Engineering

Kofferachterbahn

Dämpfer zum Schutz beim Gepäcktransport
Sichere Konstruktion gegen Beschädigungen an Gepäckwagen: Die Dämpfer Tubus sowie Slab-Platten schützen die Wagen im Flughafen Zürich, der 2010 zum siebten Mal in Folge den World Travel Award in der Kategorie „führender Flughafen Europas“ erhielt. (Foto: ACE)
In den Katakomben des Flughafens Zürich sind 1.200 Koffertransportwagen ständig auf dem Weg von den Check-in-Schaltern zu den Gates und wieder zurück. Da hier empfindliches Gut transportiert wird, sorgen gleich mehrere Dämpfungselemente von Bibus und ACE dafür, dass kein Schaden entsteht.

In Flughäfen muss die Gepäckabfertigung zügig vonstatten gehen. In Zürich sind hierfür 1.200 Transportwagen eingesetzt, um das Gepäck sicher von A nach B zu bringen. Die 120 Kilogramm schweren Wagen werden voneinander unabhängig und ungekoppelt mittels Linearmotoren angetrieben und erreichen auf ihren achterbahnartigen Wegen Geschwindigkeiten bis knapp 30 Stundenkilometer. Beim Wechsel der verschiedenen Bahnen und bei der Ankunft kommt es dabei immer wieder zu kleineren und größeren Auffahrunfällen auf dieser Kofferachterbahn. In der Vergangenheit setzte der Flughafen Zürich auf einfache Schaumstoffdämpfer, um das Aufprallen abzufangen. Aber der Schutz genügte nicht – es kam immer wieder zu kostspieligen Schäden an den Stoßstangen sowie den Leichtmetallchassis der Wagen. Die Folge: Nur selten konnte das System mit voller Auslastung gefahren werden.

Abhilfe schufen die beiden Unternehmen Bibus und ACE: Der Flughafen entschied sich für eine Mehrfachkonstruktion an den einzelnen Wagen des Transportsystems. Zum Einsatz kommen mittlerweile sowohl Dämpfungsplatten aus der Produktserie Slab von ACE als auch Strukturdämpfer vom Typ Tubus an der Vorder- und Hinterseite der Wagen, um sie effizient zu schützen. Sowohl die aus Polyurethan hergestellten Slab-Platten als auch die rohrförmigen Tubus-Dämpfer werden immer dann verwendet, wenn eine bewegte Masse nicht positionsgenau abgebremst werden muss. Die zuschneidbaren Platten können aufgrund ihrer hohen inneren Dämpfung Stöße gut abfangen. In Zürich sind gleich drei verschiedene Platten des Typs SL-030 mit unterschiedlichen Stärken aufeinander geklebt und dann an den Wagenenden angebracht worden, um Geschwindigkeiten bis drei Meter pro Sekunde tolerierbar und damit den Großteil aller zu erwartenden Stöße unschädlich zu machen.

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Dämpfungs-Kombination gegen viele Aufpraller

Erst bei noch höheren Geschwindigkeiten werden die aus Co-Polyester Elastomer bestehenden Tubus-Dämpfer angefahren. Sie können dann weiter anfallende Kräfte aufnehmen. Eine Kombination verschiedener Sicherheitsprodukte macht in diesem Fall gleich in mehrfacher Hinsicht Sinn. Ein Aufeinanderkleben von acht Schichten Slab-Platten an beiden Enden der Wagen würde deren Ausmaße unpraktikabel werden lassen, die Tubus-Dämpfer dagegen sind deutlich platzsparender. Da sie auf maximal fünf Meter pro Sekunde ausgelegt sind, kommen auch sie ohne zusätzliche Slab-Platten nicht zurecht. Leistungsstärkere Industrie-Stoßdämpfer einzusetzen wäre in der Anschaffung zu kostspielig. Außerdem: Selbst ihre hohen Standzeiten von mehreren Millionen Lasthüben wären der Vielzahl der kleinen Aufpraller an den Wagen auf Dauer nicht gewachsen.

In Zürich sind aus der 80 Einzelprodukte umfassenden Tubus-Familie die Strukturdämpfer vom Typ TA 40-16 verbaut. Sie nehmen bis zu 80 Newtonmeter pro Hub auf und wandeln die Kräfte durch Reibung in Wärme um. Ein Teil der auftretenden Energie wird somit abgebaut, während der andere Teil durch die Rückstellung des Körpers in seine Ursprungslage wieder abgegeben wird. Die TA-Baureihe zeichnet sich durch hier benötigte degressive Kennlinien aus. Für andere Einsatzfälle bieten Bibus und ACE auch Typen mit linearen oder progressiven Kennlinien an. Sonderanfertigungen werden je nach Bedarf hergestellt. pb

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