Ladungssicherung

Mit intelligenter Technik gegen Transportunfälle

RIF-Netzwerkprojekt. Jeder fünfte Nutzfahrzeug-Unfall wird durch ungesicherte Ladung verursacht und wäre vermeidbar. Unter der Federführung des RIF suchen nun acht Unternehmen und ein Forschungsinstitut nach Innovationen für die Ladungssicherung.

RIF- Netzwerkpartner (v.l.): Ralf Damberg, RIF, Uwe Walter, Uwe Walter Malerhandwerk, Tim Dolezych, TDS, Bernhard Schröder, F&T LaSiSe, Jana Gehrmann, Prof. Dr. Gerd Grube, beide RIF, Karl-Heinz Keisewitt, Dolezych. (Bild: RIF)

Auf rund 300 Millionen Euro addiert sich der Schaden, der jedes Jahr durch fehlerhafte oder mangelnde Ladungssicherung verursacht wird, weil ungesicherte Güter plötzlich beim Bremsen zu unkontrollierbaren Geschossen werden; jeder fünfte Unfall wird so verursacht. Doch die Technik, die diesem Risiko vorbeugt, ist ausgesprochen konservativ. Die Nutzung intelligenter Technologien, so die Überzeugung eines Forschungsnetzwerkes unter Federführung des RIF Instituts für Forschung und Transfer, Dortmund, stelle daher einen aussichtsreichen Zukunftsmarkt dar. Gemeinsam mit der F&T LaSiSe und zunächst acht weiteren Unternehmen – Dolezych, GelKoh, Online Engineering, TDS, Uwe Walter, Sander + Partner, Bildungszentrum für Logistik und Verkehr Becker, Fachverlag Georg D.W. Callwey – macht sich ein RIF-Team unter Leitung von Prof. Dr. Gerd Grube daher auf die Suche nach intelligenten Ladungssicherungssystemen.

Innerhalb eines Jahres, so das erste Etappenziel des Netzwerkprojekts, solle geklärt werden, in welchen Bereichen Messtechnik und Sensoren, intelligente Beladungs- oder Prüfmethoden und Normen vor drohendem Unheil frühzeitig warnen oder auch fehlendes Anwenderwissen kompensieren können. Nicht zuletzt steigert auch eine neue Rechtslage mit erweiterter Haftung das Bewusstsein für die Probleme und die Dringlichkeit für neue Lösungen in der Transportlogistik. Ladesicherungssysteme wie Antirutschmatten, Wannen, Laderaumteiler und -abdeckungen, Trenngitter, Sperrstangen, Boden- und Gepäcknetze oder Gurte sind seit Jahrzehnten in Gebrauch. Bisher war ihr Einsatz jedoch alleinige Sache des Fahrers, der ausschließlich für die korrekte Ladungssicherung verantwortlich war. Nach einer Änderung der Straßenverkehrsordnung (§ 22 STVO) haften nun auch Absender und am Ladevorgang beteiligte Personen sowie Bereichs-und Abteilungsleiter in den Unternehmen.

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Wie gut die Ladung gegen ungewolltes Verrutschen – gerade beispielsweise beim Bremsen, in extremen Kurven oder bei ruckartigen Lenkmanövern – gesichert ist, lässt sich beim derzeitigen Stand der Technik jedoch von diesen kaum beurteilen. „Gerade bei der Ladungssicherung werden neue technische und organisatorische Möglichkeiten bisher noch unzureichend ausgeschöpft. Dabei wären mit neuen Sensor-, Software-, und Mikrosystemtechnologien vom Grundsatz her viele Lösungen – etwa die Realisierung eines Intelligenten Lkw - möglich“, sagt Karl Heinz Keisewitt, stellvertretender Geschäftsführer bei Dolezych und Vorsitzender des Trägervereins Ladungssicherung.

Das erste Jahr des Netzwerkprojekts wird durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi (Förderkennzeichen 16KN068101) gefördert. Bis zum Ende der Förderung sollen eine selbsttragende Struktur zur Marktdurchdringung und innovative Produktideen entwickelt werden. Es ist beabsichtigt, weitere Projektpartner je nach Aufgabenstellung einzubinden. as

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