Schwerlast-Teleskopauszüge DMS63

Sicher abgerollt

Schwerlastteleskopauszüge für Materialzuführung in Kaschieranlagen
Die Haspelstation mit dem Teleskopauszug DMS63 für den einfachen Wechsel der Rollen. (Fotos: Rollon)
In Wandelementen, Türen, Fußböden und der Möbelherstellung werden kaschierte Werkstoffplatten oft verwendet. Robert Bürkle im schwäbischen Freudenstadt ist auch für dieses Oberflächenbeschichtungsverfahren der richtige Ansprechpartner – das Unternehmen baut die passenden Anlagen dafür.

Der Prozess des Kaschierens bedeutet, dass auf einen Werkstoff – in diesem Fall eine Holzwerkstoffplatte – eine Folie aufgebracht wird. Das kann als Thermokaschieren unter Zufuhr von Wärme oder im Kaltkaschierverfahren geschehen. Unterschiedliche Klebersysteme, unterschiedliche Anforderungen an die erreichbare Oberflächenqualität und unterschiedliche Leistungsanforderungen sind der Grund für verschiedene Produktionsverfahren.

Kaschieren großer Flächen

In der neuen Generation der Thermokaschieranlagen aus der Serie FFA wird der Wechsel dieser Rollen dank einer neuen Option besonders schonend und ergonomisch durchführbar. Die Rollen mit der Folie werden zum Wechseln auf Schwerlastteleskopauszügen der neuen Serie DMS63 von Rollon bewegt.

Die Anlage hat eine Arbeitsbreite von 2.200 Millimeter und eignet sich für die Beschichtung großformatiger Platten. Konstruiert wurde sie in erster Linie für die Herstellung großer Losgrößen ähnlicher Werkstücke, beispielsweise großer Möbelteile. Je nach Anwendung kann das Klebeverfahren entweder mit Harnstoff- oder mit Dispersionsleim erfolgen. Die Platten werden beim Harnstoffleimverfahren mit getrenntem Auftrag von Härter und Leim mit maximal 40 Meter pro Minute Vorschubgeschwindigkeit transportiert; mit Dispersionsleim erreicht die Anlage eine Vorschubgeschwindigkeit von 35 Meter pro Minute. Derart hohe Vorschubgeschwindigkeiten erfordern eine ausreichende Bevorratung mit Folie – die Rollen sind daher entsprechend schwer. Durchaus kann – je nach Breite der Folie – eine Rolle eine Tonne wiegen. Dieses Gewicht muss nicht nur sicher gehalten, sondern auch sicher bewegt werden.
An der Haspelstation, von der die Kaschierfolie abgewickelt wird, sitzt ein Teleskopauszug mit 1.970 Millimeter Länge. Er wird benutzt, um beim Wechsel der Folienrolle die Rolle seitlich aus der Anlage herauszuziehen und mit der neuen Rolle wieder zurückzuschieben. Der Hub von 2.026 Millimeter kann fast die gesamte Rollenbreite ausfahren. Das System ist bei einem Eigengewicht von 85 Kilogramm mit 1,7 Tonnen belastbar. Die maximale Tragzahl einer Teleskopschiene gibt die zulässige Belastung in der Mitte des beweglichen Teils bei vollständigem Auszug an. Dabei darf die Konstruktion keine übermäßige Durchbiegung des ausgezogenen Elements zulassen.

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Bedienfreundlichkeit verbessert Anlagen

Bürkle setzt Linearführungen von Rollon schon länger ein. Der Vorteil der ausziehbaren Haspeln ist eine hohe Bedienfreundlichkeit. Statt auf Arbeitsbühnen über der Maschine klettern zu müssen, bleibt der Bediener auf dem Boden und steuert von dort den Folienwechsel. Pressen- und Oberflächentechnologie von Bürkle kommt in der Möbelindustrie sowie in der Holzwerkstoffplattenfertigung, bei Türen und Parkett zum Einsatz. Auch für die Herstellung von Plastikkarten werden Pressenanlagen aus Freudenstadt verwendet. Ein weiterer Geschäftsbereich ist die Leiterplattenfertigung, bei der ebenfalls Pressen und Beschichtungsanlagen Anwendung finden. Etwa 80 Prozent der Maschinen werden exportiert. Neben dem Hauptsitz gehören eine Zweigniederlassung und eine Tochtergesellschaft im Bereich der Fördertechnik ebenfalls zum Unternehmen.

Für gewichtige Aufgaben

DMS63 ist der belastbarste Teleskopauszug aus dem Programm von Rollon. Er ergänzt die Produktreihe Telescopic Rail. Auf einem Mittelstück in Form eines Doppel-T ist zur Befestigung am unbewegten Teil eine Laufschiene in 63 Millimeter Breite angebracht; sie ermöglicht den Auszug mit stabilen Tragzahlen, in der längsten Ausführung bis knapp 20.000 Newton. Das Zwischenstück sorgt für die nötige Steifigkeit des gesamten Auszuges, sodass auch im Dauerbetrieb mit kurzen Taktzyklen hohe Lasten sicher bewegt werden können. Die bewegliche Seite ist mit einer etwas schmaleren Schiene in 43 Millimeter Breite verbunden. Deren Auszug wird mit zwei Anschlägen begrenzt. Die Befestigungsbohrungen im 80-Millimeter-Raster ermöglichen die flexible Montage auch in bestehende Anwendungen. Die verwendeten Schienen, die auch als Voll- oder Teilauszüge erhältlich sind, wurden durch elektrolytische Verzinkung nach ISO2081 korrosionsgeschützt. PR/pb

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