Mobile Telematik

Unterwegs mit Smartphone

Mobile Telematik per App. Lieferschein in Papierform: ade! Ob Auftragsdaten, optimierte Routen oder digitale Unterschrift – alle wichtigen Informationen lassen sich per App automatisch und sicher austauschen. Dadurch findet eine Vernetzung entlang der gesamten Lieferkette statt.

Appbasiert lässt sich ein umfassendes Datenmanagement entlang der Lieferkette aufbauen. (Bild: Couplink)

Noch vor zehn Jahren verstand man unter Telematik hochpreisige, fest installierte Systeme mit Bordrechnern. Die fand man nur in Transportfahrzeugen großer Speditionen, die sich diesen Vorteil leisten konnten. Heute ist die Auswahl an Systemen vielfältig, zum Beispiel als App auf Smartphones und Tablets. Telematik-Apps wie Smartmatics, die auf allen Endgeräten und mit allen mobilen Betriebssystemen laufen, machen sich erfolgreich das Prinzip „Bring Your Own Device“ (BYOD) zunutze. Wer für das Unternehmen unterwegs ist, ob als Fahrer oder Servicemitarbeiter, installiert einfach die App auf seinem Smartphone – und der Datenaustausch mit der Zentrale kann beginnen.

Seitens der Zentrale läuft die Kommunikation über ein Webportal. Bei Smartmatics etwa meldet sich der Disponent im webbasierten „Cockpit“ an, wo er seine Mitarbeiter auf einer Karte sieht und sie flexibel disponiert. Statusmitteilungen und der Verbleib der Ware sind jederzeit ersichtlich und können auch den Kunden zur Verfügung gestellt werden. In Zeiten von Same-Day-Delivery, individueller Zustellung nach Ort und Zeit und dem Angebot zusätzlicher Dienstleistungen, etwa der Installation nach Lieferung, wollen Kunden genau über ihren Auftrag Bescheid wissen; die Echtzeitdaten einer App-Lösung kommen diesem Wunsch entgegen.

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Die automatische Übermittlung an das Cockpit dient der Zentrale als Grundlage für Ad-hoc-Umstrukturierungen und neue Routenoptimierungen. (Bild: Couplink)

App als Telematik-Multitool
Neben Tracking und Tracing eröffnet die App zusätzliche sichere Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Mitarbeiter und Disposition. So können Nachrichten verschickt oder mit Fotos Zwischenfälle direkt vor Ort dokumentiert werden. Eine einzige App wird so zum praktischen Multitool: Sie ist Navigationshilfe und archiviert vom Stundenzettel über die Material- und Arbeitszeiterfassung bis hin zum digital unterschriebenen Servicebericht alle relevanten Daten. Die einfache Bedienbarkeit sorgt dafür, dass selbst neue Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit eingearbeitet sind.

Die automatische Übermittlung an das Cockpit dient der Zentrale als Grundlage für Ad-hoc-Umstrukturierungen und neue Routenoptimierungen. Über Schnittstellen stehen die Daten auch im vorhandenen ERP-, Datenbank- oder Verwaltungsprogramm bereit. Je mehr Schnittstellen ein Telematik-Anbieter bereits entwickelt hat – bei Couplink beispielsweise sind es aktuell rund 50 –, desto reibungsloser und sicherer verlaufen Implementierung und der Austausch mit Systemen der Kunden.

Neben Tracking und Tracing eröffnet die App zusätzliche sichere Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Mitarbeiter und Disposition. (Bild: Couplink)

Branchenspezifische Lösungen
Gerade für Speditionen bietet sich die appbasierte Telematik an. Sie setzen immer häufiger auf Subunternehmer, die sie möglichst einfach in ihre Prozesse integrieren müssen. Nutzen deren Fahrer nach der Devise BYOD ihr Smartphone, wird eine einheitliche Planung möglich: Per Anmeldung über die App beziehen Speditionen auch die externen Fahrer mit in ihre Planung ein. Der Kunde erhält immer gleichbleibenden Service und weiß stets, wo seine Waren sind; egal wer sie liefert.

Mit mobiler Telematik werden weit mehr als nur logistische Prozesse digitalisiert. Mit einer leicht individualisierten App sieht der Alltag eines Entsorgungsunternehmens etwa wie folgt aus: Die App gibt dem Fahrer die Route zum Einsammeln des Abfalls vor und optimiert sie bei Bedarf; ein Mitarbeiter dokumentiert einen falsch befüllten Container per Foto und bestellt später neue Handschuhe im E-Shop, die bei der Arbeit verschlissen sind. Per App werden also auch branchenspezifische Besonderheiten, etwa für Kurierdienste, Schwerguttransporte oder die Verwaltung von Kühldaten und Containern, mitberücksichtigt. Die Software lässt sich so zusammenstellen, wie es das jeweilige Unternehmen benötigt. Mit dem passenden Modul können sogar ohne Programmieraufwand individuelle Workflows eigenständig definiert und in die App eingestellt werden. Selbst Tacho- und Fahrzeugdaten lassen sich mittels App-Lösung auslesen. Hierzu bedarf es lediglich einer zusätzlichen Blackbox und schon werden auch die Lenk- und Ruhezeiten aus dem Tacho mit in der Anzeige für den Disponenten berücksichtigt.

Die Logistik per Smartphone zu vernetzen funktioniert: Appbasiert kann mit wenig Aufwand – finanziell wie seitens der IT – ein umfassendes, kontinuierliches Datenmanagement entlang der gesamten Lieferkette gewährleistest werden. pb

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