Greif- und Automatisierungstechnik

Lösung statt Produkt

Ergänzende Komponenten für die modulare Montageautomation
Universeller 2-Finger-Parallelgreifer
Seit der Kooperation zwischen Schunk und Gemotec können Kunden ihre Lauffener Produkte mit hochpräzisen Linearmodulen aus dem Gemotec-Baukasten kombinieren. Mit geringem Konstruktionsaufwand entstehen komplette Lösungen und Funktionsbaugruppen aus dem Baukasten.

Produkte sind out, Lösungen sind in – so lässt sich der Trend beschreiben, der in der gesamten Industrie offensichtlich wird. Anwender denken zunehmend weniger an Einzelprodukte, die ihnen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben helfen sollen. Es sind vielmehr umfassende Lösungen, die nicht nur Detailaufgaben, sondern möglichst komplette Prozessabschnitte übernehmen können.

Der Greiftechnik- und Automatisierungsspezialist Schunk aus Lauffen hat diesen Trend längst im Blick. Mit gezielten Erweiterungen seiner Produktpalette zog er entsprechende Schlussfolgerungen. Denn umfassende Lösungen anbieten zu können heißt auch, passende Produkte im Programm zu führen. Mit dieser Strategie hat Schunk 2006 Gemotec aus dem bayrischen Huglfing übernommen. Die Übernahme hatte System: Gemotec hat vor allem im Bereich hochpräziser Dreh- und Linearmodule beachtliches Know-how und ein fein abgestuftes Produktprogramm, das für die Lauffener besonders im zukunftsträchtigen Markt des präzisen Kleinteilehandlings eine willkommene Ergänzung ist. Die Verschmelzung beider Welten ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Lösungsorientierung – sie eröffnet Schunk-Kunden die Möglichkeit, beispielsweise ihre Greifer mit Linear- und Rotationsmodulen aus dem Gemotec-Programm zu verbinden. Damit entstehen praktisch im Handumdrehen einsatzfertige Lösungen für eine Vielzahl von Handlingaufgaben – einfach durch einen Griff in den vorbereiteten Systembaukasten, mit dem sich komplexe Funktionsbaugruppen und vollständige Handlinglösungen schnell und effizient zusammenstellen lassen.

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Adapterplatten führen Welten zusammen

Die Lauffener haben eine Reihe von Adapterplatten entwickelt, die einen Großteil seines Greiferprogramms mit den Huglfinger Lineareinheiten verbinden können. Damit sind die Produktlinien beider Unternehmen vereinigt. Etwa 80 Adapterplatten ermöglichen rund 400 Kombinationen zwischen Schunk-Greifern der Baureihen MPG, PGN plus, MPZ, SWG, PZN und KGG und Gemotec-Lineareinheiten der Reihen LM, CLM, KLM und ELM. Mit diesen Kombinationsmöglichkeiten lassen sich Pick-and-Place-Einheiten, Flächenausleger und selbst mehrachsige Handlingportale ohne Konstruktionsaufwand komplett aus dem Baukasten zusammensetzen.

Klarer Trend zur Miniaturisierung

Auch einen weiteren Trend behält der Greiferspezialist im Blick – die stetig an Bedeutung gewinnende Miniaturisierung in vielen Bereichen von Fertigung und Montage. Geräte und ihre Komponenten werden immer kleiner. Das Unternehmen will alle Möglichkeiten des Gemotec-Programms ausschöpfen mit dem Ziel, auch hier umfassende Lösungen aus einer Hand bieten zu können. Zwei Beispiele verdeutlichen das: Sowohl die neuen Miniatur-Rotationsmodule RM 08 und RM 10 als auch die pneumatisch angetriebenen CLM-Kompaktmodule der neuen Baugrößen 08 und 10 sind weltweit die derzeit kleinsten Vertreter ihrer Gattung am Markt. Mit einer Höhe von gerade noch 25,5 Millimetern ist das Rotationsmodul RM 08 ein echter Däumling. Dennoch hat dieser Zwerg fast genauso viel zu bieten wie seine großen Brüder– nicht nur die Endlagengenauigkeit von plus/minus 0,05 Grad, sondern auch einen stufenlos einstellbaren Drehwinkel über den gesamten Bereich, integrierte Hydraulikstoßdämpfer oder die Anpassung der Dämpferkennlinie an die zu schwenkende Masse. Weil auch die beiden Neulinge der RM-Reihe ein standardisiertes Bohrbild haben, sind sie über die passenden Adapterplatten kompatibel zu vielen Gemotec-Systembausteinen. Sie lassen sich sowohl untereinander als auch mit anderen Systemmodulen aus dem Schunk-Programm kombinieren – ideale Voraussetzungen, um sie mit Greifern oder Lineareinheiten zu Greif-Drehmodulen, Portalsystemen oder ganzen Funktionsbaugruppen zusammenzustellen.

Ähnliches gilt für die beiden neuen CLM-Kompaktmodule der Baugrößen 08 und 10, die mit ihren winzigen Abmessungen (das CLM 08 hat bis 42 Millimeter Hub und ist nur 19 Millimeter hoch) auf die Bedürfnisse der Miniaturfertigung und –montage ausgerichtet sind. Wie alle CLM-Module haben sie eine großzügig dimensionierte Schlittenkonstruktion mit hoher Steifigkeit. Sie eignen sich vor allem für Präzisionsanwendungen mit hohen Lasten, denn gehärtete Prismenlaufschienen und spielfrei vorgespannte Kreuzrollenführungen sorgen für Endlagengenauigkeiten von plus/minus 0,01 Millimter. Die CLM-Module sind ebenfalls durch ein standardisiertes Bohrbild und entsprechende Adapterplatten sowohl untereinander als auch mit anderen Gemotec-Systemmodulen kompatibel. Sie lassen sich daher mit anderen Modulen wie Greifern oder Rotationseinheiten sehr einfach zu Portalsystemen und ganzen Handlingsystemen zusammenstellen – durch einen Griff in den Gemotec-Baukasten.

Modularität bis in das Aufbausystem

Wie klein sie auch sein mögen – Rotationsmodule und Lineareinheiten benötigen eine gute Bodenhaftung, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Das bisher für diesen Zweck verwendete Aufbausystem ist nun ebenfalls an die Erfordernisse der Miniaturisierung angepasst und in einer verkleinerten Ausführung erhältlich, die auf Rohrsäulen mit dem Durchmesser 35 Millimeter basiert. Es ermöglicht damit auch im Bereich kleiner Baugrößen den schnellen Aufbau robuster und sehr verwindungssteifer Unterkonstruktionen. Die einzelnen Komponenten wie etwa die einfachen oder doppelten Aufbauplatten und Sockel dienen zur Aufnahme der Hohlsäulen und werden über Kreuzverbinder und Montageplatten winkelgenau miteinander verbunden. So lassen sich mit wenigen Standardelementen vielfältige Aufbauvarianten verwirklichen. pb

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