Schnellere Entwicklung linearer Antriebssysteme

Andere können's vielleicht schneller

Die Planung und Konstruktion eines linearen Antriebssystems kann sich je nach Einsatzbereich komplex und zeitaufwändig gestalten. Denn es sind zahlreiche Parameter und Randbedingungen zu berücksichtigen, die oft miteinander konkurrieren und deshalb genaue Abwägungen erforderlich machen. Hier können Online-Tools hilfreich sein.

Die Entwicklung komplexer Linearsysteme kann kostenaufwändig sein. Es bietet sich an, auf der Basis vorgegebener Leistungsparameter auf vorkonfigurierte Systeme zurückzugreifen. (Foto: Thomson)

Für die Entwicklung linearer Antriebssysteme empfiehlt es sich, ein Augenmerk auf vorhandene Optimierungspotenziale zu legen. Jedem Hersteller technischer Produkte liegt schließlich daran, die Entwicklungszeiten seiner Lösungen kurzzuhalten. Zum einen lassen sich auf diese Weise die Produktentwicklungskosten senken, die oft einen Großteil der Gesamtkosten ausmachen und sich damit direkt auf die Gewinnmargen auswirken. Zum anderen führt eine schnellere Entwicklung zu einer früheren Markteinführung, woraus sich ein Wettbewerbsvorteil ergeben kann.

Die Entwicklungszeit umfasst auch viele Tätigkeiten, die keinen direkten Beitrag zur Wertschöpfung leisten, etwa wiederholte Konstruktionsänderungen, eine Überspezifizierung oder Überdimensionierung des Systems sowie eine schleichende Erhöhung des Funktionsumfangs, der sogenannte "Scope Creep". Das alles kosten Zeit und Geld, ohne den Wert des Endprodukts zu erhöhen. Um diese zu vermeiden, müssen alle geforderten Leistungen und Funktionalitäten des neuen Systems und dessen einzelner Komponenten bekannt sein. Thomson empfiehlt, die Berechnungen und Analysen anhand parametrischer Tests der einzelnen Komponenten und Module bis hin zu ganzen Baugruppe zu verifizieren und die Systeme zur Datenerfassung zu nutzen, um prognostizierte Leistungsergebnisse zu untermauern.

Anzeige

Leistungskriterien müssen feststehen

Je umfassender zu Projektbeginn sämtliche relevanten Anwendungsdaten und Randbedingungen vorliegen, desto kleiner ist das Risiko, Teile der Entwicklung - oder schlechtestenfalls alles - wiederholen zu müssen. Die Anforderungen der konkreten Anwendung müssen ganz zu Beginn der Entwicklung feststehen, und die Leistungskriterien müssen definiert sein. Durch die Aufstellung einer Checkliste kann der Entwickler sicherstellen, dass tatsächlich alle wichtigen Parameter berücksichtigt werden. Dies sind bei einem Linearantrieb Last und Geschwindigkeit (dynamisch und statisch), die Spannung (Wechselstrom/Gleichstrom), die Richtung der Last, die Länge des Verfahrwegs, der Lebens- und Arbeitszyklus, die Umgebungsbedingungen, der Endlagenschutz (Kupplung/Endschalter), die Ansteuerung des Antriebs, Lagegeber und Zertifizierungen.

Statt das Antriebssystem selbst zu konstruieren und zusammenzustellen, können Ingenieure vorkonfektionierte Systeme verwenden, die anhand vorgegebener Leistungsparameter bereits konfiguriert sind. Zum Beispiel können internetgestützte Tools hilfreich sein, etwa die des Linearantriebssystem-Herstellers Thomson, die mit der Bezeichnung Motioneering unter http://www.linearmotioneering.com zur Verfügung stehen. Hier gibt der Anwender zentrale Anforderungsparameter einer Anwendung an, die anschließend vielfältigen Berechnungen unterzogen werden. Das System filtert passende Produkte heraus, listet sie, erstellt 3D-Modelle und nennt Preise, Lieferzeiten und Bestellinformationen. Dieser Ansatz unterstützt bei der Beschaffung eines günstigen und dennoch konkret auf die Anwendung passenden Linearsystems.

pb

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Nachgiebige Antriebssysteme

Soft Robotics mit DEA

Künstliche Muskeln für Roboterkollegen. Der Forschungsbereich Biomechatronik am Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik befasst sich mit inhärent nachgiebigen Antriebssystemen für die Mensch-Roboter-Kollaboration.

mehr...

Roba-DS-Servokupplungen

Vorteil Halbschale

Mayr Antriebstechnik erweitert den Einsatzbereich der spielfreien Roba-DS-Servokupplungen durch den Ausbau der Größen- und Variantenvielfalt. Neue Halbschalennaben für die Baugrößen bis 150 Newtonmeter sorgen nun für eine einfache und schnelle...

mehr...
Anzeige

Pneumatikantriebe

Flexibel für Kleines

Bei Esmo wird in diesem Jahr das pneumatische Antriebssystem Fox von Innomotix im Einsatz gezeigt. Diese elektro-pneumatische Lösung ermöglicht die Ansteuerung pneumatischer Zylinder ohne den Einsatz von externen oder internen Dämpfern.

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

Trays oder KLTs direkt vom Bodenroller palettieren

Das Palettiersystem der SAST-Serie von Hirata ist besonders kompakt und benötigt nur eine geringe Standfläche. Es palettiert und depalettiert Trays oder KLTs direkt von handelsüblichen Bodenrollern.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige

Highlight der Woche

Läger optimal planen
Die Planung staplerbedienter Palettenläger stellt eine große Herausforderung dar, gilt es doch, den Zielkonflikt aus Lagergröße bzw. Stellplatzanzahl, Umschlagleistung und Investitionsaufwand bestmöglich aufzulösen. Das Kompetenzzentrum Fabrikplanung der Hinterschwepfinger Gruppe unterstützt mittelständische Unternehmen bei der idealen Auslegung von staplerbedienten Lägern und Logistikzentren.

Zum Highlight der Woche...

Antrieb mit integrierter Steuerung

Steuerung dabei

Für einen optimalen Arbeitsablauf ist eine Abfrage über Betriebszustände unumgänglich. Vorteil elektrischer Verstellsysteme ist die einfache Integration in ein entsprechendes Datenbus-System. Im Gegensatz zu hydraulischen und pneumatischen Systemen...

mehr...

Servotube

Der Unempfindliche

Neue Generation stangengeführter DirektantriebeDunkermotoren hat die Produktfamilie Servotube in verschiedenen Versionen vorgestellt. Die Linearmotoren eigenen sich gut für die Integration in Pick&Place-Anwendungen und beim Material Handling.

mehr...