15. Hamburger Logistiktage

Logistischer Blick in die Zukunft

Die 15. Hamburger Logistiktage der LMS fanden im Stadion des FC St. Pauli am Millerntor statt und boten eine facettenreiche Sicht auf die Herausforderungen an eine zukunftsfähige Logistik der verschiedenen Branchen in komplexen Wirtschaftsprozessen.

Die 15. Hamburger Logistiktage fanden im Stadion des FC St. Pauli am Millerntor statt. (Bild: LMS)

Logistik müsse nicht nur im Hier und Jetzt professionell funktionieren, sondern auch zukunftsfähig und dafür über Grenzen hinausgehend sein, erklärte Jörg Hermsmeier, Geschäftsführer des Planungs- und Beratungsunternehmens LMS Logistik Management Service und Veranstalter der Hamburger Logistiktage. Mehr als 300 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland kamen, um Vorträge zu hören, die aus Aspekte aus Forschung und Praxis für die Betrachtung des Best Practice und den Blick in die Glaskugel für die Anforderungen von morgen zur Diskussion stellten.

Dr. Giovanni Prestifilippo, Geschäftsführer der PSI Logistics, und Christian Maasem vom FIR an der RWTH Aachen stellten „Smart Movement“ mittels IoT-Beacons vor, die mit dem PSItms kommunizieren, wodurchTransportprozesse und intralogistische Materialflüsse optimiert werden können. Danach referierte Werner Gliem von der Logistik-Initiative Hamburg über das Projekt Smile – Smart Last Mile Logistics, was Citylogistik trotz wachsendem E-Commerce mit besserer Luft, weniger Lärm und mehr Verkehrsfluss ermöglichen soll.

Matthias Bähr von Rewe sprach anschließend über das Supply Chain Management bei Rewe und die Ausrichtung an den Interessen der Kunden. Seine Frage: Zufriedenheit zu welchem Preis bei immer höheren Anforderungen? Einen Einblick in die Welt der Buchlogistik gab Uwe Ratajczak von der Koch, Neff & Volckmar. Die Branche in großem Umbruch werde sich nach seiner Darstellung in Zukunft auf wenige Dienstleister konzentrieren und zusätzliche Vertriebswege kreieren müssen.

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Mensch und Maschine

Erik Düwel von Still sprach über das interaktive Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Der assistierenden Funktion von Flurförderzeugen gibt er zukünftig große Bedeutung und stellte in diesem Kontext den iGOneo vor, der bei Effizienz, Ergonomie und Arbeitsschutz punktet. Über die Ermittlung der optimalen Lager- und Standortstrategie unter Rücksicht verschiedener Zukunftsszenarien sprachen im Anschluss Dirk Lange von LMS und Michael Bindernagel von Logipet, Großhandelsgesellschaft für den Zoofacheinzelhandel. Christian Seidl von Imperial legte dem Auditorium die größten Herausforderungen an die „Königsdisziplin“ Automobillogistik dar und zeigte am Beispiel von VW, wie eine reibungslose Supply Chain trotz steigendem Logistikaufwand dennoch funktionieren kann.

Wirtschaftliche Lage in Europa

Logistik im Travel Retail – Marco Rebohm von Heinemann erläuterte Herausforderungen und Chancen in diesem besonderen Marktumfeld, zum dem Duty-Free-Handel an Flughäfen, in Airlines oder auf Kreuzfahrtschiffen gehört. Logistik ist Bestandteil der Wirtschaft und von deren Prosperieren abhängig. Insofern waren die Einschätzungen von Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln zur wirtschaftlichen Lage in Europa interessant zur Beurteilung künftiger Logistikentwicklungen. Er sieht die positiven Wirkungen der Reformen in den europäischen Ländern und warnte davor, diese durch Umkehr des Kurses in Gefahr zu bringen.

Georg Weinhofer von Coop in der Schweiz referierte über das Ziel seiner Unternehmung bis 2023 CO2-neutral zu werden. Und sie seien auf dem besten Weg: Als zukunftsfähige Lösung hat Coop inzwischen acht Elektro-Lastwagen für den Warentransport zu Supermärkten im Einsatz. Wie tickt der Handel von morgen – online, offline oder omnichannel? Michael Gerling vom EHI sprach über die Zukunft des Handels und die der Geschäfte, die zwar bleiben aber anders aussehend weniger werden und sich dabei zukünftig in großen Städten konzentrieren.

Mit welchem Typus Mensch hat es die Arbeitswelt der Logistik demnächst zu tun? Prof. Dr. Christian Scholz von der Universität Saarbrücken sprach als Repräsentant der Generation „Baby-Boomer“ über das globale Phänomen der Generation „Z“, wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle mit ihrer spezifischen Art ansteckt.

Zugunsten der Sternenbrücke

Auch diese Hamburger Logistiktage standen wieder unter dem Schirm des guten Zwecks, und es wurde großzügig gespendet für das Kinder-Hospiz Sternenbrücke unter der Leitung von Ute Nerge. Teil der Versteigerungen war ein Originaltrikot vom aktuellen Profiteam des FC St. Pauli, versehen mit den Unterschriften aller Spieler. Gisela Upmeyer/as

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