Gelenkwellen

Distanzen überbrücken

Zwischenachsen zur Überbrückung großer Wellenabstände
Spielfreie Gelenkwellen torsionssteif oder schwingungsdämpfend.
Zwischenlager oder ein Lagerbock müssen bei herkömmlichen Lösungen zur Abstützung im Antriebsstrang eingeplant werden, wenn die Abstände groß sind. Moderne, hochgenaue Gelenkwellen mit guter Laufruhe lassen sich jetzt bis sechs Meter Länge ohne Zwischenabstützung betreiben.

Im Aufbau ähneln Gelenkwellen Präzisionskupplungen. Zentrale Komponenten sind Naben in unterschiedlicher Ausführung, Metallbalg oder Elastomerkranz sowie als zusätzliches Bauteil ein aus Aluminium, Stahl oder Kohlefaser (CFK) bestehendes Zwischenrohr. Dem Anwender verkürzt der Einsatz von Gelenkwellen die Montagezeiten, denn die Ausrichtung der Zwischenlager entfällt. Das spart Kosten.

Längenvariabel

Maschinen- und Anlagenlayouts variieren zunehmend. Entsprechend flexibel müssen die Anlagenkomponenten ausgelegt sein. Diese Anforderungen erfüllen längenvariable Gelenkwellen, die vielseitig einsetzbar sind. Sie können eine Längenveränderung von mehr als 1.500 Millimeter ausgleichen und Drehmomente bis 1.200 Newtonmeter übertragen. Zur Veränderung der Gesamtlänge müssen nur zwei metrische Schrauben an der zusätzlich auf dem Zwischenrohr befindlichen Klemmnabe gelöst werden – danach lässt sich die Gelenkwelle auf die benötigte Länge ausziehen oder zusammenschieben. Durch Fixierung der beiden Schrauben ist der erforderliche Reibschluss zur Drehmomentübertragung gesichert. Durch das gleiche Klemmverfahren, das auch bei den Standardgelenkwellen angewendet wird, können Montage und Demontage in wenigen Minuten erfolgen.

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Die genaue Ausrichtung zweier Wellen hinsichtlich des Radial- und Winkelversatzes ist wichtig für Lebensdauer und Verschleiß von Gelenkwellen. Radialversatz hat besonders bei Applikationen mit hohen Drehzahlen direkten Einfluss auf die Laufruhe des gesamten Antriebsstranges. Der Hersteller R+W aus Klingenberg legt bei allen ausgelieferten Produkten eine Einbau- und Montageanleitung für den Monteur vor Ort bei, in der neben allen relevanten technischen Daten der Gelenkwelle auch Praxisbeispiele aufgezeigt sind. Je nach Modellreihe und Anforderung sind die verschiedenen Anbindungsmöglichkeiten an die Wellen beschrieben. Die Montage und Demontage der Gelenkwelle ist schematisch in der Einbau und Betriebsanleitung beschrieben; das vereinfacht den Einbau und sichert eine hohe Lebensdauerfestigkeit.

Synchronisierung

Hochdynamische Zwischenachsen werden im gesamten Maschinen- und Anlagenbau eingesetzt, vor allem im Zusammenhang mit Hubspindelgetrieben, Linearführungen, Palettier- und Verpackungsanlagen. Maschinen zur Herstellung für Rohre benötigen bei der Förderung des Werkstoffes eine genaue Synchronität, damit die Fahrgeschwindigkeit in gesamten Antriebsstrang eingehalten wird. Auch bei Blechpressrollen dienen Elastomer-Gelenkwellen der Überbrückung zwischen den einzelnen Rollen. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Textilmaschinen. Die neue Generation der spiel- und wartungsfreien Gelenkwellen können Achsabstände bis sechs Meter ohne Zwischenlagerung überbrücken. Qualitativ hochwertige Zwischenrohre aus Aluminium, Stahl und CFK – kombiniert mit einer internen Abstützung – übertragen Drehmomente von zehn bis 4.000 Newtonmeter. Die Gelenkwelle oder Zwischenachse kann axiale, laterale und angulare Wellenverlagerungen aufnehmen. Für eine schnelle und einfache Montage der Gelenkwelle ist die Anbindung auf die Welle über Halbschalen, geschlitzte Klemmnaben oder Konusspannelemente möglich. Je nach Anwendungsgebiet kann die Achse mit geringem Zeitaufwand endmontiert werden. Tobias Wolf (pb)

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