroffenen Mitarbeitern verlangt dies ein Umdenken, dass durch die standortübergreifende Transparenz der Disposition unterstützt wird. „Dank Pracar leben unsere sechs Disponenten in der Deutschschweiz die Umstrukturierung schon heute und sind der Entwicklung einen Schritt voraus“, meint Gmünder. pb

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