Digitale Materialflussplanung

Helfende Hand beim Logistikbau

Hilfe bei der Materialflussplanung. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung stehen viele Betriebe vor der Frage, welche Prozesse sie automatisieren sollten, um effizienter zu werden. Doch nach welchen Kriterien sollten derartige Veränderungen entschieden werden, und wie plant man sie? Beratungsunternehmen bieten von der Prozessanalyse und Auswahl der Systemlieferanten bis hin zur Umsetzung der Neuerungen Unterstützung an.

Unternehmen können für größere Bauvorhaben die Unterstützung von Beratungsunternehmen einholen oder einfach um Verbesserungspotenziale und Optimierungsansätze zu erkennen. (Bild: Müller)

Wenn ein Unternehmen expandieren will und beispielsweise ein Logistikzentrum auf der grünen Wiese bauen möchte, ist dies weit entfernt von einem normalen Bauvorhaben. Hier geht es nicht nur um ein Gebäude, sondern um unzählige Prozesse, die reibungslos – parallel zueinander oder miteinander verknüpft – ablaufen müssen. Wie viel Ware muss im Wareneingang erfasst und auf wie viele verschiedene Lagerplätze verteilt werden? Wie gelangt die Ware dorthin? Welche Synergien bestehen zwischen den einzelnen Funktionsbereichen und wie bindet man die Gewerke optimal an? Wie kann die Effizienz dieser Prozesse verbessert werden? Solche Detailfragen müssen im Vorfeld geklärt werden.

Diese Aufgabe ist von den Unternehmen parallel zum Tagesgeschäft schwer zu realisieren. Spezialisierte Beratungsfirmen leisten hier Hilfe – sowohl durch fachliches Know-how und jahrelange Erfahrung mit Projekten dieser Art als auch durch den objektiven Blick des Außenstehenden. Kunden können von der Planungsphase über die technische Ausschreibung bis hin zum Heben des zuvor analysierten Unternehmenspotenzials begleitet werden.

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Zunächst werden die statischen und dynamischen Daten des Unternehmens verifiziert, um auf Basis dieser Ist-Daten sowie der betrieblichen Infrastruktur Logistikkonzepte in der Materialflussplanung zu entwickeln. In der ersten Konzeptphase werden mehrere mögliche Szenarien geplant – von manuellen bis hin zu vollautomatisierten Konzepten, darunter auch halbautomatisierte Varianten. Am Ende favorisiert der Kunde nicht immer unbedingt die automatisierte Lösung – und Automatisierung ist hierbei auch nicht das erklärte Ziel. In Betrieben gibt es oft gute Gründe, bestimmte Prozesse manuell zu belassen. Die Kunst besteht vielmehr darin, die auf den jeweiligen Kundenbedarf abgestimmte optimale Lösung und den entsprechenden Automatisierungsgrad für jeden einzelnen Prozess zu finden.

Unternehmen können aber auch ohne größere Bauvorhaben die Unterstützung der Beratungsunternehmen einholen. Die Beratungsleistung umfasst hier Logistik-Audits in allen Bereichen der Wertschöpfungskette, wobei definierte Prozesse des Kunden analysiert und Verbesserungsmöglichkeiten präsentiert werden. Nach Durchführung der Prozessanalysen werden Soll- und Ist-Prozesse gegenübergestellt, um die Verbesserungspotenziale zu verdeutlichen und daraus Optimierungsansätze abzuleiten. Als Folge solcher Logistik-Audits kann für manchen manuellen Prozess eine Automatisierung also durchaus sinnvoll sein. Bei diesen Überlegungen spielen auf Unternehmensseite natürlich die Investitionshöhe und die anfallenden Betriebskosten eine große Rolle – nicht zuletzt, da neben Kapazitätsmangel die Anforderung nach Kostenreduzierung der häufigste Veränderungstreiber ist.

Ein Beratungsdienstleister, der das Gesamtpaket vom Logistik-Audit bis zur Etablierung der neuen Prozesse im Unternehmen anbietet, ist Müller – Die Lila Consult GmbH, ein Unternehmen von Müller – Die Lila Logistik, mit Sitz in Besigheim-Ottmarsheim. Für seinen Beratungsansatz, einen Rundum-Service zu bieten, der dem Kunden auch das Heben des zuvor festgestellten Potenzials garantiert, wurde das Unternehmen 2014 von der Bundesvereinigung Logistik mit dem Deutschen Logistik Preis ausgezeichnet. Dabei sind die Berater nicht branchengebunden: Von weißer Ware über Medizintechnik bis hin zu Automotive und Maschinenbau kommen ihre Kunden aus verschiedenen Bereichen.

Derzeit bilden die Experten in einem eigens dafür gebauten Logistikzentrum am Hauptstandort in Besigheim ein großes Projekt für einen langjährigen Kunden ab: Der Lagerbereich ist als Schmalganglager aufgebaut. Die Stapler sind mit einem Automated Guided-Vehicle-System (AGV-System) ausgestattet. Dadurch fahren sie nicht manuell, sondern werden systemgesteuert geführt. Auf rund 11.000 Quadratmetern werden sämtliche Abläufe zwischen Wareneingang und Warenausgang automatisiert, um die Hauptziele des Kunden umzusetzen: Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizienz. Spätestens im nächsten halben Jahr wird dieses Gesamtgewerk mit einem hundertprozentigen Mengendurchsatz im Einsatz sein.

Vor jeder Realisierung von logistischen Abwicklungen werden sämtliche Prozesse hinsichtlich Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit vollständig modelliert. Eine statische zweidimensionale Darstellung ermöglicht allen Beteiligten, sich die Abläufe bildlich vorzustellen. Schon während der Planungsphase können so leichter Engpassanalysen bewertet und Mengenflüsse visuell geplant werden. Auf Basis einer bestehenden und weiterentwickelten Simulations-Software werden außerdem logistische Modelle entwickelt und die Prozesse künftig auch dreidimensional dargestellt. Im Gegensatz zu gängigen Simulationsprogrammen, bei denen man viel programmieren muss, soll das Tool eine komfortable Benutzeroberfläche bieten, die es ermöglicht, sehr schnell Modelle aufzubauen und diese zwei- und dreidimensional darzustellen. Dies erleichtert die Planung und liefert schon während der Planungsphase Daten und Kennzahlen für mehr Wirtschaftlichkeit.

Bei der zukünftigen Unternehmensausrichtung setzen die Berater also auf Digitalisierung: Die digitalisierte Planung soll mit der digitalen Fabrik als operativer Einheit in einem Gesamtwerk kombiniert werden und darüber hinaus das ganze IT-Netzwerk abbilden können. Das Competence Center Materialflussplanung bei Müller plant die Projekte nicht nur für seine Kunden, sondern begleitet sie auf Wunsch auch in die Realisierung – mit dem Fokus, von der Planung in die reale Welt zu integrieren und dort die operative Welt abbilden zu können.

Andreas Rudolph/as

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