Linearführungssystem

Präziser Edelschliff

Linearführungssystem GV3 in Schleifanlage. Peitzmeier Maschinenbau hat eine Maschine entwickelt, die jährlich 40.000 Waschbecken aus Dünnblech vollautomatisch schleift. Um die ein Millimeter dünnen Werkstücke nicht zu beschädigen, setzt der Maschinenbauer auf GV3 von HepcoMotion – das Linearführungssystem ermöglicht eine präzise Ausrichtung des Schleifwerkzeugs im Bereich von hundertstel Millimetern.

Vollautomatische Schleifanlage mit automatischer Zu- und Abfuhr der Waschbecken. (Bild: Peitzmeier)

Peitzmeier aus Gütersloh, spezialisiert auf den Bau von Schleifmaschinen, hat eine Anlage entwickelt, die Omni-Grind Twin 3100 AC, mit der Kunden aus der metallverarbeitenden Industrie Werkstücke vollautomatisch schleifen und polieren können. Zu den Anwendern einer solchen Schleifanlage gehört eine holländische Firma, die Edelstahl-Waschbecken bearbeitet. Vor Inbetriebnahme der Anlage 2016 stellten die Verantwortlichen an die Schleifmaschine einige außergewöhnliche Anforderungen: Die drei Tonnen schwere Anlage sollte in der vollautomatisierten Ausbaustufe 40.000 Edelstahl-Waschbecken pro Jahr schleifen und dabei besonders vorsichtig vorgehen, denn die Waschbecken sind aus Dünnblech gefertigt, das nur ein Millimeter dick ist. Das Werkzeug darf also keinesfalls zu lange auf einer Stelle schleifen, sonst ist das Werkstück beschädigt.

Für diese Anforderungen musste Peitzmeier die Schleifmaschine anpassen. Das schwere Schleifwerkzeug, das normalerweise auf einer doppelstrangingen U-Schiene montiert ist, musste weichen – zugunsten eines leichteren Werkzeugs, das sich auf nur einer Führungsschiene absolut präzise ausrichten lässt. Hierfür war das bisherige Führungssystem ungeeignet. Peitzmeier machte sich auf die Suche nach einem Hersteller geeigneter Führungsschienen und wurde bei Hepcomotion fündig.

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Bewegungen im Bereich von hundertstel Millimeter
Peitzmeier entschied sich für das Linearführungssystem GV3. Das System besteht aus präzisionsgeschliffenen Führungsschienen und einem Laufwagen, der mit speziellen Laufrollen ausgestattet ist. Die Rollen haben sogenannte V-Nut-Lager, die mit ihren Kerben von oben und unten in die spitz zulaufenden Schienen greifen und dank geringer Reibung Bewegungen im Bereich von hundertstel Millimetern ermöglichen – bei einer Geschwindigkeit bis maximal acht Meter pro Sekunde. Gleichzeitig haben die Führungsschienen eine ausreichende Steifigkeit, um der Anpresskraft des Schleifwerkzeugs standzuhalten. Nach dieser Kombination aus Präzision und Widerstand gegen elastische Verformung hat Peitzmeier gesucht. Als weiteren Vorteil erwies sich die geräuscharme Arbeitsweise des Systems.

Die Rollen des GV3-Führungssystems besitzen sogenannte V-Nut-Lager, die Bewegungen im Bereich von hundertstel Millimeter ermöglichen. (Bild: Hepco Motion)

Modularität verringert Aufbauhöhe
Zu den Attributen Präzision und Widerstandskraft des Linearführungssystems kommt die platzsparende Bauweise. Das GV3-System ist modular aufgebaut; die Laufrollen wurden einzeln zugekauft und direkt an die Adapterplatte des Schleifwerkzeugs montiert. Durch den Verzicht auf die restlichen Komponenten des Laufwagens ließ sich auf diese Weise knapp 40 Prozent der Aufbauhöhe einsparen und dennoch eine hohe Tragfähigkeit erreichen. Das Hepco-Führungssystem ist geeignet für den Einsatz in rauen Umgebungen, da es selbstreinigend und somit gegen einen schnellen Verschleiß geschützt ist. Die V-Nut-Lager wischen Ablagerungen einfach von der Schiene und sorgen somit für einen reibungslosen und zuverlässigen Betrieb.

Das Besondere ist die Modulbauweise
Über ein Zuführband werden in der Schleifmaschine drei Waschbecken auf den Bearbeitungstisch befördert. Dort werden die Becken mittels Pneumatik-Zylindern gespannt und mit dem Tisch-Vorschub dem Schleifband zugeführt, das sich in einem trapezförmigen Umlaufsystem bewegt. Dann drückt das Schleifwerkzeug, das sich auf dem Führungssystem horizontal zwischen den Standfüßen der Maschine bewegt, das Schleifband mit einer Walze auf die Oberfläche des Werkstücks, sodass es zum gewünschten Schleifeffekt kommt. Durch die präzise Ausrichtbarkeit des Schleifwerkzeugs ist sichergestellt, dass die Maschine niemals zu lange an einer Stelle schleift. Auch für Hochglanz ist gesorgt: Hinter dem Schleifwerkzeug sitzt eine zweite Führungsschiene mit einem Poliermodul.

Die komplette Maschine ist aus gelaserten Bauteilen gefertigt; mit wenig Aufwand lassen sich direkt alle Anschraubflächen und Anschraubbohrungen in die Grundmaschine integrieren – etwa eine zweite Führungsschiene für ein Entgratemodul oder ein Verrundungsmodul. pb

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