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Artikel und Hintergründe zum Thema

Energiekettensysteme

Ketten, die viel bewegen

Energiekettensysteme als immerwährende Innovation. Igus ist weltweit als Energiekettenspezialist etabliert. Von ganz groß bis klitzeklein bringt die Kölner Ideenschmiede kontinuierlich neue Ausführungen und Anwendungen auf den Markt. Mit Harald Nehring, Prokurist E-Ketten-Systeme bei Igus, sprach handling-Chefredakteurin Petra Born.

Energiekette im spektakulären Einsatz: An dieser Schlickaufbereitungsanlage des Antwerpener Hafens kommt die größte Kunststoffenergiekette der Welt zum Einsatz, die E4.350. Dieses Projekt gewann 2012 den silbernen Vector. (Foto: Igus)

handling: Herr Nehring, vor einiger Zeit hatte ich das Vergnügen, auf einem Kran im Rotterdamer Containerterminal eine E4/4 Heavy Duty life in Aktion zu erleben - in eindrucksvoll luftiger Höhe von 40 Metern. Wie hat sich das Igus-Energiekettengeschäft für Hafenkran-Anwendungen entwickelt?

Nehring: Die Energiekettenanwendungen bei Hafenkranen hat sich quasi von null vor zwanzig Jahren aktuell auf eine gute Quote entwickelt. Wobei man unterscheiden muss: Bei den etwas kleineren Kranen, die nicht direkt am Schiff stehen, sondern in zweiter Reihe und dort die Container verteilen, ist die Energiekette fast zum Standard geworden. Unterdessen habe sich die Ship-to-Shore-Krane baulich gewandelt: Früher war eine Haupt-Laufkatze im Einsatz, die die Container vom Schiff entladen hat. Nun gibt es viele Krane mit einer zweiten Katze, die die Container zunächst vom Schiff auf eine Plattform laden, und von dort aus werden die Container automatisiert auf eine weitere Förderspur geladen, etwa auf einen Lkw oder Waggon. Bei diesen automatisierten Katzen sind Energieketten ebenfalls beinahe zum Standard geworden. Noch nicht durchgängig verwendet wird allerdings die Energiekette für die Hauptkatze des Ship-to-Shore-Krans in großer Höhe - hier gibt es noch Wachstumspotenzial für uns. Hinzu kommt der Einsatz der Energiekette bei der Querfahrt des Krans zum Kai - hier dominiert heute noch die Kabeltrommel, und auch hier können wir uns künftig noch einbringen.

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handling: Mit welchen Argumenten für die Energiekette treten Sie an die Kranbetreiber heran?

Nehring: Für eine Ausrüstung mit Energiekette ist klar kalkulierbar, wann und im welchem Umfang Wartungsarbeiten erfolgen müssen. Zum Beispiel gibt es im Hafen von Antwerpen, wo viele Systeme von Igus im Einsatz sind, konkrete Vergleichszahlen über Kosten und Lebensdauer der Krananwendung mit und ohne Energiekette. Hier ist die Energiekette klar im Vorteil, und das ist natürlich unser Argument.

handling: Wer den Igus-Energiekettenkatalog aufschlägt, erlebt ein wahres Feuerwerk an Neuheiten, Spezialanwendungen, Modifizierungen sowie unzählige Details an Scharnieren und Klappen für alle Eventualitäten. An welchen Ideen arbeiten Sie aktuell?

Nehring: In jedem Produktprogramm gibt es die eine oder andere Lücke, die wir natürlich schließen wollen. Es geht also um Einsatzfälle, die wir zusätzlich abdecken möchten. Wir befinden uns daher in einem immerwährenden Innovationsprozess.

handling: Es ist davon auszugehen, dass auch Igus an der zunehmenden industriellen Automatisierung partizipiert. Wo finden wir hier künftig noch mehr Energieketten von Igus?

Nehring: Robotik und Automatisierung sind auf jeden Fall auch bedeutende Wachstumsbereiche für uns. Für die so genannten Dresspacks, also alles was von außen an den Roboter dazukommt, können wir praktisch alles liefern - für die untere Achse, für die Drehbewegung, bis hin zur Hand, also der letzten Achse, haben wir Systeme, die wir anbieten können. Hier stellen wir auch immer wieder Neuentwicklungen vor, etwa ein geschlossenes, mehrachsig bewegbares, aufklappbares Rohr, für das es nun weitere Größen geben wird.

handling: Der diesjährige Vector-Award steht kurz vor dem Abschluss. Sind Sie gespannt?

Nehring: Und wie, natürlich! Wir werden wieder pfiffige und außergewöhnliche Energieketten-Anwendungen erleben und freuen uns, wenn wir diese interessanten Anwendergeschichten veröffentlichen können. Außerdem erhalten wir wieder Ideen für neue Einsatzmöglichkeiten von Energieketten, was unseren Innovationsprozess weiter vorantreibt. Und natürlich werden wir bestehende Energiekettenlösungen mit den Anwendern gemeinsam weiterentwickeln. Kommen Sie unbedingt zur Hannover Messe - dort stellen wir die diesjährigen Vector-Gewinner vor.

handling: Das machen wir, Herr Nehring, vielen Dank für das Gespräch!

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