Energieführung für Strahlentransportsystem

Strahlen-Transport

Für die Funktionalität von Automatisierungstechnik spielen Werkstoff und Materialbeschaffenheit der Maschinenbauteile eine wesentliche Rolle. Ebenso differenziert wie die industriellen Anwendungsbereiche sind die Betriebsbedingungen, die sie aushalten müssen – das sind nicht immer raue Industriebedingungen, wie folgendes Beispiel zeigt: Die aufwändige, 670 Tonnen schwere Gantry-Konstruktion in einem Therapiezentrum zur Tumorbehandlung von Krebspatienten durch Bestrahlung mit Schwerionen ist das bewegliche Strahlentransportsystem sozusagen hinter den Kulissen, mit dem im Behandlungsraum der Strahl aus allen Richtungen auf den Patienten gelenkt werden kann. Enormes Gewicht, zahlreiche Leitungen mit unterschiedlichsten Durchmessern, Strahlungswärme mit teilweise mehr als 70 Grad Celsius am Außenmantel der Leitungen zur Versorgung der 130 Tonnen schweren Strahlführungsmagneten, engster Bauraum und Radioaktivität – das sind hier die Betriebsbedingungen. Kabelschlepp hat eine Lösung angeboten mit einer Stahlkette der Typenreihe S 2500 in Vier-Band-Ausführung und einer darauf aufgesattelten kleineren Stahlkette der Typenreihe 1800, ebenfalls in Vier-Band-Ausführung. Damit die beiden Stahlketten exakt aufeinander gleiten, sind die Kettenbänder mit Führungsblechen ausgestattet worden. Für eine stabilisierende Auflage wurden biegeschwächere Leitungen mit kleinen Durchmessern in Kunststoffketten der Mono- sowie Uniflex-Reihen verlegt und diese wiederum in der großen Stahlkette verbaut, um einen Durchhang der kleineren Leitungen dauerhaft auszuschließen. Aluminiumstege sorgen für die erforderliche Stabilität. Zum anderen ist Aluminium ein guter Reibpartner für die aufliegenden Leitungen; durch die günstigen Oberflächeneigenschaften des Werkstoffs lässt sich die Reibung von Leitungsummantelung und der daraus resultierende Verschleiß durch Mantelabrieb deutlich reduzieren. Das ist wichtig vor dem Hintergrund, dass die Leistungsleitungen noch mit Wasser gekühlt werden. Angesichts der großen Wärmeentwicklung innerhalb des Systems war Aluminium zudem von Vorteil: Es nimmt die Wärme der aufliegenden Leitungen auf und gibt sie – auch über die Stahlketten – an die Luft ab. Die Materialkombination des Energieführungssystems bietet auch einen Kühleffekt und schützt vor Überhitzung. Auch die Wartungsfreiheit des Systems hat in dieser Anwendung einen hohen Stellenwert, denn Ausfallzeiten der Anlage gehen immer zu Lasten der Patienten. pb

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